Fußball | 2. Bundesliga "Letzte Chance" vertan: Erzgebirge Aue unterliegt Hannover 96

29. Spieltag

Der FC Erzgebirge Aue hat die selbst genannte "letzte Chance" auf eine Aufholjagd im Abstiegskampf der 2. Bundesliga gegen Hannover 96 nicht genutzt. Nikola Trujic sorgte im zweiten Durchgang nur für kurze Hoffnung.

Im Bild von vorn: Ben Zolinski (31, Aue), Torhüter Ron-Robert Zieler (16, Hannover).
Aues Ben Zolinski gegen Hannovers ehemaligen Nationalkeeper Ron-Robert Zieler Bildrechte: PICTURE POINT/S. Sonntag

Der FC Erzgebirge Aue muss sich nun wohl endgültig mit dem Abstieg aus der 2. Bundesliga anfreunden. Am Samstag verloren die Veilchen das von Trainer Pavel Dotchev als "letzte Chance" bezeichnete Heimspiel gegen Hannover 96 mit 1:3 (0:2). Fünf Partien vor Saisonende beträgt der Abstand auf den Relegationsplatz 16 satte neun Punkte. Der könnte sogar noch steigen, wenn der Liga-16. Dynamo Dresden am Sonntag in Sandhausen punktet.

Vor 6.196 Zuschauern sah sich Aue gleich druckvollen Gästen gegenüber. Und nach deren zweiter Eck hieß es 0:1: Ben Zolinski hatte den Standard von rechts unfreiwillig verlängert und am langen Pfosten köpfte Julian Börner vor seinem Auer Innenverteidigerkollegen Malcolm Cacutalua ein (3.). Zunächst war unklar, wer am Ende von den beiden die Kugel über die Linie drückte.

Tor für Hannover. Julian Börner / Boerner (links, 31, Hannover) trifft zum 0:1
Nach einer Ecke kassierte Aue bereits früh (3.) das 0:1. Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag

0:2 nach 25 Minuten

Und es kam noch schlimmer: Nach Pass des Ex-Erfurters Sebastian Stolze überwand Angreifer Hendrik Weydandt Martin Männel im zweiten Versuch (24.). Der Treffer wurde nach Videocheck gegeben, es war kein Abseits beim Pass. Aue brauchte, um den Rückstand zu verarbeiten. Als Regen und etwas Hagel einsetzten, kamen die Gastgefber dann aber auch zu gefährlichen Aktionen: Die beste war ein Schuss des bei Hannover geborenen Rechtsaußen Nicolas Kühn, der nur knapp drüber rauschte (34.).

Hannovers Sebastian Kerk trifft zum 1:3 gegen Malcolm Cacutalua und Torwart Martin Männel
Das 1:3 durch Sebastian Kerk (li.), Malcolm Cacutalua (Mi.) fälschte noch ab. Bildrechte: Picture Point

Kerk antwortet Trujic

Nach der Pause zeigte Kühn gleich wieder sein Schussvermögen – wieder nur knapp drüber (47.). Aue hatte weiterhin satte 70 Prozent Ballbesitz, Hannover agierte sehr passiv. Und das wurde bestraft: Nach Flanke von Anthony Barylla lief der eingewechselte Nikola Trujic ein und besorgte das 1:2 (54.).

Nun wackelten die Niedersachsen, die in den vergangenen fünf Pflichtspielen nur einen Punkt geholt hatten. Aue konnte dies aber nicht zu einem weiteren Treffer nutzen. Dann kam Hannover wieder einmal zu einem Nadelstich, und Sebastian Kerl traf von links aus spitzem Winkel zur Vorentscheidung (75.). Weil Cacutalua noch abfälschte, blieb Martin Männel ohne Chance. Nun war beim FCE der Stecker gezogen.

Aue-Trainer Pavel Dotchev: "Das war es"

Pavel Dotchev (Trainer und Sportchef Aue): "Ich denke, das war es. Da brauchen wir jetzt gar nicht zu versuchen, es immer wieder schönzureden. Das ist jetzt Tatsache. Und ich denke schon, dass wir uns jetzt mit dieser Situation konfrontieren müssen. Es ist nicht schön, aber es gleichzeitig auch die Chance für einen Neuanfang. Wir brauchen jetzt gar nicht mehr drumherum zu reden. Heute war wieder so ein Spiel, wo Du als Trainer draußen sitzt und denkst: 'Wie geht das?'"

