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Der 1. FC Magdeburg jubelt nach dem Coup gegen Aufstiegsfavorit Hamburger SV. Bildrechte: IMAGO/Jan Huebner

Fußball | 2. Bundesliga1. FC Magdeburg gewinnt dramatisch beim Hamburger SV und verlässt die Abstiegszone13. Spieltag

Stand: 24. Oktober 2022, 12:40 Uhr

Besser hätte sich Magdeburgs Trainer Christian Titz seine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte nicht vorstellen können. In einem bis zum Schluss an Dramatik kaum zu überbietenden Spiel gegen den Favoriten Hamburger SV schaffte der FCM einen sensationellen 3:2 (1:0)-Sieg und verlässt damit die Abstiegsplätze.

Bei seiner Rückkehr nach Hamburg konnte Magdeburgs Trainer Christian Titz wieder auf seinen zuletzt angeschlagenen Stammkeeper Dominik Reimann bauen. Zudem rückten Mohammed El Hankouri und Connor Krempicki für den ehemaligen HSV-Profi Tatsuya Ito und Luca Schuler ins Team. Kapitän Amara Condé saß erneut nur auf der Bank. Hamburgs Coach Tim Walter musste unter anderem den Ausfall des rotgesperrten Kapitän Sebastian Schonlau kompensieren.

El Hankouri bringt effektive Magdeburger in Führung

Der HSV übernahm früh die Spielkontrolle und presste den FCM in die eigene Hälfte. Diese Druckphase überstand Magdeburg schadlos und setzte, wie von Titz im Vorfeld gefordert, nach 11. Minuten die erste "Spitze". Baris Atik lief zentral auf den Sechzehner zu und steckte per Außenrist auf El Hankouri durch. Der Sommerneuzugang vollendete vor 54.000 Zuschauern – darunter 8.000 FCM-Anhänger – aus spitzem Winkel ins linke Eck. Begünstigt durch Hamburger Fehler im Spielaufbau boten sich El Hankouri binnen drei Minuten zwei weitere gute Einschussgelegenheiten (13./16.). Und auch im Anschluss bestimmte Magdeburg das Geschehen. Vor allem der spielfreudige Atik war mit temporeichen Dribblings am Strafraum stets ein Unruheherd.

Mohammed El Hankouri trifft nach sauberer Vorarbeit von Baris Atik zur Führung für den 1. FC Magdeburg. Bildrechte: IMAGO/Eibner

Hamburg hatte dagegen Mühe, seinen Rhythmus zu finden. Zwar verbuchten die Hanseaten deutlich mehr Ballbesitz, zündende Ideen im Offensivspiel fehlten aber. Zudem stand der FCM taktisch sehr diszipliniert und ließ kaum Chancen zu. Nach einer halben Stunde wurde der Gastgeber dann etwas stärker und näherte sich durch William Mikelbrencis 22-Meter-Hammer, der nur knapp über die Latte strich, dem Tor an (39.). Auch Jonas Mefferts Schlenzer strahlte Gefahr aus (43.). Insgesamt fehlten dem HSV aber Präzision und Durchschlagskraft, um Reimann im FCM-Kasten ins Schwitzen zu bringen.   

Atik erhöht - Königsdörffer antwortet

Auch in Hälfte zwei begann der HSV dominant, doch erneut stellte Magdeburg das Spielgeschehen auf den Kopf. Herbert Bockhorn legte am rechten Strafraum sehenswert per Hacke auf Piccini ab, der Atik per Schnittstellenpass auf links bediente. Dessen halbhoher Abschluss landete unhaltbar für HSV-Schlussmann Daniel Heuer Fernandes im rechten Eck (51.). Walter reagierte mit einem Dreifachwechsel, brachte unter anderem Robert Glatzel und wurde kurz darauf belohnt. Ludovit Reis drang über die rechte Seite in den Strafraum ein und legte quer in die Mitte, wo Ransford-Yeboah Königsdörffer nur noch den Fuß hinhalten musste (58.).

VAR erkennt Ausgleich ab

Silas Gnaka trifft ins eigene Tor, kurz darauf wird der Treffer aber zurückgekommen. Bildrechte: IMAGO/Jan Huebner

Hamburg ließ nun Angriff um Angriff rollen und dominierte nach Belieben. Drei Minuten nach dem Anschlusstreffer zappelte der Ball erneut im Netz, nachdem Silas Gnaka einen von Reimann abgewehrten Glatzel-Schuss unglücklich ins eigene Tor befördert hatte. Königsdörffer hatte den Ball dabei noch abgefälscht und stand im Abseits. Schiri Harm Osmers nahm den Treffer nach Intervention des Videoassistenten zurück (64.). Es blieb in der Folge ein Spiel auf ein Tor. Im Minutentakt prüften Kittel und Co. Reimann im Kasten des FCM. Auf der Gegenseite verpasste der eingewechselte Schuler in einem der seltenen Entlastungsmomente das 3:1, als er sich den Ball mit der Brust zu weit vorlegte (75.).

Dramatik pur in der Schlussphase

Julian Rieckmann wird von seinen Mannschaftskollegen nach dem 3:1 unter einer Jubeltraube begraben. Bildrechte: IMAGO/Jan Huebner

Die Schlussphase glich einer Abwehrschlacht. Der HSV warf alles nach vorne und hatte den Ausgleich mehrfach auf dem Fuß. Als der eingewechselte Julian Rieckmann nach guter Vorarbeit von Krempicki zwei Minuten vor Schluss ins linke Eck traf, schien die Partie endgültig zugunsten des FCM entschieden. Der beim HSV kurz zuvor ebenfalls neu ins Spiel gekommene Tom Sanne brachte das Adrenalinlevel mit seinem Kopfballtreffer in der dritten Minute der Nachspielzeit auf einen kaum noch für möglich gehaltenen Höhepunkt. Wenige Sekunden vor Schluss musste Gnaka auf der Linie klären, ehe Reis' Abschluss nur an die Latte ging (90.+6). Dann war der FCM erlöst und der Coup perfekt.

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jsc

Das sagten die Trainer

Christian Titz (Magdeburg): "Wir waren sehr diszipliniert und sind gut in die Partie gekommen. In der zweiten Halbzeit war es ein heißes Spiel mit Glück für uns am Ende. Ich habe gehofft, dass wir es wegverteidigt bekommen. Aber wir haben uns belohnt, nachdem wir in den letzten Wochen stark gebeutelt waren. Für mich war es ein ganz wichtiger Sieg. Gerade hier beim HSV, der stärksten Mannschaft der Liga."

Tim Walter (Hamburg): "Wir kassieren in den letzten Wochen zu viele Gegentore und machen zu viele leichte Fehler. Wir schenken die Bälle zu einfach her. Das ist dann einfach schlecht. Im Umkehrschluss haben wir vorne genug Torchancen gehabt. Das ist kläglich. Das Momentum ist nicht auf unsere Seite. Das müssen wir uns wieder zurückholen und unserem Anspruch gerecht werden. Alle müssen zurück zu den Basics und konsequenter in ihren Aktionen sein. Dann dreht sich das Blatt auch wieder."

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 23. Oktober 2022 | 11:30 Uhr

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