Fußball | 2. Bundesliga Dezimierte Auer verdienen sich Auswärtspunkt in Karlsruhe

13. Spieltag

Dank einer aufopferungsvollen Mannschaftsleistung hat sich Erzgebirge Aue vor gut 12.500 Zuschauern beim Karlsruher SC ein 1:1 (1:0)-Auswärtsremis in Unterzahl gesichert. Im Blickpunkt stand Jan Hochscheidt, der den FCE früh in Führung brachte, ehe er kurz vor der Pause vom Platz flog. Mehr als den Ausgleich durch einen ehemaligen Chemnitzer ließen die dezimierten "Veilchen" nach der Pause jedoch nicht zu - auch weil Schiri Sven Waschitzki einen späten Elfmeterpfiff korrigierte.

Tor für Aue.  Jan Hochscheidt (7, Aue) trifft zum 0:1 und jubelt.
Jan Hochscheidt vollendete früh den schönsten Spielzug der Partie - und flog noch vor der Pause vom Platz. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag

Zwei Wechsel nahm Aues Cheftrainer Dirk Schuster im Vergleich zum 1:1-Heimremis der Vorwoche gegen Heidenheim vor. Im Angriffszentrum wurde Philipp Zulechner von Pascal Testroet Testroet ersetzt - und auf der rechten Außenbahn erhielt Florian Krüger anstelle von Tom Baumgart die Chance von Beginn an.

Torhüter Benjamin Uphoff (1, Karlsruhe), Dimitrij Nazarov (10, Aue) und Florian Krüger
Florian Krüger und Dimitrij Nazarov können es nicht fassen - KSC-Keeper Benjamin Uphoff verhinderte eine noch höhere Auer Führung. Bildrechte: Picture Point

Hochscheidt trifft und fliegt

Und das hatte umgehend wegweisende Auswirkungen auf das Spiel der "Veilchen". Denn nach Calogero Rizzutos Eröffnung über rechts und Testroets Absatztrick schickte Krüger den gestarteten Jan Hochscheidt mit einem traumhaften Schnittstellenpass auf die Reise - der Adressat ließ sich das nicht entgehen, umkurvte den herausgeeilten KSC-Keeper Benjamin Uphoff und vollendete aus ganz spitzem Winkel via Innenpfosten (7.). Binnen fünf Minuten hätte der FCE diese Führung beinah weiter ausgebaut - einzig Uphoffs Glanzparaden gegen Testroets Drehschuss und Dimitrij Nazarovs Innenspann-Direktabnahme verhinderten das (18./23.).

Die Bilder zum Spiel: Karlsruher SC - Erzgebirge Aue

Trainer Alois Schwartz ( Karlsruhe) und Trainer Dirk Schuster, Erzgebirge Aue
KSC-Trainer Alois Schwartz (l.) und FCE-Coach Dirk Schuster bei der Begrüßung. Für Schuster war es die Rückkehr an seine einstige Wirkungstätte. Der gebürtige Karl-Marx-Städter war im Zeitraum von 1991 bis 1997 über 200 Mal für die Badener aufgelaufen. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag
Trainer Alois Schwartz ( Karlsruhe) und Trainer Dirk Schuster, Erzgebirge Aue
KSC-Trainer Alois Schwartz (l.) und FCE-Coach Dirk Schuster bei der Begrüßung. Für Schuster war es die Rückkehr an seine einstige Wirkungstätte. Der gebürtige Karl-Marx-Städter war im Zeitraum von 1991 bis 1997 über 200 Mal für die Badener aufgelaufen. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag
Tor für Aue.  Jan Hochscheidt (7, Aue) trifft zum 0:1.
Die 7. Minute: Jan Hochscheidt sorgte durch seinen Führungstreffer für einen Blitzstart der "Veilchen". Aus spitzem Winkel traf der 32-Jährige ins verwaiste Tor. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag
Tor für Aue.  Jan Hochscheidt (7, Aue) trifft zum 0:1 und jubelt.
Es war sein 33. Treffer für Aue. Damit stellte er den Vereinsrekord von Andrzej Juskowiak ein. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag
Torhüter Benjamin Uphoff (1, Karlsruhe), Dimitrij Nazarov (10, Aue) und Florian Krüger
Dimitrij Nazarov (10, Aue) kann es kaum fassen: Der FCE-Stürmer hatte in der 23. Minute die Riesenchance zum 2:0. Bildrechte: Picture Point
Gelbe Karte von Schiedsrichter Sven Waschitzki gegen Jan Hochscheidt.
39. Minute: Schiedsrichter Sven Waschitzki zeigt Jan Hochscheidt Gelb. Vorausgegangen war ein Foul am Karlsruher Marco Thiede. Bildrechte: Picture Point
Schiedsrichter Sven Waschitzki nimmt den Videobeweis zu Hilfe.
Nur Gelb? Der Referee hatte einen Hinweis aus Köln bekommen, um sich die Szene nochmals anzuschauen. Nach dem Studium der Bilder nahm Waschitzki seine Entscheidung zurück ... Bildrechte: Picture Point
Rote Karte von Schiedsrichter Sven Waschitzki gegen Jan Hochscheidt.
... und zückte Rot. Ab der 41. Minute war Aue somit in Unterzahl. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag
Tor für den Karlsruher SC.  Anton Fink (3.v.re., 30, Karlsruhe) trifft zum 1:1.
In der 64. Minute musste Aue das 1:1 hinnehmen. Der Ex-Chemnitzer Anton Fink hatte zwei Minuten nach seiner Einwechslung getroffen. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag
Pascal Testroet (37, Aue) und Marc Lorenz (7, Karlsruhe)
Zweikampf zwischen dem Auer Pascal Testroet (37) und Marc Lorenz (7.). Die Karlsruher drückten nach dem Ausgleich auf den Führungstreffer, doch die "Veilchen" brachten mit vereinten Kräften das Remis über die Zeit. Bildrechte: Picture Point
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Die bestens strukturierte Schuster-Elf bot eine reife Leistung, beschäftigte die Gastgeber wiederholt mit aussichtsreichen Umschaltbewegungen. Gefahr für FCE-Kapitän Martin Männel keimte beinah ausschließlich, wenn Zweitligia-Topvorbereiter Marvin Wanitzek ruhende Bälle in den Strafraum hob - erst köpfte Innenverteidiger Daniel Gordon knapp drüber, dann wuchtete er die Kugel mit der Stirn an den Querbalken (16./39.). Allerdings erhöhte sich der Schwierigkeitsgrad wenige Minuten vor der Pause erheblich. Hochscheidt war Marco Thiede in einem Laufduell unglücklich auf die Achillessehne getreten und sah dafür nach Hinweis des Videoassistenten die Rote Karte (41.).

