Fußball | 2. Bundesliga Aue ohne Biss – Düsseldorf gewinnt verdient im Erzgebirgsstadion

16. Spieltag

Das war eindeutig zu wenig, was der FC Erzgebirge Aue gegen Fortuna Düsseldorf geboten hat. Die "Veilchen" ließen sich von den Rheinländern schnell den Schneid abkaufen und verloren mit 0:3. Aues Präsident Helge Leonhardt sprach danach von einem "Qualitätsunterschied". Nach der Niederlage rutscht Aue auf Rang acht, Düsseldorf mischt kräftig bei den Aufstiegsplätzen mit.

Düsseldorfs Kenan Karaman trifft per Kopf zum 0:2
Kenan Karaman trifft per Kopf zum 2:0 für Düsseldorf. Bildrechte: Picture Point/Sven Sonntag

Im Vergleich zum 1:2 in Paderborn nahm Aue-Coach Dirk Schuster nur eine Veränderung in der Startelf vor und brachte Dmitrij Nazarov für Jan Hochscheidt, der zunächst auf der Bank saß. Bei den Düsseldorfern tauschte Coach Uwe Rösler nach dem 0:0 bei Eintracht Braunschweig dreimal. Für Brandon Borrello, Kristoffer Peterson und Rouwen Hennings liefen Shinta Appelkamp, Dawid Kownacki und Wolfsburg-Neuzugang Felix Klaus aufs Feld.

Düsseldorf legt vor

Es schneite, auf die Spieler wartete ein schwer bespielbarer Boden. Die Düsseldorfer kamen insgesamt mit den Verhältnissen besser zurecht und zogen ihr Angriffsspiel auf. Bereits nach zwei Minuten rutschte Philipp Riese weg, Kenan Karaman hatte viel Platz und prüfte zum ersten Mal Martin Männel im Auer Kasten. Zwei Minuten später waren aber auch die "Veilchen" zur Stelle und verbuchten ihre einzige gute Möglichkeit in der ersten Hälfte. Clemens Fandrich spielte einen Sahnepass in den Sechzehner. Florian Krüger startete durch, scheiterte jedoch an F95-Torwart Florian Kastenmeier, der mutig herausstürzte und den Ball entschärfte. Danach kam aber von den Hausherren zu wenig, die Pace gaben die Rheinländer vor.

In der 24. Minute war es dann passiert, die Erzgebirger lagen in Rückstand. Nach Auer Ballverlust im Mittelfeld bediente Alfredo Morales seinen Kollegen Dawid Kownacki, der noch Männel umkurvte und locker einschob. Mit dem Vorsprung im Rücken ließ es sich für das Rösler-Team prima spielen, die Männer von Aue-Coach Schuster fanden dagegen keine Mittel. Die Hausherren ließen sich den Schneid abkaufen.

Bilder zur Partie zwischen Erzgebirge Aue und Fortuna Düsseldorf

Trainer Dirk Schuster, Erzgebirge Aue
Nach der Niederlage vergangene Woche gegen Paderborn wartete auf Aue-Trainer Dirk Schuster mit Fortuna Düsseldorf der nächste Brocken. Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag
Trainer Dirk Schuster, Erzgebirge Aue
Nach der Niederlage vergangene Woche gegen Paderborn wartete auf Aue-Trainer Dirk Schuster mit Fortuna Düsseldorf der nächste Brocken. Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag
Im Bild von links; Andre Hoffmann (3, Duesseldorf), Florian Krüger / Krueger (11, Aue) und Torwart Florian Kastenmeier (33, Duesseldorf).
Die Hausherren hatten früh die erste dicke Chance zur Führung. Nach Pass von Fandrich scheitert Florian Krüger an Gäste-Keeper Kastenmeier. Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag
Düsseldorfs Dawid Kownacki trifft zum 0:1
Doch die Fortuna erzielte das erste Tor. Nach 24 Minuten bediente Morales aus dem Mittelfeld den gestarteten Kownacki. Dieser umkurvte Aues Torwart Männel... Bildrechte: Picture Point/Sven Sonntag
Düsseldorfs Dawid Kownacki trifft zum 0:1 und jubelt mit den Teamkollegen
...und schob locker zum 1:0 ein. Bildrechte: Picture Point/Sven Sonntag
Dirk Schuster
Keine Überraschung - Dirk Schuster war not amused. Bildrechte: Picture Point/Sven Sonntag
von links; Steve Breitkreuz (12, Aue) und Torwart Florian Kastenmeier (33, Düsseldorf)
Aue war zwar bemüht, konnten die Gäste aber nicht so richtig in Verlegenheit bringen. Hier klärt Fortuna-Keeper Kastenmeier nach einer Ecke vor Steve Breitkreuz. Bildrechte: Picture Point, Sven Sonntag
Philipp Riese (17, Aue) musste verletzt ausscheiden
Kurz vor der Pause erwischte es dann Philipp Riese. Nach einem Zusammenprall mit Kevin Danso ging es für den Mittelfeldmann nicht mehr weiter. Für ihn kam Louis Samson. Bildrechte: Picture Point, Sven Sonntag
Aues Florian Ballas verletzt am Boden
Auch für Florian Ballas sah es zwischenzeitlich nicht gut aus. Bildrechte: Picture Point/Sven Sonntag
Aues Florian Ballas mit Physiotherapeutin und Teamarzt
Nach kurzer Behandlung konnte er jedoch weiter machen. Bildrechte: Picture Point/Sven Sonntag
Clemens Fandrich, Felix Klaus und Edgar Prib
Mitte der zweiten Hälfte drehten die Gastgeber noch einmal auf und wurden immer besser. Bildrechte: Picture Point/Sven Sonntag
Düsseldorfs Kenan Karaman trifft per Kopf zum 0:2
Doch Düsseldorf legte nach. In Minute 82 traf Kapitän Karaman im Nachsetzten per Kopf zum 0:2 - die Entscheidung. Der eingewechselte Thomas Pledl ließ kurz vor Schluss noch den dritten F95-Treffer folgen. Bildrechte: Picture Point/Sven Sonntag
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Fast der Auer Anschluss - Fortuna antwortet mit dem 3:0

