Fußball | 2. Bundesliga Aue verpasst nächsten Sieg bei Lieblingsgegner St. Pauli nur knapp

11. Spieltag

Bereits zehn Dreier hat Erzgebirge Aue gegen den FC St. Pauli geschafft. Beinahe wäre am 3. Adventssonntag der elfte dazugekommen, doch in der Schlussphase konnten die Hamburger noch die Auer 2:0-Führung ausgleichen und spielten am Ende 2:2 (0:1).

Philipp Riese (17, Aue), Kopfball vor Daniel Buballa (15, StPauli).
Bildrechte: Picture Point

Die Hamburger standen vor der Partie schon etwas mit dem Rücken zur Wand, denn mit nur einem Saisonsieg belegten die Kiezkicker den vorletzten Tabellenplatz. Warum, das zeigten sie gegen Aue. Bis auf einen frühen Kopfball von Kapitän Philipp Ziereis, der knapp über die Latte ging (2.), produzierte St. Pauli in der ersten Hälfte kaum Torgefahr.

Ganz anders dagegen die Gäste, die ihre erste Chance mustergültig ausspielten: Jan Hochscheidt schickte Florian Krüger auf links, der Pascal Testroet in der Mitte bediente, der wiederum mit seinem platzierten Flachschuss dem Hamburger Keeper Svend Brodersen keine Chance ließ (10.). In der Folge ließen die Erzgebirger kaum Offensivaktionen der Hausherren zu, die gefährlichste war noch der Heber von Boris Tashchy, der sich knapp hinter der Latte heruntersenkte (44.).

Fußball | 2. Bundesliga FC St. Pauli - Erzgebirge Aue in Bildern

Spielerkreis Erzgebirge Aue
Auf geht's gegen Lieblingsgegner FC St. Pauli. Der FCE kommt immer wieder gern ins Millerntor-Stadion, denn die Bilanz der beiden Teams spricht klar für Aue. In den bisherigen Duellen gewannen die "Veilchen" zehn. St. Pauli schaffte lediglich drei Siege. Hinzu kommen fünf Remis. Bildrechte: Picture Point
Spielerkreis Erzgebirge Aue
Auf geht's gegen Lieblingsgegner FC St. Pauli. Der FCE kommt immer wieder gern ins Millerntor-Stadion, denn die Bilanz der beiden Teams spricht klar für Aue. In den bisherigen Duellen gewannen die "Veilchen" zehn. St. Pauli schaffte lediglich drei Siege. Hinzu kommen fünf Remis. Bildrechte: Picture Point
Dirk Schuster
FCE-Coach Dirk Schuster hatte sein Team im Gegensatz zum 0:2 gegen Regensburg in der Startaufstellung auf zwei Positionen verändert. So rückten Hochscheidt und Strauß für Gnjatic und Bussmann in die Anfangsformation. Bildrechte: Picture Point
Tor für Aue zum 0:1. Torwart Svend Brodersen (33, StPauli) ist machtlos gegen den Schuss von Pascal Testroet (37, Aue, nicht im Bild).
Aue erwischte einen Blitzstart: In der 10. Minute gingen die Gäste durch Pascal Testroet (nicht im Bild) in Führung. Bildrechte: Picture Point
Tor für Aue zum 0:1. Florian Krüger (11, Aue) freut sich mit Torschütze Pascal Testroet (37, Aue) und Philipp Riese (17, Aue).
Der Torschütze feiert gemeinsam mit Vorlagengeber Florian Krüger den Auer Führungstreffer. Bildrechte: Picture Point
Spielerwechsel beim FC St. Pauli. Philipp Ziereis (4, StPauli) verlässt für Daniel Buballa (15, StPauli) das Spiel.
Früher Wechsel beim FCSP: In der 15. Minute musste Kapitän Philipp Ziereis, der kurz nach Beginn eine gute Kopfballchance hatte, raus. Für ihn kam Daniel Buballa in die Partie. Bildrechte: Picture Point
Philipp Riese (17, Aue), Kopfball vor Daniel Buballa (15, StPauli).
Von den Hanseaten war in der Offensive kaum etwas zu sehen, da die Auer Defensive aufmerksam agierte. Hier klärt Philipp Riese (17) vor dem Hamburger Daniel Buballa (15). Bildrechte: Picture Point
Torschütze Florian Krüger (11, Aue) gegen Torwart Svend Brodersen (re., 33, StPauli).
In der zwieten hälfte schlug Aue erneut zu. Diesmal war es Florian Krüger selbst, der in der 79. Minute die Kugel ins FCSP-Tor lupfte und auf 2.0 erhöhte. Sein Treffer wurde aber erst nach der Zuhilfenahme des Videoschiedsrichters bestätigt. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag
Torjubel nach dem zwischenzeitlichen 0:2. v.l.: Torschütze Florian Krüger (11, Aue) und Dimitrij Nazarov (10, Aue).
Der Torschütze lässt sich von Dimitrij Nazarov (r.) feiern. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag
Tor fŸr St. Pauli zum 2:2 Ausgleich durch Simon Makienok (re., 16, StPauli)
Der FCSP startete nach dem 0:2 seinen Schlussspurt. In der 81. Minute Maximilian Dittgen den Anschlusstreffer. Kurz vor dem Abpfiff traf Simon Makienok sogar noch zum 2:2. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag
Die Mannschaften von Aue und St. Pauli nach dem Remis.
Auch wenn es mit dem Dreier nicht geklappt hat, fährt Aue erneut nicht ohne Punkte zurück ins Erzgebirge. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag
Anzeigetafel mit dem Endresultat
Mit 16 Zählern rutschen die "Veilchen" in der Tabelle auf den 10. Rang ab. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag
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St. Paulis Coach hat ein goldenes Händchen

