Fußball | 2. Bundesliga Aue erkämpft sich Punkt in Hannover

7. Spieltag

Erzgebirge Aue hat einen wichtigen Zähler eingefahren. Die "Veilchen" rangen Hannover 96 am Samstag dank einer kämpferisch einwandfreien Leistung ein torloses Unentschieden ab. Dabei gingen die Hannoveraner über die komplette Spielzeit mehr als fahrlässig mit ihren zahlreichen Chancen um.

Im Bild von links - Dominik Kaiser (13, Hannover) und Ben Zolinksi (31, Aue).
Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag

Aues Trainer Dirk Schuster veränderte seine Startelf im Vergleich zum 1:1 gegen Holstein Kiel auf zwei Position. Für den erkrankten Louis Samson rückte Florian Ballas in die Mannschaft. Da sich Steve Breitkreuz beim Aufwärmen an der Wade verletzte, kam Ognjen Gnjatic kurzfristig auf der Position des Linksverteidigers zum Einsatz. Sturm-Hoffnung Florian Krüger, der erst am Donnerstag seinen Vertrag im Lößnitztal vorzeitig verlängert hatte, agierte im 3-2-3-2-Aufgebot gemeinsam mit Pascal Testroet wie zuletzt im Angriffszentrum.

Muntere erste Hälfte mit Chancen auf beiden Seiten

In einer intensiven Anfangsphase verzeichnete der Gastgeber aus Hannover die erste gute Möglichkeit. Nach einem Steilpass von Dominik Kaiser lief Marvin Ducksch im Sechzehner frei auf Aue-Keeper Martin Männel zu, der den zu zentral angesetzten Schuss aber souverän blocken konnte (5.). Im Anschluss übernahmen die 96er zunehmend die Spielkontrolle. Aue agierte abwartend, kam über Kontersituationen aber immer wieder gefährlich nach vorne. Nach 27. Minuten war es auf Seiten der Hausherren aber erneut Ducksch, der Männel mit einem Schuss aus kurzer Distanz prüfte.

Ab der 30. Minute kamen die Gäste aus Sachsen immer besser in die Partie. Krüger wurde von Testroet mit einem klasse Steckpass im Strafraum bedient, fand seinen Meister aber in 96-Schlussmann Michael Esser (32.). Auch in der Folge gab es auf beiden Seiten gute Möglichkeiten zur Führung: Duckschs dritter Abschluss rauschte nur Zentimeter am rechten Pfosten vorbei (35). Für Aue verzeichneten Philipp Riese und Tom Baumgart zwei dicke Chancen aus der Distanz (37./39.). Das Unentschieden zur Pause spiegelte den ausgeglichenen Spielverlauf wieder.

Im Bild von vorn - Philipp Riese (17, Aue) und Genki Haraguchi (10, Hannover).
Aues Philipp Riese (li.) im Laufduell mit Genki Haraguchi. Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag

Ducksch und Co. ohne Zielwasser

Mit Wiederanpfiff stand erneut Ducksch im Mittelpunkt. Hannovers Stürmer setzte die Kugel nach einer Flanke jedoch aus zehn Metern am langen Eck vorbei. Auf der Gegenseite wurde Aues Ben Zolinski im rechten Strafraumeck gut in Szene gesetzt und schoss die Kugel ans Außennetz (55.). Die Hannoveraner, mit deutlich mehr Ballbesitz, verzeichneten auch in der Folge die besseren Aktionen. Einzig der Ball wollte nicht im Tor landen: Sowohl Hendrik Weydandt als auch Ducksch mit seiner fünften (!) Großchance fanden ihren Meister in Männel.

Die Veilchen brauchte eine gute Weile, um sich aus der Umklammerung zu befreien, kamen ab der 65. Minute aber wieder etwas besser in die Partie: Testroet probierte es aus der Distanz (67.), im Anschluss lief sich Zolinski trotz viel Freiraum im Sechzehner fest. Das Spiel blieb zäh und durch viele Unterbrechungen geprägt: Sowohl Niklas Hult als auch Zolinski mussten angeschlagen ausgewechselt werden. In der Schlussphase drängte 96 auf den goldenen Treffer und agierte nach Baumgarts Gelb-Roter Karte sogar in Überzahl (85.). Am Ende rettete Aue das Unentschieden aber mit einer kämpferisch einwandfreien Leistung über die Zeit.

Leonhardt 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sport im Osten Sa 07.11.2020 16:30Uhr 03:10 min

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Das sagten die Trainer

Dirk Schuster (Aue): "Ich denke, es ist ein Punkt, den wir uns mit allem was wir haben, erkämpft haben. Ich bin ein bisschen stolz, wie wir die letzten zehn Minuten inklusive Nachspiel mit einem Mann weniger das Ergebnis über die Runden gebracht haben. Wie wir noch einmal an die Grenze der Leistungsfähigkeit gegangen sind, war top."   

Kenan Kocak (Hannover): "Wir haben gegen eine massive Mannschaft gespielt, die mit Mann und Maus verteidigt. Mit unseren zahlreichen Torchancen sind wir sehr kläglich umgegangen. Wenn du Tore nicht machst, kannst du auch nicht gewinnen. Es ist aber noch nichts verloren, wir sind erst am Anfang der Runde. Wir hatten einen großen Umbruch hinter uns und arbeiten gerne mit der Mannschaft zusammen."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 07. November 2020 | 16:30 Uhr