Pascal Testroet (37, Aue) und Marc Lorenz (7, Karlsruhe)
Pascal Testroet wird von Marc Lorenz eng bewacht. Bildrechte: Picture Point

Fink gleicht aus - Waschitzki korrigiert Elfmeterpfiff

Folgerichtig erhöhten die Badener mit Wiederanpfiff - und einem offensiven Wechsel (Kyoung-Rok Choi für Lukas Fröde) - ihr Risiko. Das erste krachende Ausrufezeichen sendete wenig später der auffälligste Karlsruher Wanitzek mit einem 30-Meter-Strich an den rechten Innenpfosten (50.). Die Blau-Weißen waren dann auf das Näschen des nur zwei Minuten zuvor eingewechselten Ex-Chemnitzer Anton Fink angewiesen, der im Strafraumgetümmel nach einer abermaligen Ecke die Übersicht behielt und aus wenigen Metern zum Ausgleich abstaubte (64.).

Karlsruhe witterte folgerichtig noch mehr - die aufopferungsvoll kämpfenden Lößnitztaler stemmten sich mit allem, was sie hatten, dagegen. Offensive Entlastung gelang ihnen zwar lediglich noch einmal (Nazarov 71.), allerdings sollte sich der KSC an der aufmerksamen Auer Defensive bis zum Schluss die Zähne ausbeißen - und zwar nicht zuletzt dank der Courage von Schiedsrichter Sven Waschitzki, der seinen eigentlichen Elfmeterpfiff (Marvin Pourié fiel im Strafraumzweikampf mit Sören Gonther) nach Hinweis des Videoassistenten noch zurücknahm (85.).

Trainerstimme

Dirk Schuster (Aue): "Diesen Punkt haben wir uns hart erkämpft und uns dabei gegen jegliche Widerstände gewehrt. Bis zur Roten Karte haben wir guten Fußball gespielt, hatten davor noch gute Chancen für weitere Treffer. Die Mannschaft hat eine riesige Mentalität und großen Charakter gezeigt. Der Punkt ist für beide Mannschaften verdient und wir nehmen ihn gerne mit. Wir müssen jetzt die Wunden lecken und regenerieren für das Spiel am Freitag nach der Länderspielpause gegen St. Pauli."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 12. November 2019 | 17:45 Uhr

5 Kommentare

dr schorsch vor 38 Wochen

Bärenstark wie die gesamte Mannschaft für Jan gekämpft und den Punkt verteidigt hat.
Foul bleibt foul, da beißt die Maus keinen Faden ab, hoffentlich wirds nicht so teuer.
GlückAuf

Teamplayer vor 38 Wochen

Glück auf!
Ein ganz wichtiger Punkt für den Klassenerhalt.
Aue hätte zur Halbzeit mit mindestens 2 Toren Vorsprung führen müssen.
Ich wünsche Erzgebirge Aue weiterhin viel Erfolg!
Druschba!
Glück auf!
Arzgebirch, wie bist du schie!

Schachter vor 38 Wochen

Gerechtes Remis! Wir hatten Glück (2 mal Pfosten für den KSC) und Pech (zwei Riesenchancen von Paco und Dima).
Zwei mal VAR - ein mal gegen uns (muss man das wirklich mit Platzverweis gegen Jan ahnden, zumal Gelb schon gegeben war und es weder brutal noch spielentscheidend war?), einmal für uns (klare Schwalbe des KSC-Spielers).
Ich kann damit leben.
Schade nur, dass Hochscheidt für die nächsten Spiele fehlen wird .
Die halbe Miete für den Klassenerhalt ist wohl rein, aber eben nur die halbe...
Glück auf!