Nach der Pause kamen die Gastgeber mit etwas mehr Schwung aus der Kabine, allein es fehlten die Ideen, eigene Chancen zu kreieren. Die Düsseldorfer dagegen spielten ihr Pensum gekonnt runter. In der 52. Minute hätte es im Auer Kasten klingeln können, aber der Schuss von Kownacki wurde von Männel großartig pariert. Beim anschließenden Eckball landete der Kopfball von Kevin Danso am Lattenkreuz und ging von da ins Aus. Durchatmen auf Seiten der Hausherren. Aber, die Uhr lief gnadenlos runter.

Clemens Fandrich, Felix Klaus und Edgar Prib
Aues Clemens Fandrich sucht die Lücke zwischen Felix Klaus und Edgar Prib. Bildrechte: Picture Point/Sven Sonntag

Acht Minuten vor Ultimo legten die Fortunen das 2:0 nach. Zunächst scheiterte Kristoffer Peterson an Männel, im Nachsetzen staubt dann Karaman per Kopf ab. Das schien die Entscheidung zu sein, doch das Schuster-Team hatte doch noch einen auf Lager. Wenig später köpfte Steve Breitkreuz an die Querlatte des Düsseldorfer Gehäuses. Fast der Anschlusstreffer, das hätte noch einmal Spannung gebracht. Doch die Rheinländer ließen sich nicht beirren und erzielten durch den eingewechselten Thomas Pledl das 3:0 (89.). Die zweite Heimniederlage für Aue war besiegelt.   

Das sagten die Trainer:

Uwe Rösler (Fortuna Düsseldorf): "Riesenkompliment an meine Mannschaft, wie sie die Wetterbedingungen angenommen haben. Wir haben trotzdem versucht, mutig rauszuspielen. Das zweite Tor hätte aber eher kommen müssen. Über die Art und Weise war ich sehr zufrieden."

Dirk Schuster (FC Erzgebirge Aue): "Wir haben mehr oder weniger die Assists zu den drei Toren geliefert. Das ist eine Sache, wo ich sage, das kann ein Spiel schon kaputt machen."

jmd

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 16. Januar 2021 | 14:00 Uhr

28 Kommentare

Gernot vor 45 Wochen

Nun mal schön entspannt bleiben...... Fortuna war nun mal eine Nummer zu groß. Das Ziel von Aue ist mit Sicherheit nicht der Kampf mit den Großen der Liga um den Aufstieg zu kämpfen. Erzgebirge Aue ,ein Verein der sich in der 2. Liga auf Dauer etabliert - das ist doch für den Verein und die Region mit den vorhandenen überschaubaren Gegebenheiten eine super Sache und Leistung! Vorbild für ganz Mitteldeutschland! Ich drücke euch für den weiteren Weg beide Daumen.

sportspecker vor 45 Wochen

Ich bin irgendwann eingeschlafen. Hilflose Wismut- Kumpel, die gegen die Zweikampfhärte der Düsseldorfer nichts entgegen zusetzen hatten. Hier wird auch wieder klar, dass uns Alternativen auf der Bank fehlen. Unsere Spieler müssen Woche für Woche, die Knochen hinhalten, während andere Mannschaften gleichwertig Anfangsformen wechseln können. Ideen, Saft und kraftlos, wirkte die ganze Truppe. Ich habe Düsseldorf nicht Stark gesehen, sondern der Kumpelverein hat sich nach Paderborn und Regensburg, ein weiteres Mal blamiert. Wie beschrieben, bin ich zwischendurch eingeschlafen, vielleicht habe ich die guten Szenen verpasst. Chance von Steve Breitkreuz, fast wie früher, da waren die Dinger drin. Schade für ihn, hätte es ihm gegönnt. Glück Auf, hoffen wir auf nen Dreier in Osnabrück. Wir gehen jetzt Skilaufen 😉

Nur Wismut Aue vor 45 Wochen

Wieso ? Der Anspruch ist der Erhalt der 2. Bundesliga. Und das entspricht der Wirklichkeit. Also nicht rumlappen. Da kenne ich andere Truppenteile im Sendegebiet. Die wollen mehr sein, schaffen es (zum Glück) nicht.