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Fußball | 2. BundesligaAue verliert Abschiedsvorstellung, zeigt aber Mentalität33. Spieltag

Stand: 08. Mai 2022, 15:53 Uhr

Erzgebirge Aue hat sein vorerst letztes Heimspiel in der 2. Bundesliga zwar verloren, aber endlich die Einstellung gezeigt, die die Mannschaft solange durch die Liga getragen hat.

Irgendwie war am Ende alles wie immer: Erzgebirge Aue stand nach dem 0:3 (0:0) gegen Werder Bremen zum 20. Mal in dieser Saison mit leeren Händen da. Und trotzdem konnten die "Veilchen" nach diesem Spiel stolz sein. Zwei Treffer kassierte der Absteiger erst in der Nachspielzeit und einer schlimmen Verletzungsunterbrechung.

Schwere Kopfverletzung überschattet das Spiel

Auch deshalb war das Ergebnis am Ende nebensächlich. Abwehrspieler Dirk Carlson musste nach einem Zusammenprall mit seinem Teamkollegen Owusu minutenlang behandelt und später vom Platz getragen werden. Seine ausgestreckte Hand als Zeichen, dass es ihm gut gehe, war aus Auer Sicht der Glücksmoment bei der Abschiedsvorstellung. Favorit Werder Bremen sicherte sich vor mehr als 12.000 Zuschauern verdient den Sieg und kann die direkte Rückkehr in die Bundesliga am letzten Spieltag klar machen.

Sechs sinnvolle Wechsel

Nach dem 0:6-Debakel in Darmstadt rotierte Trainer Pavel Dotchev auf sechs Positionen. Barylla, Gonther, Cacutalua, Strauß und Trujic fanden sich auf der Bank wieder, Messeguem konnte verletzt nicht mitmischen.

Und Aue zeigte von der ersten Minute ein anderes Gesicht. Schon nach dem ersten Angriff jubelten die Fans. Tom Baumgart hatte den Ball über die Linie gedrückt, wurde aber zurück gepfiffen, weil Passgeber DImitrji Nazarov im Abseits stand.

Tor? Denkste! Tom Baumgarts Treffer zählt nicht. Bildrechte: IMAGO/Nordphoto

Aue frech und mutig

Bremen bekam aber zu spüren, dass es kein Selbstläufer werden würde. Auch der Plan, den Widerstand mit einem frühen Tor zu brechen, ging schief, weil Aue griffig und bissig verteidigte und endlich die Tugenden auf den Platz brachte, die die Mannschaft so viele Jahre in der 2. Bundesliga ausgezeichnet hatte.

Aue lässt nur zwei gute Chancen zu

So kamen die spielerischen Qualitäten der Gäste nicht zum Tragen. Nur zwei Mal drohte Gefahr, doch der Heber von Top-Torjäger Marvin Ducksch segelte über das Tor und Romano Schmid wurde beim Abschluss noch energisch von Florian Ballas gestört. Insgesamt spielte Werder aber zu ungenau. Aue setzte stattdessen auf schnelle Abschlüsse, die mit Ausnahme des Nazarov Knallers aber nicht wirklich gefährlich waren.

Friedls Tor als Dosenöffner

Torschütze Marco Friedl jubelt über das 1:0. Bildrechte: IMAGO/Nordphoto

Nach der Pause traf Bremen schnell zur Führung. Nach einem Doppelpass auf der rechten Seite bediente der gebürtige Leipziger Leonardo Bittencourt Marco Friedl, der aus Nahdistanz einschob. "Das war der Dosenöffner", freute sich Bittencourt, der Mitleid mit Aue hatte: "Der Abstieg für Aue tut mir weh. Als ich 2011 hier war, sah alles noch anders was. Wahnsinn, was aus diesem Verein geworden."

Aue muss sich in der 3. Liga neu sammeln, zeigte gegen Bremen aber über weite Strecken, wie es gehen kann und blieb das gesamte Spiel über leidenschaftlich. Der Zusammenprall zwischen Carlson und Owusu stand symbolisch für den Einsatz und das Pech, was Aue begleitet. Dass es in der Nachspielzeit so deutlich wurde, war am Ende ärgerlich, mehr aber auch nicht. Werder-Stürmer Füllkrug ehrlich: "Es war schwerer, als es das Ergebnis aussagt."

Aues Dirk Carlson wird vom Platz getragen. Er zog sich bei einem Zusammenprall eine Kopfverletzung zu. Bildrechte: IMAGO/Jan Huebner

Das sagten die Trainer

Ole Werner (Bremen): "Es war ein hartes Stück Arbeit. Die Mannschaft hat Moral bewiesen, hat mental stand gehalten und in den entscheidenden Momenten die Tore gemacht. Wir freuen uns sehr über diesen Sieg, müssen aber nächste Woche gegen Regensburg nachlegen. Jetzt fängt die Arbeit wieder an. Wir haben keine Zeit, uns zurück zu lehnen. Das 1:0 war nach der Halbzeit extrem wichtig. Wir hatten in den ersten Halbzeit Probleme, gute Chancen zu erarbeiten und sind in den einen oder anderen Konter gelaufen."

Pavel Dotchev (Aue): "Das Ergebnis ist viel zu hoch. Die Leistung meiner Mannschaft war sehr ordentlich. Wir haben das gut gemacht. Das Anlaufen hat sehr viel Kraft gekostet. Es war viel Aufwand. Zum Schluss haben uns die Kräfte gefehlt. Nach den Wechseln haben wir bisschen die Linie verloren. Nach dem Zusammenprall war die Konzentration nicht mehr so da, dass war aber verständlich. Ich freue mich über die Reaktion nach dem Spiel in Darmstadt. Schade, dass das Ergebnis zu hoch ist. Es herrscht viel Enttäuschung und Leere. Wir müssen diese Woche sehr fokussiert arbeiten und versuchen, das Spiel in Dresden zu gewinnen. Danach werden wir versuchen eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen, damit wir mehr Freude mit Erzgebirge Aue haben werden."

von Sanny Stephan

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 08. Mai 2022 | 16:00 Uhr

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