Fußball | 2. Bundesliga Nächste Pleite: Erzgebirge Aue verpasst gegen Düsseldorf Befreiungsschlag

6. Spieltag

Der FC Erzgebirge Aue steht vor einer extrem schweren Zweitliga-Saison. Auch im sechsten Saisonspiel gab es keinen Sieg. Gegen Düsseldorf kamen die Sachsen nicht über gute Ansätze hinaus und verloren am Ende 0:1 (0:1). Ein ganz frühes Tor war dennoch drin.

Nicolas Kühn enttäuscht
Enttäuschung bei Aues Nicolas Kühn Bildrechte: IMAGO / Jan Huebner

Zweitligist FC Erzgebirge Aue hat den dringend benötigten Befreiungsschlag verpasst. Statt des erhofften ersten Saisonsiegs im siebten Pflichtspiel gab es am Sonntag ein 0:1 gegen Fortuna Düsseldorf. Das neuformierte Team des neuen Trainers Aliaksei Shpileuski bemühte sich, blieb offensiv aber erneut zu harmlos. Aue bleibt mit bislang nur zwei Treffern und drei Punkte weiter Schlusslicht.

Kühn mit einer Top-Chance nach Sekunden

Die Partie begann vor 6.047 Zuschauern furios, hätte aus Sicht der Gastgeber aber sogar noch furioser beginnen können. Wenn Nicolas Kühn, den Trainer Shpileuski überraschend aus dem Hut gezaubert hatte, nach 15 Sekunden (!) die Chance alleine vor Keeper Florian Kastenmeier genutzt hätte. Aber der zuvor verletzte Rechtsaußen scheiterte nach einem schönen Zuspiel von Antonio Mance am Schlussmann.

Ao Tanaka (Düsseldorf, 4) und Antonio Mance (Aue, 37) im Zweikampf
Antonio Mance (Mi.) war vor der Pause einer der auffälligsten Auer Bildrechte: IMAGO / Jan HuebnerIMAGO / Jan Huebner

Starke erste 25 Minuten

Aue im 3-5-2-System war zunächst sehr gut im Spiel. Düsseldorf, auf fünf Positonen verändert, hatte zunächst alle Hände voll zu tun. Ein wegen Abseits und Sichtbehinderung von Torwart Martin Männel nicht gegebenes Tor von Ao Tanaka (24.) sorgte dann für Auftrieb bei den Gästen. Fünf Minuten später holte Felix Klaus einen Foulelfmeter heraus, weil er einen zu risikoreichen Abwehrversuch von Philipp Riese zum Fallen nutzte. Rouwen Hennings traf per Chip-Ball fast in die Mitte - Männel hätte fast noch gerettet (29.). Er ist ja ein Elfmeter-Töter. Danach war es bis zur Pause eine ausgeglichene Partie.

Rouwen Hennings (Düsseldorf, Nr.28) überwindet Torhüter Martin Männel (Aue) per Elfmeter zum 0:1.
Rouwen Hennings (Nr. 28) trifft per Foulelfmeter zum 0:1 Bildrechte: IMAGO / Kruczynski

Torgefahr fehlt nach der Pause

Antonio Mance FC Erzgebirge Aue re., frustriert
Frust beim FCE Bildrechte: imago images/Eibner

Aue startete spritzig in Hälfte zwei. Wie schon zu Spielbeginn ging es immer wieder schnell nach vorne. Was aber erneut fehlte, war die Torgefahr. Es gab praktisch nur einen Kopfball von Joker Babacar Gueye, den Kastenmeier entschärfte (53.). Die Torgefahr strahlten nach dem Wechsel zunehmend die Gäste aus. Das 0:2 lag mehrmals in der Luft. So zum Beispiel bei einem Konter über Khaled Narey (80.) oder einem Kopfball von Christoph Klarer (89.).

Pfiffe im Erzgebirge

Shpileuski versuchte personell viel, es gab auch viel Ballbesitz und viele gewonnene Zweikämpfe, doch es fehlte einfach die Durchschlagskraft. Ganze zwei richtige Torschüsse kamen zustande. Am Ende gab es kaum noch Kombinationen, die "Veilchen" setzten vergeblich auf den "Lucky Punch". Beim Schlusspfiff waren etliche Pfiffe zu vernehmen, die Lage im Erzgebirge bietet zunehmend Konfliktpotenzial.

Aleksey Shpilevski (Aue, Trainer) gibt Anweisungen
Aues Trainer Aliaksei Shpileuski trieb sein Team nach vorne Bildrechte: IMAGO / Jan Huebner

Das sagten die Trainer

Christian Preußer (Düsseldorf): "Man hat uns nach dem Abpfiff angemerkt, dass große Erleichterung da ist – dieses Gefühl beschreibt die Gemütslage wohl am besten. Wir haben unsere Zeit gebraucht, um ins Spiel zu kommen, und ich bin froh, dass wir dank unseres guten Torwarts nicht schon früh in Rückstand geraten sind. Gegen Mitte der ersten Hälfte hatten wir dann mehr Spielkontrolle und in der zweiten Halbzeit hätten wir das 2:0 machen müssen. Insgesamt war es ein verdienter Sieg, der für den weiteren Saisonverlauf sehr wichtig sein kann. Wir haben die Unterstützung der mitgereisten Fans gespürt – das hat uns sehr geholfen."

Aliaksei Shpileuski (Aue): "Wir sind sehr enttäuscht, denn wir haben diese Niederlage nicht verdient. Wir hätten nach wenigen Sekunden in Führung gehen können. Hätten wir diese 1000-prozentige Chance genutzt, hätte das Spiel einen anderen Verlauf nehmen können. Trotz der Niederlage habe ich heute unser bestes Saisonspiel gesehen. Es klingt paradox, weil wir wieder ohne Punkte dastehen, aber ich bin mit der Entwicklung der Jungs zufrieden. Ich habe Verständnis für die Ungeduld der Fans, die Punkte sehen wollen, aber unser Prozess braucht noch ein bisschen Zeit."

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cke

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 12. September 2021 | 15:30 Uhr