Fußball | 2. Bundesliga Jubel im Erzgebirge: Aue gewinnt Kellerknaller gegen Ingolstadt

11. Spieltag

Erster Saisonsieg für den FC Erzgebirge. Unter Flutlicht am Freitagabend hat Aue das Zweitliga-Kellerduell gegen Ingolstadt gewonnen. Und das, obwohl die "Veilchen" die letzten Minuten in Unterzahl spielen mussten.

Tor für Aue, Torjubel nach dem 1:0
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Der FC Erzgebirge Aue hat den langersehnten ersten Saisonsieg gefeiert. Im elften Anlauf gelang am Freitagabend (21.10.2021) gegen den FC Ingolstadt ein 1:0-(0:0)-Erfolg. Durch den Sieg im Kellerduell gaben die "Veilchen" zudem die Rote Laterne des Tabellenschlusslichtes an den Gast aus Oberbayern ab. Mit nun sieben Punkten hat Aue auch wieder Kontakt zu den Nichtabstiegsplätzen. Das Tor des Abends erzielte Omar Sarif Sijaric, der zehn Minuten nach seiner Einwechslung spielentscheidend traf (62.). Mit dem Sieg baute Aue zudem seine starke Freitagabend-Serie aus: Die Sachsen sind nunmehr zehn Freitagabend-Heimspiele unter Flutlicht ungeschlagen.

Aue dominiert Partie von Beginn an

Im Duell des Tabellenletzten gegen den Vorletzten, dem Duell der offensiv schwächsten Teams der Liga, hatte Aue von Beginn an die besseren Aktionen. Das Team der Interimstrainer Carsten Müller/Marc Hensel war bissiger, deutlich zweikampfstärker und hatte mehr Tempo. Bereits in der Anfangsphase hätte Ben Zolinski die Gastgeber in Führung bringen können. Nach schönem Pass von Dimitrij Nazarov kam Zolinski frei am Fünf-Meter-Raum zum Schuss, brachte den Ball aus spitzem Winkel aber nicht an FCI-Schlussmann Fabijan Buntic vorbei (4.).

Pfosten rettet für Aue in der Nachspielzeit

Aue dominierte nicht nur die Anfangsphase der Partie, sondern war über weite Strecken das bessere Team. Gegen das zweikampfschwächste Team der Liga kämpften die Sachsen mit viel Leidenschaft und kamen so immer wieder zu Chancen. Zur Pause lag Aue in der Torschussstatistik bereits 9:1 vorn. Ingolstadt kämpfte sich spät und erst nach dem Rückstand ins Spiel. Die erste gefährliche FCI-Chance musste Aue-Keeper Martin Männel in der 82. (!) Minute parieren, war beim Schuss von Marc Stendera aber zur Stelle. In der Nachspielzeit hätte der Ex-Dresdner Stefan Kutschke noch zum Ausgleich treffen können, scheiterte aber per Kopf am Pfosten (90.+3.) und am aufmerksamen Männel (90.+5.).

Sijaric-Einwechslung belohnt

So blieb Einwechsler Sijaric der einzige Torschütze des Abends. Der 19-jährige belebte das Spiel direkt, nachdem er für Zolinski kam (52.). Sein erster Schuss wurde noch pariert (53.). Wenig später bestrafte er aber eine Unaufmerksamkeit der FCI-Abwehr, nahm Fabian Cavadias den Ball vor dem eigenen Strafraum ab und traf aus 16 Metern ins rechte untere Eck (62.).

Tor für Aue, Omar Sijaric (19, Aue) trifft zum 1:0 v.l.: Fabian Cavadias (41, Ingolstadt), Nico Antonitsch (5, Ingolstadt) und Omar Sijaric (19, Aue)
Das goldene Tor des Abends: Sijaric trifft aus 16 Metern zum Auer 1:0. Bildrechte: Picture Point

Fandrich: Feuchte Aussprache bringt Rot

Die letzten Minuten der Partie musste Aue den Sieg in Unterzahl verteidigen: Clemens Fandrich protestierte gegen eine Einwurfentscheidung des Schiedsrichterassistenten derart vehement, dass er den Linienrichter dabei wohl anspuckte. Wegen grober Unsportlichkeit flog der Auer Mittelfeldspieler mit Rot von Platz (90.). Doch die "Veilchen" brachten den Sieg auch ohne Fandrich nach Hause.

