Fußball | 2. Bundesliga Erzgebirge Aue chancenlos gegen St. Pauli

28. Spieltag

Bitteres Jubiläumsspiel für Martin Männel: In der Partie gegen den FC St. Pauli geriet sein Team bereits früh in Rückstand und war dem Druck des besten Rückrundenteam über weite Strecke nicht gewachsen. Dabei war es Männel noch zu verdanken, dass die Partie lediglich mit 1:3 (01:) verloren ging. St. Pauli beendete damit eine schwarze Serie im Lößnitztal, den die letzten fünf Spiele in Aue gingen allesamt verloren.

Trainer Dirk Schuster (FC Erzgebirge Aue)
Aue-Trainer Dirk Schuster konnte mit der Leistung seines Teams nicht zufrieden sein. Bildrechte: IMAGO / Fotostand

Aue starte denkbar schlecht in das Spiel. Bereits nach 60 Sekunden lag der Ball im eigenen Tor. Nach einer Freistoßflanke von der rechten Seite verlängerte Pascal Testroet den Ball unglücklich an den langen Pfosten, wo Louis Samson Luca-Milan Zander nicht auf dem Schirm hatte, der aus drei Metern ohne Probleme einköpfen konnte. Martin Männel war bei der Szene in seinem 300. Zweitliga-Spiel für die "Veilchen" ohne Abwehrchance.

St. Pauli machte auch in der Folge weiter mächtig Druck, Aue konnte sich kaum befreien und leistete sich im Spielaufbau immer wieder Fehler. Testroet kam zwar zu zwei Abschlüssen (5./13.), die Hausherren konnten in erster Linie aber froh sein, dass die Hanseaten ihre teils überragend herausgespielten Chancen nicht konsequent zu Ende spielten oder ins Abseits liefen. Vor allem Omar Khaled Marmoush war auf der linken Außenbahn ein ständiger Unruheherd. Mit zunehmendem Verlauf der ersten Halbzeit hatte das Schuster-Team die Angriffe dann besser im Griff, eigene Offensivaktionen blieben aber Mangelware oder waren eher Verlegenheitschancen.

Tor für Sankt Pauli. Rodrigo Zalazar (8, StPauli) trifft zum 0:2
Tor für Sankt Pauli: Rodrigo Zalazar (8) trifft zum 0:2. Bildrechte: Picture Point

Wieder Blitzstart für St. Pauli

Die zweite Halbzeit begann fast identisch wie der erste Durchgang, nur diesmal dauerte es knapp zweieinhalb Minuten, bis der Ball im Tor von Aue einschlug. Guido Burgstaller behauptete das Spielgerät gegen gleich drei Auer Verteidiger und legte dann zurück auf Rodrigo Zalazar, der aus 16 Metern wuchtig traf (49.). Weitere acht Minuten später dann ein Déjà-vu: Wieder ein Freistoß aus dem Halbfeld, wieder verlängert Testroet unglücklich an den langen Pfosten und wieder wird Zander nicht ausreichend gedeckt. So erhöhte das beste Rückrundenteam fast ohne Gegenwehr auf drei Tore.

In einer Phase als St. Pauli kurz vor dem vierten Tor stand, gelang Aue der Anschluss. Nach einer punktgenauen Flanke des eingewechselten Tom Baumgart legte Testroet nach schöner Brustannahme den Ball an Gäste-Keeper Dejan Stojanovic vorbei ins Tor (73.). Beide Teams kamen in der Folge zu weiteren Abschlüssen, ein Treffer aber gelang nicht mehr.