Im zweiten Durchgang zogen sich die Auer immer weiter zurück und gestatteten dem FCSP so mehr Raum. Den hätte in der 60. Minute Igor Matanovic fast genutzt, doch Martin Männel im FCE-Tor machte sich richtig groß und wehrte den Schuss aus spitzem Winkel mit etwas Glück ab. Auch danach blieb Matanovic gefährlich, scheiterte jedoch erneut an Männel (69.) sowie an Sören Gonther, der seinen Schuss von der Linie kratzte (70.). In diese Drangphase hinein gelang den "Veilchen" das 2:0 durch Krüger, der nach Pass des eingewechselten Nazarov den Ball über Brodersen hob (79.). Der VAR wurde eingeschaltet, aber Krüger hatte nicht im Abseits gestanden.

Tor für Aue zum 0:1. Torwart Svend Brodersen (33, StPauli) ist machtlos gegen den Schuss von Pascal Testroet (37, Aue, nicht im Bild).
Pascal Testroet brachte Aue in der 10. Minute in Führung. Bildrechte: Picture Point

St.-Pauli-Coach Timo Schultz reagierte mit einem Dreifach-Wechsel, der sich auszahlen sollte. Nur Sekunden nach seinem Reinkommen traf Maximilian Dittgen zum Anschluss (81.). Dabei hatte er nach einer Ecke völlig frei am langen Pfosten gestanden. Und der ebenfalls eingewechselte Ex-Dresdner Simon Makienok schaffte in der 90. Minute noch das 2:2: Nach einem Freistoß hatte erst Matanovic an den Pfosten geköpft und Makienok in der Mitte dann abgestaubt. In der Tabelle rutscht Aue auf den zehnten Platz ab, St. Pauli bleibt 17.

Das sagten die Trainer

Dirk Schuster (Aue): "Wir haben ein sehr intensives Spiel gesehen, in dem sich beide Teams überhaupt nichts geschenkt haben. Es ging von Anfang an gut zur Sache. Wir sind hergekommen und wussten, dass St. Pauli das Spiel gewinnen will, wenn nicht sogar muss, und uns alles abverlangen wird. Wir sind recht gut ins Spiel reingekommen und waren auf frühzeitige Balleroberungen aus. Eine davon konnten wir zum 1:0 abschließen. Bei ähnlichen Möglichkeiten waren wir leider zu schlampig oder haben die falschen Entscheidungen getroffen. In der zweiten Halbzeit sind wir wieder gut reingekommen, dann hatten wir die Kontrolle über die Bälle, die wir nach vorne getragen haben, nicht mehr. St. Pauli ist mehr Risiko gegangen, hat die Schlagzahl erhöht und uns in der eigenen Hälfte festgenagelt. Speziell über die Zentrale hatten sie dann Chancen, um zum Ausgleich zu kommen. Wir haben reagiert und haben taktisch umgestellt. Wir machen dann das 2:0. Wenn Du in der 80. Minute mit 2:0 führst, ärgerst man sich im Nachgang, dass man das Spiel nicht gewonnen hat und das Ergebnis nicht über die Zeit gebracht hat. St. Pauli hat sich diesen Punkt absolut verdient, weil sie sich nie aufgegeben und eine super Mentalität an den Tag gelegt haben. Deswegen bin ich am Ende mit dem Punkt auch nicht unzufrieden."

