Fußball | 2. Bundesliga Dezimierte Auer verlieren durch späte Jokertore in Bochum

5. Spieltag

Das Auer Abwehrbollwerk hat beim VfL Bochum in Unterzahl sehr lange gehalten. Letztlich fahren die "Veilchen" aber erneut mit leeren Händen zurück nach Sachsen. Knackpunkt war ein durchaus fraglicher Elfmeter.

Tor für Bochum. Robert Zulj (32, Bochum) trifft  zum 1:0.
Bildrechte: Picture Point

Der FC Erzgebirge Aue hat den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz in der 2. Bundelsiga klar verpasst. Beim VfL Bochum liefen die "Veilchen" 90 Minuten hinterher - und kassierten eine letztlich verdiente 0:2-(0:0)-Niederlage. Nach der zweiten Saisonniederlage rutscht der FCE auf den sechsten Tabellenplatz ab, Bochum überholt die "Veilchen" dagegen und klettert auf Rang fünf.

VfL Bochum - FC Erzgebirge Aue in Bildern

John Patrick Strauß (24, Aue) und Danilo Soares (3, Bochum)
Aue in Bochum - das ist keine Erfolgsgeschichte der Sachsen - zuletzt gewann der FCE hier 2103. Und auch an diesem Sonntag läuft es nicht gut für Aue. Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag
John Patrick Strauß (24, Aue) und Danilo Soares (3, Bochum)
Aue in Bochum - das ist keine Erfolgsgeschichte der Sachsen - zuletzt gewann der FCE hier 2103. Und auch an diesem Sonntag läuft es nicht gut für Aue. Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag
Simon Zoller (9, Bochum), Pascal Testroet (37, Aue), Vasilios Lampropoulos (24, Bochum) und Raman Chibsah (13, Bochum)
Die Auer haben von Beginn an Probleme mit der Bochumer Offensive, die u.a. vom sehr präsenten Angreifer Novothny (Mitte links) bestimmt wird. Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag
John Patrick Strauß (24, Aue) und Danilo Soares (3, Bochum)
So hatten die Bochumer im Spiel phasenweise fast 80 Prozent Ballbesitz. Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag
Rote Karte von Schiedsrichter Nicolas Winter gegen Aues Calogero Rizzuto
Der Knackpunkt im Spiel: Aues Rizzuto (Mitte) erwischt im Liegen Bochums Novothny (re.) ... Bildrechte: Picture Point
Rote Karte von Schiedsrichter Nicolas Winter gegen Aues Calogero Rizzuto
... und muss vom Platz. Was zunächst wie ein klares Foul aussah, stellt sich im Nachhinein als Mischung aus energischem Nachsetzen und verhakeln der Schnürsenkel heraus. Bildrechte: Picture Point
Bochums Soma Novothny und Aues Ben Zolinksi
Mit dem Platzverweis ist Aue komplett in die Defensive gedrängt. Der Gast hat im gesamten Spiel nicht eine Großchance. Bildrechte: Picture Point
Aues Ben Zolinksi und Bochums Cristian Gamboa
Stattdessen zieht sich der FCE komplett in die Defensive zurück. Bildrechte: Picture Point
Simon Zoller (9, Bochum), Malcolm Cacutalua (21, Aue) und Torwart Martin Männel
Die Auer Abwehr hält lange. Bildrechte: Picture Point
 Simon Zoller (9, Bochum) und Torwart Martin Männel
Immer wieder verzweifeln die Bochumer, hier Zoller. Bildrechte: Picture Point
Tor für Bochum. Robert Zulj (32, Bochum) trifft  zum 1:0.
Dann aber das 1:0, Zulj trifft aus kurzer Distanz. Bildrechte: Picture Point
Tor für Bochum. Robert Zulj (32, Bochum) trifft  zum 1:0 und jubelt.
Jubel bei den Bochumern. Bildrechte: Picture Point
Der Endstand des Spieles an der Anzeigetafel.
Kurz vor dem Abpfiff fällt sogar noch das 2:0. Bildrechte: Picture Point
Steve Breitkreuz (12, Aue)
Frust bei Aue um Abwehrspieler Breitkreuz ... Bildrechte: Picture Point
Enttäuschung bei Aue. Trainer Dirk Schuster, Erzgebirge Aue und die Bank
... und Trainer Dirk Schuster. Bildrechte: Picture Point
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Rizzuto verhakelt sich - und sieht Rot

Die Schlüsselszene des Spiels in der 29. Minute: Aue musste die Partie gut 60 Minuten in Unterzahl bestreiten. Calogero Rizzuto sah nach einem vermeintlichen Nachtreten gegen Bochums Angeifer Soma Novothny die Rote Karte (29.). Ärgerlich für Aue: Was auf den ersten Blick wie ein Nachtreten aussah, war wohl tatsächlich eine Mischung aus Nachsetzen und unglücklichem Hängenbleiben Rizzutos am eigenen Schnürsenkel. Beim Versuch, sich im Liegen zu befreien, erwischte der Deutsch-Italiener dann seinen Gegenspieler am Bein - und Referee Nicolas Winter entschied auf Platzverweis.