Pavel Dotchev 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach dem 1:3 im Spiel der "letzten Chance" gegen Hannover 96 gab Aues Trainer und Sportchef Pavel Dotchev zu, dass der Abstieg aus der 2. Bundesliga damit praktisch besiegelt ist.

Sa 09.04.2022 16:40Uhr 01:10 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-pavel-dotchev-nach-aue-hannover-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Pavel Dotchev 1 min
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1 min

Nach dem 1:3 im Spiel der "letzten Chance" gegen Hannover 96 gab Aues Trainer und Sportchef Pavel Dotchev zu, dass der Abstieg aus der 2. Bundesliga damit praktisch besiegelt ist.

Sa 09.04.2022 16:40Uhr 01:10 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-pavel-dotchev-nach-aue-hannover-100.html

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Video
Sören Gonther, Verteidiger Erzgebirge Aue 1 min
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Sören Gonther, Verteidiger Erzgebirge Aue 1 min
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Christoph Dabrowski (Trainer Hannover 96): "Es wurde auch Zeit,, mal wieder einen Dreier zu holen. Wir haben letzte Woche schon die Niederlagenserie durchbrochen, aber der Auswärtssieg heute war enorm wichtig. Natürlich auch sehr wichtig für die Psyche und für die Gesamtsituation. Es war am Ende auch verdient, auch wenn wir in der 2. Halbzeit gegen eine stark aus der Halbzeit kommende Auer Mannschaft Probleme hatten, aber am Ende zählt der Dreier, und darüber bin ich sehr glücklich."

Christoph Dabrowski 1 min
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Christoph Dabrowski 1 min
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cke

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Dominik Reimann
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Tim Walter
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 09. April 2022 | 16:00 Uhr

58 Kommentare

normaler Zeitgenosse vor 34 Wochen

Alles richtig Schachter,nur die Fehler begannen schon eher mit Projekt 23 von Leo!!!,was Schuster korrigieren wollte und ausgebremst wurde.

Die gesamten älteren Spieler alle über 30 (viele deutlich darüber) sind nicht mehr entwicklumgsfähig,zu satt und absolut zu teuer....hat in Aue eine Weiterentwicklung der Mannschaft unmöglich gemacht.

Mit diesem völlig falsch zusammengestellten Kader und viel zu vielen teuren Spielern in der Liga zu bestehen war gar nicht möglich.

Und Leo hat dann als Alleinverantwortlicher mit seinen eingesetzten Leuten nur noch gepokert und sich verzockt.

Wer glaubt Aue lag oder liegt bei den Spielergehältern am Ende der 2.Liga liegt falsch,der Anteil der überalterten und dadurch zu teuren Profis ist absolut zu hoch und blockt Entwicklung und verbrennt Geld.

2020/21 ist Greuther Fürth mit einem geringeren Etat ,wie Aue ...aber trotzdem mit top zusammengestellten Kader aufgestiegen.

3.Liga....heißt Neuanfang mit klaren Konzept /Totalschnitt...Wer ???


Schachter69 vor 34 Wochen

Als Vereinsmitglied ist es nur bitter und frustrierend mit ansehen zu müssen, was in dieser Saison aus unserer Mannschaft gemacht wurde. Und vieles davon ist hausgemacht. Das fing zu Saisonbeginn schon mit der Trainerauswahl an und die spätere Interimslösung mit Marc Hensel war aus meiner Sicht ein Fehler. Ein völlig neuer Trainer hätte nach dem Rauswurf von Spilewski genug frischen Wind in die Mannschaft bringen können, um das Team auf Kurs zu bringen und eine andere Spielweise, zu der man dann auch personell in der Lage ist, auf den Platz zu bringen.
Die personelle Zusammenstellung der Mannschaft war der nächste Knackpunkt. Leistungsträger wurden quasi vergrault und gleichwertiger Ersatz wurde selbst dann nicht in der Winterpause noch geholt. Die Leistungen eines jeden Spielers, der in dieser Saison unser Trikot trug, müssen knallhart analysiert werden und auch entsprechende Folgen haben. In der jetzigen Lage darf keine Rücksicht auf Verdienste in früheren Jahren genommen werden.

oldie68 vor 34 Wochen

Nein Dreissiger . Zwickau entfacht ein Feuer 🔥 im Unterholz ,am Ende ist Chemie Geschichte.
Dann das ewige Pokalfinale Chams gegen Zwicke .Das Ende ist meist wie einst .

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