Fußball | 2. Bundesliga "Veilchen" im Abseitspech: Aue erlebt bitteren Nachmittag in Kiel

23. Spieltag

Vom Abseitspech verfolgt und am Ende auch noch ein unnötiges Gegentor geschluckt. Erzgebirge Aue hat am Samstag einen Nachmittag zum Vergessen erlebt. Gegen Aufstiegsanwärter Holstein Kiel spielte die Elf von Dirk Schuster lange richtig gut mit, verlor am Ende aber unglücklich mit 0:1 (0:0).

Niklas Hauptmann und Dimitrij Nazarov
Bildrechte: Picture Point

Dirk Schuster blieb seiner Startelf im Vergleich zum jüngsten Erfolg gegen Bochum weitestgehend treu. Einzig Steve Breitkreuz rückte nach seiner abgesessenen Sperre für Jan Hochscheidt (muskuläre Beschwerden) ins Team. In der Defensive erhielten Gaetan Bussmann und Louis Samson erneut das Vertrauen.

Holstein Kiel - Erzgebirge Aue in Bildern

Spielerkreis Erzgebirge Aue
Auswärtsfahrt nach Kiel: Nach dem Erfolg gegen Bochum am vergangenen Spieltag machten sich die "Veilchen" berechtigte Hoffnungen, auch dem nächsten Aufstiegsanwärter ein Bein zu stellen. Bildrechte: Picture Point
Spielerkreis Erzgebirge Aue
Auswärtsfahrt nach Kiel: Nach dem Erfolg gegen Bochum am vergangenen Spieltag machten sich die "Veilchen" berechtigte Hoffnungen, auch dem nächsten Aufstiegsanwärter ein Bein zu stellen. Bildrechte: Picture Point
Niklas Hauptmann und Dimitrij Nazarov
Beide Teams begannen mit offenem Visier. Dimitrij Nazarov (re.) kämpft im Laufduell gegen Niklas Hauptmann um das Spielgerät. Bildrechte: Picture Point
Ben Zolinski jubelt
Nach vier Minuten brandete ein erstes mal Jubel in Lila-Weiß auf. Ben Zolinski verwertete eine schöne Vorlage von Florian Krüger zur Führung. Bildrechte: Picture Point
Schiedsrichter Martin Thomsen
Doch der VAR schaltete sich ein und überprüfte die Situation. Das Ergebnis: Kein Treffer - Zolinski stand beim Zuspiel im Abseits. Bildrechte: Picture Point
Dirk Schuster
Entsprechend verärgert zeigte sich Aues Coach Dirk Schuster an der Seitenlinie. Bildrechte: Picture Point
Torwart Ioannis Gelios und Florian Krüger
Aue hatte den Fuß weiter auf dem Gaspedal. Krüger scheiterte aber am gut reagierenden Kieler Schlussmann Ioannis Gelios. Bildrechte: Picture Point
Mikkel Kirkeskov (2, Kiel), Steve Breitkreuz (12, Aue)
Auch in der Folge hatte die beste Defensive der Liga alle Hände voll mit den "Veilchen" zu tun: Mikkel Kirkeskov (li.) klärte gegen Steve Breitkreuz... Bildrechte: Picture Point
Torwart Ioannis Gelios (1, Kiel) faustet den Ball aus seinem Strafraum.
...genauso wie Gelios per Faust im eigenen Sechzehner. Bildrechte: Picture Point
John Patrick Strauss trifft gegen Jannik Dehm (20, Kiel) ins Kieler Tor. Auch der zweite Auer Treffer zählte nach Videobeweis nicht.
Nach der Pause hatte Aue ein zweite Mal Grund zum Jubeln. Nach starker Vorarbeit von Zolinski brachte John-Patrick Strauß den Ball sehenswert per Lupfer im Tor unter. Bildrechte: Picture Point
Ben Zolinski (31, Aue) trifft gegen Jannik Dehm (20, Kiel) zum vermeintlichen 0:1.
Entsprechend groß fiel der Jubel aus. Doch abermals schaltete sich der VAR ein... Bildrechte: Picture Point
Videobeweis, Videoassistent, Video-assistent, VAR, review area. Kein Tor
...und entschied erneut auf Abseits. Strauß stand beim Zuspiel mit dem Knie in der verbotenen Zone. Bildrechte: PICTURE POINT/Sven Sonntag
Clemens Fandrich (5, Aue) gegen Alexander Mühling
Kiel mühte sich, konnte offensiv aber wenig Akzente setzen. Clemens Fandrich (li.) hatte Alexander Mühling gut im Griff. Bildrechte: Picture Point
Ognjen Gnjatic (33, Aue) foult Finn Porath (27, Kiel) im Strafraum. Elfmeter mit dem anschliessenden Treffer zum 1:0
Zehn Minuten vor Schluss kam es richtig dicke für Aue: Ognjen Gnjatic stellte gegen Finn Porath im Strafraum das Bein rein und verursachte einen Strafstoß. Bildrechte: PICTURE POINT/Sven Sonntag
Tor für Holstein Kiel.  Alexander Mühling / Muehling (8, Kiel) erzielt den Treffer zum 1:0 per Foulelfmeter.
Mühling ließ sich nicht zwei Mal bitten und versenkte das Leder im linken Eck. Männel war zwar noch mit den Fingerspitzen dran, gegen den platzierten Schuss am Ende aber machtlos. Bildrechte: PICTURE POINT/Sven Sonntag
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Aue mit guter Performance in Hälfte eins

