Fußball | 2. Bundesliga Aue ringt Angstgegner Heidenheim nieder

4. Spieltag

Was für ein Spiel in Aue! Zur Pause hätte der FC Erzgebirge Aue gegen Angstgegner Heidenheim locker in Rückstand sein können. Dann steigerten sich die Veilchen und rangen den Gegner mit Glück und Geschick nieder.

Der FC Erzgebirge Aue hat in der 2. Fußball-Bundesliga den zweiten Sieg im dritten Spiel gefeiert. Am Sonntag besiegten die Veilchen den 1. FC Heidenheim mit 2:1 (0:0). Im 13. Aufeinandertreffen mit dem Team von der Ostalb ist es erst der zweite Auer Sieg. In der Tabelle liegen die Veilchen nun auf Rang drei - mit einem Sieg im Nachholspiel beim Liga-Zweiten Hamburger SV wären die Sachsen neuer Spitzenreiter.

Malcolm Cacutalua trifft zum 1:0 gegen Norman Theuerkauf
Malcolm Cacutalua (li.) bringt Aue per Kopf in Führung. Bildrechte: Picture Point

Männel rettet Aue vor der Pause das 0:0

Die Gastgeber begann gegen Heidenheim mit viel Schwung und schienen hier auf ein frühes Tor aus zu sein: U21-Nationalspieler Krüger knallte die Kugel aus 17 Metern nur knapp drüber (9.). Aber die Angriffslust erwies sich nach zehn Minuten als Strohfeuer. Heidenheim passte defensiv auf und ließ kaum noch Nadelstiche zu. Immer wieder kamen die Gäste selbst schnell nach vorne und sorgten bei "Jubiläumskind" Martin Männel, der sein 400. Aue-Spiel bestritt, für einen arbeitsreichen Nachmittag: Besonders gegen FCH-Angreifer Kühlwetter konnte er sich auszeichen, einmal bei dessen 17-Meter-Schuss (12.), einmal als er einen Versuch aus Nahdistanz mit einem Sturz abblocken konnte (44.). Nur Robert Leipertz konnte Männel einmal überwinden, aber da rettete Calogero Rizzuto auf der Linie (32.).

FC Erzgebirge Aue gegen den 1. FC Heidenheim in Bildern

Co Trainer Bernhard Raab, 1.FC Heidenheim, und Trainer Dirk Schuster, Erzgebirge Aue
Vor dem Spiel: Dirk Schuster (re.) und Heidenheims Co-Trainer Bernhard Raab, der den erkrankten Frank Schmidt vertrat Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag
Co Trainer Bernhard Raab, 1.FC Heidenheim, und Trainer Dirk Schuster, Erzgebirge Aue
Vor dem Spiel: Dirk Schuster (re.) und Heidenheims Co-Trainer Bernhard Raab, der den erkrankten Frank Schmidt vertrat Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag
Jan Schšöppner (3, Heidenheim) und Ben Zolinski (31, Aue).
Schuster setzte erstmals auf den späten Neuzugang Ben Zolinski (re.) im offensiven Mittelfeld. Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag
Jan Schoeppner (1. FC Heidenheim 1846) Mitte, Ben Zolinski re., FC Erzgebirge Aue vs. 1. FC Heidenheim 1846
Zolinski (re.) war vor der Pause gegen starke Heidenheimer aber vor allem mit Abwehrarbeit beschäftigt. Bildrechte: imago images / Eibner
Christian Kühlwetter 1. FC Heidenheim 1846 Mitte vor Sören Gonther FC Erzgebirge Aue re. und Martin Männel Torwart.
Aues Kapitän und Schlussmann Martin Männel (li.) war nicht zu überwinden. Hier klärt er vor Christian Kühlwetter (Mi.). Bildrechte: imago images/Eibner
Im Bild - Torwart Martin Männel (1, Aue) im 400. Pflichtspiel für Aue, pariert einen Heidenheimer Schuss.
In seinem 400. Spiel für Aue hielt Männel, was zu halten war. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag
Robert Leipertz (13, Heidenheim), Pascal Testroet (37, Aue) und Andreas Geipl (8, Heidenheim)
Die eigene Offensive, hier Pascal Testroet, konnte sich nur selten in Szene setzen. Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag
Verletzter Spieler mit Physiotherapeutin
Direkt vor der Pause musste der verletzte Calogero Rizzuto (re.) vom Platz. Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag
Im Bild von links - Jan Schöppner (3, Heidenheim) und Ognjen Gnjatic (33, Aue)
Zur Pause kam Clemens Fandrich für Ognjen Gnjatic (re.). Aues Spiel wurde besser. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag
Malcolm Cacutalua trifft zum 1:0 gegen Norman Theuerkauf
In Minute 54 brachte der für Rizzuto eingewechselte Malcolm Cacutalua (li.) die Sachsen in Front. Bildrechte: Picture Point
Tor für Aue. Malcolm Cacutalua (21, Aue) trifft zum 1:0.
Heidenheims Keeper Kevin Müller hatte keine Chance. Bildrechte: Picture Point
Malcolm Cacutalua  jubelt mit den Temkollegen Pascal Testroet und Florian Ballas
Der Jubel war viel Erleichterung. Nach einer Führung sah es lange nicht wirklich aus. Bildrechte: Picture Point
Pascal Testroet fliegt jubelnd durch das Stadion.
Als Pascal Testroet dann auch noch das 2:0 machte, war einer der nur 500 Fans ganz besonders aus dem Häuschen. Bildrechte: Picture Point
Dieser Einsatz von Malcolm Cacutalua ,Aue, gegen Stefan Schimmer ,Heidenheim, wurde mit Elfmeter betraft.
Ein Foul von Cacutalua (re.) an Schimmel führte dann zu einem Elfmeter. Bildrechte: imago images/Kruczynski
Auer Jubel nach Spielschluss
Aue sprang in der Tabelle auf Rang drei. Nach drei Spielen mit sieben Punkten ist der Saisonstart absolut gelungen. Am Mittwoch geht es im Nachholspiel zum Hamburger SV. Dann könnte es bei einem Dreier sogar zur Tabellenführung reichen. Bildrechte: Picture Point
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Aue hatte nur noch zwei Chancen: Krüger zog den Ball am langen Eck vorbei (26.) und hatte dann hatte sein Schuss von der Strafraumgrenze zu wenig Power (40.). Teilweise ging es zu wie beim Handball oder Basketball: Ein Mittelfeldspiel schien bei beiden Teams auf dem Index zu stehen. Die Torschussbilanz der ersten Hälfte: 7:15 aus Sicht von Aue, d.h. alle fast alle zwei Minuten gab es einen Torabschluss.