Dotchev kehrt nach Aue zurück

Nach dem Spiel wurde bekannt, dass Ex-Trainer Pavel Dotchev zum FC Erzgebirge Aue zurückkehrt. Der 56-jährige soll ab 1. November als Sportlicher Leiter und Interimstrainer arbeiten. Teamchef und damit für die Profimannschaft verantwortlich bleiben soll Marc Hensel. Carsten Müller, der seit 7.10. Interimstrainer war, kehrt ins Nachwuchsleistungszentrum zurück.

Marc Hensel
Aue-Teamchef bei 5 Grad "on fire": Der Ex-Spieler durfte seinen ersten Sieg bejubeln. Bildrechte: Picture Point

Stimmen zum Spiel

Omar Saric Sijaric (Torschütze Erzgebirge Aue): "Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich bin einfach unbeschreiblich glücklich. Was wir für ein geiles team haben. Wir zeigen es immer wieder und wir werden weiter Gas geben. Wir wollen jeden Sieg holen. Die Stimmung war unbeschreiblich. Ich zittere immer noch ein bisschen. Wir haben einfach so geile Fans."

Dimtrij Nazarov (Angreifer Erzgebirge Aue): "Wir wissen, wie es ist, im Gebirge am Freitagabend. Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Die ganze Liga will uns totkriegen, aber die kriegen uns nicht tot. Da kann kommen, was will. Wir wussten, alle drücken Ingolstadt die Daumen. Aber die können kommen, wie sie wollen, sie kriegen uns nicht kaputt. Das war heute der erste Schritt, darauf können wir aufbauen. Jetzt fahren wir nach Hannover. Jetzt wollen wir noch mehr."

Marc Hensel (Teamchef Aue): "Die Mannschaft hat die ganzen Wochen so hart für den Sieg gearbeitet. Wie das hier und heute entstanden ist, zusammen mit unseren Fans. Es ist unfassbar, wie wir hier zusammenstehen. Das ist die einzige Chance, die wir haben. Das war heute nur der Anfang. Es war ein sehr schöner Anfang. Aber wir müssen wissen, dass wir einen sehr weiten und steinigen Weg haben. Wenn ich höre, dass wir eine Rote Karte wegen angeblichem Spucken bekommen und fünf Minuten Nachspielzeit haben, wenn kleine Entscheidungen immer wieder gegen uns getroffen werden, dann fragt man sich schon, ob man hier trotzdem eine faire Chance hat oder nicht. Das tut unheimlich weh."

André Schubert (Ingolstadt): "Kleinigkeiten haben den Ausschlag gegeben. Tore fallen aus einem sicheren Ballbesitz, den wir haben. Wir sind im Moment schon gebeutelt mit Rückschlägen. Viele Spieler sind angeschlagen, Dennis Eckert ist, wie es aussieht, mit einem Schulterbruch raus. Das sind alles Dinge, die uns immer wieder zurückwerfen. Die musst Du wegstecken. Man hat bei Aktionen wie fliegenden Bierbechern gesehen, dass die Emotionen nicht nur hoch sind sondern arg hoch sind. Aber davon lebt der Fußball. Das ist ein Kampfspiel, das musst Du annehmen. Wir müssen vorn torgefährlicher werden und das Glück mehr erzwingen."

Dirk Hofmeister

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 23. Oktober 2021 | 16:00 Uhr

42 Kommentare

Blauer Hund vor 6 Wochen

Auf der jetzt anstehenden Mitgliederversammlung, wird es jedenfalls zu dem Thema "Testroet" sehr unangenehme Fragen geben!
Auch wenn man nun Shpilevski allein den schwarzen Peter zuschieben möchte, hätte weder Helge noch Mischa so einen Unsinn durchwinken dürfen. Noch dazu ohne irgendeinen Ersatz!
Beim 2:2 heute Sandhausen - Werder traf Testroet zweimal für einen Konkurenten um den Klassenerhalt.
Eine Verschenkung unseres besten Torschützen war vereinsschädigendes Verhalten, nichts anderes!

aue uwe vor 6 Wochen

Herr Potemkin sollte sich schämen. Wer als Schiedsrichter parteiisch pfeift oder denkt hat aber absolut nichts auf oder neben dem Platz was verloren, nicht mal in der Kreisklasse.

Wismut Aue forever

Ich bins vor 6 Wochen

Glück Auf.
Würde ich sehr begrüßen. Am besten pünktlich vor'm Fest als Weihnachtsgeschenk. Ich hoffe das Pavel und Leo alles dafür tun werden, wenn Paco wieder für uns Tore schießen würde. Aber so richtig glaube ich es nicht. Aber heute ist so vieles möglich. Wer weiß?????