Timo Schultz (Hamburg): "Aufgrund des Spielverlaufs müssen wir mit dem Zähler zufrieden sein. Wenn du in der 80. Minute mit 2:0 hinten liegt, unterschreibst du sofort, wenn du noch einen Punkt holst. Wir haben aber ein ganz gutes Spiel gemacht und hatten guten Chancen, sodass wir die drei Punkte verdient gehabt hätten. Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen, müssen das 2:2 aber akzeptieren. Den Punkt haben wir uns ohne Zweifel verdient. Es war ein Punkt für die Moral, weil die Jungs nach den Niederlagen zuletzt und dem 0:2-Rückstand heute nicht aufgegeben haben. Wir haben immer an uns geglaubt und das ist auch der Grund, warum wir belohnt wurden. Wir haben den Bock jetzt so halb umgestoßen und müssen zusehen, dass wir in den letzten beiden Spielen auch wieder gewinnen. Man wird am Ende eines Spiels auch belohnt, wenn man weiter so auftritt, an sich glaubt, Szenen kreiert und mutig bleibt. Es zeichnet uns als Mannschaft aus, dass auch die Jungs, die reinkommen, nicht viel Anlauf brauchen. Sie haben gute Akzente gesetzt und sich mit den Toren belohnt. Ich habe aber auch nichts dagegen, wenn ein Spieler trifft, der von Anfang an spielt. Für die Mannschaft war es wichtig zu sehen, dass unser Plan aufgeht und wir, wenn wir Fußball spielen und mutig sind, eine richtig gute Mannschaft sind. Auch als es 2:2 stand, wollte ich das Spiel noch gewinnen. Das hat die Mannschaft auch auf den Platz gebracht, selbst in Phasen, in denen es nicht so gut lief, weil Aue es auch geschickt gemacht hat. Das ist der größte Punkt, den wir aus dem Spiel rausziehen sollte."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 13. Dezember 2020 | 15:25 Uhr

20 Kommentare

Muzzi vor 43 Wochen

Prinzipiell nicht falsch @Schachter, aber Flo war für Makienok in der Bewachung verantwortlich und lässt ihn schlicht und einfach aus dem Auge. Das sind eben solche "Schlafeinlagen", welche uns durch Flo auch Punkte gekostet haben. Das ist keineswegs Böse gemeint Richtung Ballas, sondern einfach nur das Aufzeigen von Tatsachen. Fussball ist ein Ergebnissport und fordert die volle Konzentration über 90+X Minuten.
Beim 1:2 hast Du recht, dort schiesst Baumgart den Bock.

Dynamische Grüsse und viel Erfolg gegen den KSC!
Muzzi

Muzzi vor 43 Wochen

Keine Sorge @normaler Zeitgenosse, ich habe mich noch nie verbogen oder verstellt, nur das es anderen passt, sondern immer meine eigene Meinung vertreten, auch wenn die vielleicht nicht immer absolut richtig ist.
Euch viel Erfolg gegen den KSC, die spielen auch einen recht gepflegten Fussball in den letzten Wochen und werden sich sicherlich nicht einfach so aus dem Spiel nehmen lassen.
Bleib Du auch gesund, ich habe "diesen Mist" nun enflich hinter mir, mit einigen "Nebengeräuchen" als Folge.

Dynamische Grüsse
Muzzi

Schachter vor 43 Wochen

Das sehe ich etwas anders. Der Ball kam vom Pfosten zurück und dem Torschützen auf den Fuß - schwer zu verteidigen, Ballas kam eine Hundertstel- Sekunde zu spät. Das ist Pech! Der zuvor abgegebene Schuss an der Pfosten muss verhindert werden.
Für mich allerdings entscheidend das 1:2 nach so kurzer Zeit nach dem 0:2 - und das geht eindeutig auf Baumgart, da Stellungsfehler, der so nicht passieren darf.
Meine Meinung.
Glück auf!