Im Bild - Torwart Martin Männel (1, Aue) im 400. Pflichtspiel für Aue, pariert einen Heidenheimer Schuss.
In seinem 400. Spiel für Aue musste sich Martin Männel nur per Elfmeter geschlagen geben. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag

Cacutalua und Testroet treffen

Zur Pause brachte Aues Trainer Dirk Schuster im Mittelfeld Clemens Fandrich für Ognjen Gjnatic. Und nun waren die Gäste längst nicht mehr so überlegen. Im Mittelfeld bekamen die Sachsen mehr Zugriff und hatten auch selbst wieder mehr Chancen: Einen Standard nutzten die Gastgeber zur Führung: Malcolm Cacutalua wuchtete einen Freistoß von Philipp Riese ins Netz (54.). Heidenheim bemühte sich um den Ausgleich, kam nun aber kaum noch durch. Ein Abstoß von Männel landete nach einer verunglückten Kopfballawehr bei Pascal Testroet: Der Auer Angreifer war hellwach und überwand Kevin Müller zum 2:0 (79.) Der Elfmetertreffer von Tobias Mohr (87.), Cacutalua hatte Stefan Schimmer getroffen, richtete beim FCE keinen weiteren Schaden an.

Malcolm Cacutalua  jubelt mit den Temkollegen Pascal Testroet und Florian Ballas
Für den FCE trafen Malcolm Cacutalua (re.) und Pascal Testroet (2. v. li.). Nach der Führung war beim Jubel Erleichterung spürbar. Bildrechte: Picture Point

Stimmen zum Spiel:

Bernhard Raab (Heidenheim): "Wir sind relativ zäh ins Spiel gekommen. Die ersten fünf, sechs Minuten gingen klar an Aue. Sie haben versucht, Druck aufzubauen, hatten ein, zwei Abschlussmöglichkeiten und wir haben etwas gebraucht, um ins Spiel zu finden. Nach den ersten zehn Minuten hatten wir dann aber relativ große Spielkontrolle und haben es bis zu Pause geschafft, uns viele Chancen herauszuspielen. Wir haben es aber verpasst, in Führung zu gehen, was wir aufgrund der Vielzahl an Chancen aber hätten machen müssen. Ich habe der Mannschaft in der Halbzeitpause gesagt, dass wir nicht ungeduldig werden dürfen, dem Gegner keine Konterchancen zukommen lassen dürfen und weiterhin unsere Restabsicherung wahren müssen. Wir haben zu Beginn der zweiten Halbzeit gut weitergespielt und hatten viele Abschlüsse – ich glaube, in Summe 25 Abschlüsse. Wir haben es aber nicht geschafft, in Führung zu gehen. Und wie es im Fußball oftmals ist, wenn man seine Chancen nicht nutzt, geht der Gegner in Führung – in dem Fall durch eine Standardsituation. Dann wird es in Aue extrem schwer im Spiel zu bleiben. Das haben wir zwar weitestgehend geschafft, aber Aue konnte immer wieder Nadelstiche setzen und nach vorne spielen. Letzten Endes haben sie dann das entscheidende 2:0 gemacht. Uns r Anschluss kam vielleicht einen Tick zu spät und war nur noch Ergebniskosmetik. Unterm Strich sind wir enttäuscht, weil wir von unserer Spielführung und aufgrund der vielen Chancen mehr verdient gehabt hätten."

Co Trainer Bernhard Raab, 1.FC Heidenheim, und Trainer Dirk Schuster, Erzgebirge Aue
Dirk Schuster (re.) und sein Heidenheimer Kollege Bernhard Raab Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag

Dirk Schuster (Aue): "Erstmal möchte ich Frank Schmidt viele Grüße und baldige Genesung ausrichten. Hoffentlich ist er bald wieder auf der Trainerbank. Zum Spiel: Mein Kollege Bernhard hat das ganz treffend formuliert. Dem gibt es gar nicht so viel hinzuzufügen. Die ersten Minuten gingen an uns, da konnten wir auch ein paar Halbchancen kreieren. Mit zunehmender Spieldauer in der ersten Halbzeit hat sich Heidenheim frei geschwommen. Wir haben Fehler gemacht, entscheidende Zweikämpfe hinten und vorne nicht gewonnen. Heidenheim hätte in Führung gehen können, sie hatten die klareren Chancen. Wir mussten dann zwangsläufig zweimal wechseln. Die 1:0-Führung hat uns natürlich in die Karten gespielt. Wir konnten dann defensiv-organisiert stehen und auf Nadelstiche setzen. Und aus so einem resultierte das 2:0. Es war zeitweise ein wildes Spiel, ein brutal intensives Spiel, wo sich beide Mannschaften nichts geschenkt haben und wo wir die glücklichere Mannschaft waren."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 18. Oktober 2020 | 15:30 Uhr

16 Kommentare

max mustermann vor 5 Tagen

Ein rassiges Zweitligaspiel, durchaus ein intensives Spiel, wie der Trainer sagt.
Paco scheint in einen Jungbrunnen gefallen zu sein. So spritzig agierte er lange nicht. Wirklich erstaunlich was momentan auf der Bank Platz genommen hat.
Das ist so wichtig, das der Trainer bei Auswechselungen das Spiel aktiv mitbestimmen kann und keinen Leistungsabfall befürchten muss.
Eine feine Leistung, Klasse Wismut.
Der Trainer von HDH machte immer einen sympathischen Eindruck. Schade, das er nicht dabei war.

Schachter vor 5 Tagen

Da gebe ich Dir Recht: Gonther und auch Ballas sind sehr langsam. Da hilft nur besseres Stellungsspiel als gestern. Andererseits: Wer seine Chancen vergibt, hat auch verdient verloren, Spielverlauf hin oder her. Und selbst Fürth war uns deutlich überlegen. Die hätten aber ohne unseren Nazarov noch drei Stunden spielen können und hätten kein Tor erzielt.
Einen Lattenschuß (also Pech) wie Lübeck hatte HDH nicht, fand halt in Männel seinen Meister. Dafür ist allerdings ein Torhüter auch da. Dass er Klasse hat und ist, war nun so neu nicht.
Übrigens auch von mir Glückwunsch zum 400 (!!!!) Pflicht-Spiel in unserem Trikot. Am Ende der Saison wird er wohl den Allzeitrekord unserer Wismut haben, wenn er verletzungsfrei bleibt.
Glück auf!

Reisender vor 5 Tagen

Wirklich? Wenn HDH seine Chancen in der 1.HZ nutzt , bei denen Gonther viel zu langsam ist, steht es 2:0 für die Heidenheimer. Bei Paco geb ich Dir Recht , der hatte schon immer eine Nase für solche Situationen wie die, welche zum 2:0 für Aue führt.