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DDR-Fußball-Legende Dixie Dörner ist im Alter von 70 Jahren verstorben. Bildrechte: IMAGO / Hentschel

FußballDynamo-Legende Hans-Jürgen "Dixie" Dörner ist tot

Stand: 19. Januar 2022, 13:06 Uhr

Nach langer Krankheit ist Dynamo Dresdens Legende Hans-Jürgen "Dixie" Dörner im Alter von 70 Jahren verstorben. 100 Mal trug er das Trikot der Nationalmannschaft der DDR, wurde 1976 Olympiasieger in Montreal.

Die Fußballwelt trauert um Hans-Jürgen "Dixie" Dörner. Wie sein langjähriger Verein Dynamo Dresden am Mittwoch (19. Januar) mitteilte, verstarb der Rekordspieler und Ehrenspielführer der SGD in der Nacht zum Mittwoch nach langer und schwerer Krankheit in seiner Wohnung in Dresden. Dörner wurde 70 Jahre alt.

Scholze: "Es ist unbegreiflich, schockierend und sehr, sehr traurig"

Holger Scholze, Präsident von Dynamo Dresden, sagte in einem Vereins-Statement: "Es ist unbegreiflich, schockierend und sehr, sehr traurig. Wir können es noch gar nicht begreifen, dass 'Dixie' Dörner nicht mehr unter uns sein soll. Sein Tod stürzt unsere Sportgemeinschaft in tiefe Trauer. Mit 'Dixie' Dörner ist nicht nur der größte Spieler der Vereinsgeschichte von uns gegangen – wir haben auch einen Menschen verloren, der unser aller Herz erobert hatte. Über mehr als fünf Jahrzehnte hinweg hat er sich auf und neben dem Platz für die Farben unserer Stadt und unseres Vereins in beeindruckender und herausragender Art und Weise eingesetzt."

Ralf Minge: "Es war ein Schockmoment"

In den 80er Jahren spielte Ralf Minge mit Dörner bei Dynamo und in der Nationalmannschaft zusammen. Die Nachricht vom Tod Dörners erreichte den 61-Jährigen am frühen Mittwochmorgen (19.01.2022). "Es ist eine Geschichte, die einen unheimlich berührt. Es ist ein Schockmoment, auch wenn es Dixie in den letzten Monaten nicht so gut ging", so Minge, der noch einmal den besonderen Fußballer hervorhob: "Er war ein Ästhet, ein super Techniker. Er hat sich deutlich von anderen Spielern abgehoben."

558 Einsätze für Dynamo - DDR-Meister und Olympiasieger

Dörner, der 100 Mal für die DDR-Nationalmannschaft zum Einsatz kam und 1976 die Goldmedaille in Montreal gewann, lief zwischen 1969 und 1986 wettbewerbsübergreifend 558-mal für Dynamo auf und erzielte dabei 101 Tore. Auch im Europapokal kam der anfangs in der Offensive, später als Libero aufgebotene Weltklassespieler 65-mal für die SGD zum Einsatz, wobei ihm sieben Treffer gelangen. Mit Dresden wurde der gebürtige Görlitzer fünfmal Meister und feierte fünf FDGB-Pokalsiege. 

"Mit seinen überragenden Fähigkeiten als absoluter Ausnahmespieler hat er damals das Libero-Spiel mit besonderer Eleganz vollkommen neu interpretiert. Hervorzuheben ist gleichermaßen sein großartiges Engagement für die Belange unserer Sportgemeinschaft nach der aktiven Karriere", betonte Scholze und hob Dörners "bewundernswerte Persönlichkeit" hervor.

Mit seinen überragenden Fähigkeiten als absoluter Ausnahmespieler hat er damals das Libero-Spiel mit besonderer Eleganz vollkommen neu interpretiert

Holger Scholze | Präsident Dynamo Dresden

Dörner Mitglied der "Hall of Fame"

Nach der Wiedervereinigung übernahm er einen Trainerposten in der Bundesliga, bei Werder Bremen. Später trainierte Dörner noch den FSV Zwickau, Al-Ahly Kairo, den VfB Leipzig und den Radebeuler BC. 2013 wurde er Mitglied des Aufsichtsrates von Dynamo Dresden und zum Ehrenspielführer gewählt. Am 11. Oktober 2019 wurde Dörner in die "Hall of Fame" des Deutschen Fußballmuseums aufgenommen.

Eduard Geyer: "Es war ein Privileg, mit Dixie Dörner zu spielen"

Eduard Geyer kannte Dörner seit 1968, schlug mit ihm viele Europapokal-Schlachten und zeigte sich vom Tod des Ehrenspielers von Dynamo Dresden erschüttert: "Mir tut es so unendlich leid, man kann es nicht begreifen. Die ganze Fußballgemeinde ist schockiert und traurig. Ich kannte Dixie seit 1968, da kam er als junger Spieler von Görlitz nach Dresden. Die Libero-Rolle hat er einmalig ausgefüllt. Es war ein Privileg mit ihm zu spielen. Er war aber auch nicht abgehoben, war sehr natürlich."

OB Hilbert: "Jede Dresdnerin und jeder Dresdner verbindet etwas mit ihm"

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert erklärte: "Dresden trauert um einen großen Dresdner. Wenn es überhaupt möglich ist, dass eine einzelne Person für die Identität eines ganzen Vereins stehen kann, dann hat Hans-Jürgen 'Dixie' Dörner genau das geschafft. Spieler, Kapitän, Olympiasieger, Trainer, Manager, Freund, Vorbild – mehr muss man nicht sagen, um sein Lebenswerk zu beschreiben. Über Generationengrenzen hinweg verbindet jede Dresdnerin und jeder Dresdner etwas mit ihm, völlig egal ob Fußballfan oder nicht."

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red/pm

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 19. Januar 2022 | 17:45 Uhr

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