Rote Karte von Schiedsrichter Nicolas Winter gegen Aues Calogero Rizzuto
Aues Calogero Rizzuto (Mitte) sieht die Rote Karte und muss von Platz. Bildrechte: Picture Point

78:22 Prozent Ballbesitz

Bochum rannte bereis vor dem Platzverweis gegen tief stehende Auer an und dominierte die Partie mit einem Ballbesitz von teilweise 78:22 Prozent. In Überzahl erhöhten die Gastgeber den Druck weiter. Aue zog sich weit zurück, verteidigte mit einer Fünfer- und einer Viererkette und ließ so wenig Großchancen zu. Und was durchkam, entschärfte Aue-Keeper Martin Männel: So die bis dahin beste VfL-Chance, als er einen Kopfball von Simon Zoller aus fünf Metern mit einer Glanzparade parierte (54.).

Einwechsler treffen - "Slapstick-Ping-Pong-Murmel-Tor"

Zwei Einwechsler brachten Bochum schließlich den Sieg: Zunächst traf Robert Zulj (75.). Aue brachte den Ball nicht aus der Gefahrenzone, so bedankte sich Zulj und schob aus Nahdistanz ein. "Umso ärgerlicher ist es dann, wenn Du durch so ein Slapstick-Ping-Pong-Murmel-Tor in Rückstand gerätst", sagte Aue-Coach Schuster nach dem Spiel. Den Endstand besorgte Silvere Ganvoula, der ebenfalls aus wenigen Metern den Ball unhaltbar in die Maschen drosch (82.).

Bochum bleibt Angstgegner

Mit der Niederlage geht die schwarze Serie der "Veilchen" gegen Bochum weiter. Der FCE kassierte bereits die dritte Niederlage in Serie gegen Bochum und die fünfte im sechsten Spiel in Folge. Auf einen Sieg in Bochum warten die Sachsen schon seit April 2013.

Das sagten die Trainer

Dirk Schuster (Aue): "Zu Beginn waren wir defensiv in der Partie ordentlich drin. Nach vorn konnten wie nicht den richtigen Zug zum gegnerischen Tor entwickeln. Knackpunkt war die Rote Karte – ich kann die Situation aber nicht beurteilen, weil ich die Szene noch nicht gesehen habe. Wir haben versucht, sauber umzustellen. Von der kämpferischen Bereitschaft, der Moral, der Einsatzbereitschaft und der Moral einiges gezeigt haben. Bis zur Pause hat sich die Mannschaft gut verkauft. Wir konnten es mit Glück und Geschick recht lange wegverteidigen. Umso ärgerlicher ist es dann, wenn Du durch so ein Slapstick-Ping-Pong-Murmel-Tor in Rückstand gerätst. Das ist ärgerlich und bitter, weil wir uns einiges vorgenommen haben. Das fühlt sich beschissen an."

Thomas Reis (Bochum): "Für uns war nach der teilweise berechtigten Kritik der letzten Woche eine gute Reaktion sehr wichtig. Wir haben viel besser gemacht als letzte Woche. Aue war super eingestellt und zweikampfstark, damit haben sie es uns schwergemacht. Wir haben die Räume nicht immer gut genutzt und hatten trotzdem ein paar Chancen. Nach der Pause wollten wir früh das Tor machen und vergeben wieder 100-prozentige Chancen. Der Dosenöffner war irgendwie symptomatisch. Aber die Jungs haben Vollgas gegeben und den Sieg nach Hause gefahren. Darüber sind wir glücklich. Jetzt können wir uns kurz freuen, dann Mund abwischen und ab nach Würzburg."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 25. Oktober 2020 | 15:30 Uhr

9 Kommentare

erzgebirger vor 12 Wochen

Nach Männel's Interview bin ich zuversichtlich, dass der FCE die richtigen Schlüsse aus den letzten Partien gezogen hat und selbstbewusst (er) auftreten wird. Dass die Mannschaft es kann, hat sie schon bewiesen. Alles Gute und viel Erfolg für das nächste Heimspiel! Andere mitteldeutsche Vereine wären froh, sie hätten die Sorgen, die Aue zurzeit umtreibt... Bleiben wir auf dem Boden, so wie es sich für uns Ergebirger gehört ;-)

Blauer Hund vor 12 Wochen

Was für eine Frechheit, das Angriffsduo Krüger/Testroet auch noch zu halbieren und somit noch "torungefährlicher" als zuletzt aufzustellen!
Diesen Anti-Fußball ohne Offensive, ohne Torgefahr, auch bei 11 gegen 11 anzuschauen kann man niemanden mehr anbieten.
28 Prozent Ballbesitz, keine einzige Ecke und der gegnerische Torwart hilft am Mittelkreis beim Spielaufbau, weil er komplett arbeitslos ist.
Mir fehlen die Worte für diese Spielweise ohne Konzept.

BSG der Echte vor 12 Wochen

Sie waren etwa 65 Minuten in Unterzahl, nicht 80. Aber das tut nix zur Sache. Wenn man nur hinten drin steht, und das haben sie vor der Roten auch gemacht, dann klingelt es irgendwann. Und wenn es Ping Pong ist, Herr Schuster. Solange dieser Trainer hier ist, wird sich nix ändern. Und nochmal, wehe die Heimspiele klappen auch nicht mehr. Gegen Fürth und HdH hatten wir schon Glück. Gegen Kiel kanns nach hinten losgehen.