Fußball | 2. Bundesliga Talfahrt von Erzgebirge Aue geht auch in Regensburg weiter

8. Spieltag

Auch nach dem Trainerwechsel geht die Talfahrt des FC Erzgebirge Aue ungebremst weiter. Beim SSV Jahn Regensburg setzte es am Freitagabend (24.09.) trotz einer überzeugenden zweiten Halbzeit, in der viel von den Auer Tugenden zu sehen war, eine 2:3-(0:2)-Niederlage. Die Veilchen bleiben damit am Tabellenende.

Marc Hensel 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Fr 24.09.2021 21:30Uhr 00:45 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/erzgebirge-aue-marc-hensel-102.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Marc Hensel 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Fr 24.09.2021 21:30Uhr 00:45 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/erzgebirge-aue-marc-hensel-102.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Der FC Erzgebirge Aue hat den erhofften Befreiungsschlag in der 2. Bundesliga verpasst. Die Mannschaft von Neu- und Wieder-Interimstrainer Marc Hensel kam am Freitag beim SSV Jahn Regensburg nicht über ein 2:3 (0:2) hinaus und bleibt damit auch nach dem achten Spieltag Tabellenletzter. Vor allem die Leistung in der zweiten Halbzeit kann den Erzgebirgern aber Mut machen. So gelang mit Intensität und Einsatz der späte und nicht unverdiente Ausgleich durch Gaetan Bussmann (87.) Kurz darauf war die Hensel-Elf bei einem Freistoß aber unsortiert und musste doch noch das 2:3 hinnehmen. In der Tabelle bleiben die Veilchen damit Schlusslicht. Regensburg hat vorübergehend Platz eins übernommen.  

Tor für Jahn Regensburg. Max Besuschkow 7, Regensburg trifft zum 2:0 und jubelt mit Erik Wekesser 13, Regensburg.
Regensburg ist nach dem Sieg gegen Aue zwischenzeitlich Tabellenerster. Bildrechte: imago images/Picture Point

Aue zunächst überfordert

Hensel, der zum dritten Mal vorübergehend die Führung des sächsischen Teams übernommen hat, brachte mit Dimitrii Nazarov und Anthony Barylla nur zwei Neue in die Startelf im Vergleich zum 1:4 gegen den SC Paderborn. Einen mutigen Auftritt nach vielen Gesprächen hatte der bisherige Co-Trainer angekündigt und bis zur sechsten Minute setzte das sein Team auch um. Babacar Gueye und Sascha Härtel hatten in der dritten Minute sogar die Führung auf dem Fuß. Doch das 0:1 nach einem Fehlpass im Mittelfeld, als Jan-Niklas Beste allein auf Torhüter und Kapitän Martin Männel zulief und sicher vollendete, stoppte das Unternehmen Wiedergutmachung. Von da ab brannte der Jahn ein Angriffsfeuerwerk ab und nutzte eine von mehreren Möglichkeiten - erneut unter freundlicher Mithilfe der Gäste: Männel schwebte unter einem Eckball durch, Max Besuschkow brauchte nur noch den Kopf hinhalten.

Tor für Jahn Regensburg. Max Besuschkow (7, Regensburg) trifft zum 2:0.
Regensburg war in Halbzeit eins haushoch überlegen und ging verdient mit 2:0 in Führung. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag

Wechsel sorgen für neuen Schwung

Danach trat die allgemeine Verunsicherung der Auer klar zu Tage. Regensburg schaltete etwas zurück, ohne groß in Gefahr zu geraten. Lediglich bei einem Konter hatte Gueye (22.) die Möglichkeit zum Anschluss, scheiterte aber an Jahn-Schlussmann Alexander Meyer. Insgesamt fand der FC Erzgebirge wie schon in einigen Spielen zuvor offensiv praktisch nicht statt. Das wollte Hensel ändern. Mit Antonio Jonjic, Kühn und Bussmann brachte er drei neue Spieler. Und die sorgten für viel Belebung. Beim Anschlusstreffer durch Nicolas Gerrit Kühn war zunächst Jonijc nicht zu halten, eine Hackenablage von Gueye verwertete Kühn, ohne lange zu fackeln. Danach waren die Auer die bestimmende Mannschaft, erarbeiteten sich auch ein paar Möglichkeiten. Immer wieder war es Jonjic, der auf der linken Seite für viel Tempo und Druck sorgte. In den letzten 20 Minuten agierten fast nur noch die Gäste, die um einen kontrollierten Spielaufbau bemüht waren und mit Ruhe und Überlegung auch den Ausgleich durch Bussmann markierten. Der Gegentreffer druch Andreas Albers in den letzten Zügen des Spiels verwehrte den Lohn für den zuvor beherzten Auftritt.