Beide Teams begannen mit offenem Visier. Nach zwei Minuten kam Lorenz erstmals im Auer Strafraum vielversprechend zum Abschluss, traf die Kugel aber nicht voll. Danach waren die Sachsen das deutlich zielstrebigere Team und durften nach vier Minuten für einen kurzen Moment jubeln: Ben Zolinski hatte einen schönen Steckpass von Florian Krüger flach im Tor verwertet, stand beim Zuspiel jedoch knapp im Abseits. Davon angestachelt machten die Auer weiter Druck. Immer wieder profitierte die Schuster-Elf von schnellen Umschaltmomenten und verzeichnete durch Zolinski und Krüger zwei weitere gute Chancen, die Kiels Schlussmann Ioannis Gelios jedoch entschärfte (10.).

Ab der 20. Minute Spiel kamen die Gäste besser in die Partie und hatten durch Jae-sung Lee die Führung auf dem Fuß. Der Koreaner legte sich einen schönen Pass von Alexander Mühling aber zu weit vor (27.). Kurz vor der Pause wurde es noch einmal doppelt brenzlig im Auer Strafraum. Nach einer Flanke von Mikkel Kirkeskov konnte Martin Männel die Kugel gerade noch zur Seite abwehren. Auch bei der anschließenden Ecke musste Aues Schlussmann sein ganzes Können aufweisen, um Jonas Mefferts Schuss um den Pfosten zu lenken (42.).

Torwart Ioannis Gelios und Florian Krüger
Florian Krüger scheitert an Kiels Torwart Ioannis Gelios. Bildrechte: Picture Point

Später Elfmeterschock für Aue

Kurz nach Wiederanpfiff erlebte Aue ein Deja-vu der besonders bitteren Art. Nach starker Vorarbeit von Zolinski hob John Patrick Strauß den Ball sehenswert über Gelios in die Maschen und drehte zum Jubel ab. Doch erneut wurde der Treffer zurückgenommen, da Strauß mit dem Knie hauchzart in der verbotenen Zone stand (53.). Auf der Gegenseite prüfte Fin Bartels Männel nach einer scharfen Hereingabe mit einem Flugkopfball (59.).