Fußball | 2. Bundesliga FC Erzgebirge Aue - FC St. Pauli in Bildern

Aues Kicker zeigen Solidarität mit dem aus der Region an Leukämie erkrankten Erik
Aues Kicker zeigen vor dem Anpfiff Solidarität mit dem dreijährigen Erik aus der Region, der an Leukämie erkrankt ist. Bildrechte: Picture Point
Aues Kicker zeigen Solidarität mit dem aus der Region an Leukämie erkrankten Erik
Aues Kicker zeigen vor dem Anpfiff Solidarität mit dem dreijährigen Erik aus der Region, der an Leukämie erkrankt ist. Bildrechte: Picture Point
Mannschaft des FC St. Pauli bejubelt das 1:0 gegen FC Erzgebirge Aue
Knapp 60 Sekunden nach dem Anpfiff liegen sich die Gäste schon jubelnd in den Armen. Nach einem Freistoß ist Zander am langen Pfosten völlig blank und köpft zur frühen Führung ein. Bildrechte: IMAGO / Eibner
Verletzungspause Florian Ballas (6, Aue), Teamarzt Thomas Flögel
Florian Ballas muss nach einem Zweikampf behandelt werden, kann aber weiterspielen. Bildrechte: Picture Point
John Patrick Strauß / Strauss (24, Aue), Daniel-Kofi Kyereh (17, StPauli)
... beim 0:3. Wieder trifft Zander nach einer Freistoßflanke am langen Pfosten. Diesmal ist Hochscheidt bei der Manndeckung nicht aufmerksam. Bildrechte: Picture Point
EnttäŠuschung bei Aue nach dem Spiel
Lange Gesichter bei Erzgebirge Aue nach dem Schlusspfiff im Teamkreis. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag
 Dimitrij Nazarov (10, Aue), Torwart Dejan Stojanovic (21, StPauli)
Danach hat Aue zwar auch den ein oder anderen Abschluss, das Spiel aber bestimmen ganz klar die Hanseaten. Bildrechte: Picture Point
Daniel-Kofi Kyereh (17, StPauli), Dimitrij Nazarov (10, Aue)
Aber auch bei denen gelingt nicht alles. Hier rammt Kyereh Nazarov nach einem Zidane-Übersteiger zu Boden. Bildrechte: Picture Point
John Patrick Strauß / Strauss (24, Aue), Daniel-Kofi Kyereh (17, StPauli)
Aue hat in der Spieleröffnung kaum Luft zum Atmen. Der Druck von St. Pauli ist immens. Bildrechte: Picture Point
Tor für Sankt Pauli. Rodrigo Zalazar (8, StPauli) trifft zum 0:2
Nach dem Seitenwechsel wieder ein frühes Gegentor für Aue. Zalazar zieht ab und trifft wuchtig zum 0:2. Bildrechte: Picture Point
Rodrigo Zalazar (8, StPauli) gegen Jan Hochscheidt (7, Aue).
Der eingewechselte Jan Hochscheidt kann auch keine neuen Impulse setzten, stattdessen pennt er ... Bildrechte: Picture Point
Trainer Dirk Schuster (FC Erzgebirge Aue)
Dirk Schuster kann mit der Leistung seines Teams nicht zufrieden sein. Bildrechte: IMAGO / Fotostand
Tor für Erzgebirge Aue. Pascal Testroet (37, Aue) trifft zum 1:3.
Der Anschlusstreffer von Pascal Testroet ist lediglich Ergebniskosmetik. Bildrechte: Picture Point
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Stimme zum Spiel

Martin Männel: "Wir wollten heute eigentlich die drei Punkte zu holen, um unsere Saisonziel von 40 Punkten zu erreichen. Wir hatten heute einen Gegner zu Gast, der eine brutale Qualität in der Offensive hat und sehr flexibel ist. Wir haben zu viele Fehler angeboten und in den Umschaltsituationen den Ball zu leicht hergeschenkt. So kam St. Pauli in seine Abläufe. Am Ende haben sie uns völlig zu Recht besiegt. Wir werden uns den Mund abputzen, das sauber analysieren und dann versuchen, im nächsten Spiel die 40 Punkte einzusammeln."  

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Helge Leonhardt (Präsident FC Erzgebirge Aue) 1 min
Helge Leonhardt (Präsident FC Erzgebirge Aue) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 10. April 2021 | 16:00 Uhr

33 Kommentare

dr schorsch vor 4 Wochen

Es gibt eben Mannschaften, die sind besser als Aue (zumindest momentan) - kannste machen was de willst, verlierste trotzdem.
Akzeptieren und volle Konzentration auf den nächsten Gegner.
GlückAuf

Blauer Hund vor 4 Wochen

Tatsächlich war es gut, dass keine Zuschauer gegen St. Pauli im Stadion waren.
Gut für alle Zuschauer und auch gut für die Mannschaft, denn nach dieser "Blamage", die ohne Männel deutlich höher ausgeht, hätte es ein zurecht gellendes Pfeifkonzert gegeben.
Das war von Einstellung und Taktik her eine schlimme Rückentwicklung.
Vielleicht sollte man auch nicht jeden Gegner in der PK starkreden, sondern auch mal eigene Stärken erwähnen.
Sonst ergibt sich die Mannschaft in Zukunft irgendwann nicht mehr jedesmal in den ersten Minuten, sondern womöglich schon vor dem Spiel!

Blauer Hund vor 4 Wochen

Wir sind uns sicherlich einig, dass uns bisher vor allem die funktionierende Doppelspitze und deren enorme Effektivität diesen Fast-Klassenerhalt ermöglicht haben.
Seit einigen Spielen hat sich unser Trainerteam allerdings entschlossen das zu ändern und wieder mit einem Ein-Mann-Sturm aufzulaufen.
Krüger zurückgezogen auf den linken Flügel mußte sich die Bälle aus der eigenen Abwehr holen.
Wie kommt man auf so einen Mist?
Wurde diese sinnlose Variante gegen Sandhausen zur Halbzeit noch geändert und führte dann mit Doppelspitze zum Sieg, fängt man in Regensburg und auch gegen Pauli wieder mit einer Spitze an.
Langsam muß man sich fragen, ob manche nicht erkennen wollen, dass eine Rückentwicklung zum Angsthasenfußball, auch eine Rückkehr zur Erfolglosigkeit ist!