Interimstrainer Marc Hensel, Erzgebirge Aue
Die Wechsel von Marc Hensel brachten neuen Schwung ins Auer Spiel. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag

Das sagten die Trainer

Marc Hensel (Aue): "Es ist ein unheimlich trauriger Moment für mich, weil wir ein Spielverlauf gesehen haben, der bitter ist. Solche spieldynamischen Prozesse wie heute sind bitter und traurig. Es gibt uns aber auch Kraft, weil wir gesehen haben, dass wir Fußball spielen können. Die Unterstützung der Fans war auch unfassbar. Wir haben heute mindestens einen Punkt verdient. Aber wenn ich den Charakter der Mannschaft sehe, bin ich sicher, dass das die nächsten Wochen funktioniert."

Mersad Selimbegovic (Regensburg): "Wir haben heute zwei unterschiedliche Halbzeiten gesehen. In der ersten Halbzeit hätten wir mit einer deutlich höheren Führung in die Kabine gehen können. Aber wir wusste, dass Aue nach derm Trainerwechsel mit viel Energie versuchen wird, die Trendwende zu schaffen. Nach der Pause mit der 2:0-Führung haben wir uns von Aue anstecken lassen. Wir haben sehr wild gespielt und viele Ballverluste gehabt. Wir haben dann bei der Situation zum Ausgleich die Zuordnung verloren. Was aber gut war, dass die Mannschaft auch dann nicht aufgegeben hat."

(ten/dpa)

Videos und Audios zur 2. Fußball-Bundesliga

Vorschaubild Heinz Mörschel
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Alle anzeigen (68)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 25. September 2021 | 16:00 Uhr

52 Kommentare

70er vor 4 Wochen

Die Aussage, dass es ohne die Leonhardts dies... und jenes... nicht gäbe, halte ich für äusserst hypothetisch. Denn wäre nicht er, würde es ein anderer machen, ggf der Verein auch anders strukturiert sein.

DorGrinnhaaner vor 4 Wochen

Die zweite Halbzeit sollte Mut machen und genau da muß die Mannschaft weitermachen. Man hat eben dann auch nicht das Glück oder die Cleverness, den Punkt zu sichern, wenn man ganz unten steht. Spätestens nach der Länderspielpause werden Punkte kommen. Man muß Geduld haben. Die Führung würde ich jetzt nicht in Frage stellen. Ohne die Leonhardts gäbe es keine 2. Liga in Aue, kein neues Stadion, kein Nachwuchszentrum. Jetzt müssen alle zusammenrücken und an einem Strang ziehen, Fans, Verantwortliche und Mannschaft. Alles denkbare ist machbar, auch der Klassenerhalt. Nicht einfach, aber kampflos darf keiner den Schacht verlassen. Gehen wir alle hin und brennen ein Fanfeuerwerk ab, das können wir als Fans tun!

Nur Wismut Aue vor 4 Wochen

Der Abstieg wird nicht kommen. Aue ist nicht schlechter wie 4,5 andere. Wenn man sich auf die Tugenden besinnt und eine Struktur mit einem Stamm reinbringt, dann schaffen wir es. Es bringt nichts, jetzt immer wieder schon vom Abstieg zu faseln und wie schlecht alle Verantwortlichen sind. Da müssten ja Drittligisten nur meckern, da halt 3. Liga. Bei 16 Jahren 2. Liga kann man nicht allzuviel falsch gemacht haben.
Die Fehler korrigieren und nach vorne schauen. Und ob wir jetzt mit Testroet und Rizzuto besser dastehen würden, bezweifle ich. Das Spielsystem hat für Aue nicht gepasst. Die 2. Hz gegen die Domvögel muss der Maßstab sein, dann packen wir es.