Die Partie blieb weiter fahrig, sauber herausgespielte Torchancen kamen kaum zustande. Trotz weniger Ballbesitz agierte Aue aber weiter energischer und entfachte durch Ognjen Gnjatics Abschluss aus kurzer Distanz in der 71. Minute noch einmal Gefahr. Kiel brachte Aue, mit Ausnahme eines missglückten Versuchs von Bartels (70.), in der Offensive kaum in Bedrängnis – bis zur 80. Minute: Gnjatic stellte im Strafraum das Bein gegen den einwechselten Finn Porath rein, den fälligen Strafstoß verwandelte Mühling im linken Eck. Aue warf in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne, Kiel rettete den knappen Sieg am Ende aber über die Zeit.  

Stimmen nach dem Spiel

Dirk Schuster (Trainer Aue): "Ich denke, dass wir eines unserer besten Auswärtsspiele gemacht haben. Wir haben unverdient verloren. Es fällt schwer, die Heimfahrt mit leeren Händen anzutreten. Wir haben sehr gut gegen eine spielstarke Kieler Mannschaft verteidigt. Darauf können wir aber aufbauen. Wir sind stolz auf unsere Leistung. Beim Elfmeter haben wir uns dämlich angestellt und uns um den Lohn der Arbeit gebracht. Auch das ist ein Lernprozess, der langsam mal abgeschlossen sein muss."

Ole Werner (Trainer Kiel): "Es war ein Spiel auf Augenhöhe gegen eine starke Auer Mannschaft. Wir sind in den ersten 20 Minuten nicht im Spiel gewesen, haben den Gegner mit einfachen technischen Fehlern in Ballbesitz gebracht. In die zweiten Halbzeit hatten wir wieder keinen guten Start. Wir hatten die Momente heute auf unserer Seite und sind sehr happy über das Ergebnis, weil das Glück heute auf unserer Seite war."

Martin Männel (Kapitän Aue): "Wir hätten mehr verdient gehabt, haben ein gutes Auswärtsspiel gezeigt und waren drauf und dran den Kielern etwas abzunehmen. Am Ende haben wir uns nicht belohnt, weil wir einen dämlichen Elfmeter produziert haben. Beim Elfmeter war ich mit acht Fingern dran, leider war er sehr scharf und präzise geschossen. Es hat nicht viel gefehlt. Die Art und Weise wie wir aufgetreten sind, ist entscheidend für uns. Die hat mich über die komplette Spielzeit absolut überzeugt. Das wird uns nicht aus der Bahn werfen."

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jsc

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 27. Februar 2021 | 14:00 Uhr

39 Kommentare

normaler Zeitgenosse vor 10 Wochen

wieder zurück zum Thema Fussball im Forum.

Aue hat grosse Chance die Liga zu halten...11 Pkt.Rückstand zum Abstiegsplatz bei noch ausstehenden 11 Spielen ist man aber noch nicht durch.

Und wenn Hochscheidt ausfällt und Krüger U21 nominiert wird ist viel Kreaktivität und Schnelligkeit(in einem kleinen Kader) weg.


Dynamo ist z.Z.verdienter Spitzenreiter in Liga 3 und hat grosse Chanche aufzusteigen,wird aber kein Selbstläufer.

Dann gibt es auch wieder spannende Sachsenduelle und warum soll der eine oder andere Spieler von beiden nicht mal für den anderen Verein spielen oder ausgeliehen werden können.

Glück Auf

Joe 09 vor 10 Wochen

Man kann dir nur Recht geben. Mensch die können doch froh sein mit diesen Mitteln in der Liga zuspielen. Und wenn man ehrlich ist, ohne die übigen TV Geldern sehe es Mau aus!

SGDHarzer66 vor 10 Wochen

Nach diesen ganzen Scharmützeln hier versuche ich es sachlich: muss man in Kiel punkten, um die Klasse zu halten? Ich meine nein. Da sind doch wirklich andere Spiele wichtiger, nicht wahr Aldi?
Dynamische Harzer Grüße!