Offener Brief an die Fans Dynamo-Bosse bitten Dauerkartenbesitzer um Geduld

Seit nunmehr drei Wochen befinden sich die deutschen Fußball-Ligen im Standby-Modus. Wann und vor allem wie es weitergehen kann, ist derzeit noch völlig offen. Das ruft auch bei vielen Dauerkartenbesitzern Fragen auf, weshalb sich Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden nun in einem offenen Brief an seine Fans gewendet hat.

Fans im Rudolf-Harbig-Stadion Dresden
Bildrechte: imago images/Dennis Hetzschold

Auch wenn sich die Deutsche Fußball-Liga (DFL) Hoffnung macht, den Spielbetrieb in der 1. und 2. Bundesliga ab Anfang Mai wieder aufnehmen zu können, wird selbst dann längst noch keine Normalität in den Stadien herrschen. Schließlich werden die Partien bei einer Wiederaufnahme mit hoher Sicherheit vor leeren Rängen ausgetragen.

Das wirft natürlich auch bei vielen Dauerkarteninhabern Fragen auf: Was passiert mit bereits gekauften Tages- oder Dauerkarten für die aktuelle Spielzeit? Können Ticketpreise zurückerstattet werden? Wie wird es in Zukunft mit dem Verkauf von Dauerkarten weitergehen?

Wie wird mit Dauer- und Tageskarten verfahren

Um ihren Anhängern ein Stück weit die Ungewissheit zu nehmen, haben sich die beiden Geschäftsführer Ralf Minge und Michael Born von Dynamo Dresden am Montag (06. April) in einem offenen Brief an ihre Mitglieder gewandt. Schließlich haben die SGD in den letzten Tagen und Wochen jede Menge Nachfragen über die weitere Verfahrensweise erreicht, wie es in der Mitteilung heißt.

"Lei­der gibt es auf­grund der ge­gen­wär­ti­gen Si­tua­ti­on und dem der­zeit noch völ­lig un­kla­ren wei­te­ren Sai­son­ver­lauf noch nicht auf jede die­ser Fra­gen eine kon­kre­te Ant­wort, weil Stand heu­te noch nicht fest­steht, ob und wie die lau­fen­de Spiel­zeit zu Ende ge­spielt wer­den kann", teilten Minge und Born mit. So könne man erst dann entsprechende Maßnahmen ergreifen, wenn entschieden ist, wie mit dem weiteren Saisonverlauf verfahren werden soll. "Dies wird dann von entscheidender

Bedeutung, wenn die Saison 2019/20 nur mit Spielen ohne Zuschauer in den Stadien aufgrund behördlicher Weisungen fortgesetzt werden kann", heißt es weiter.

Dynamo kündigt "transparente Wege" an

Gleichzeitig bitten die Dynamo-Bosse ihre Fans um Geduld und kündigten "transparente Wege" an, "wie Ticketpreise zurückerstattet werden können". Auch hoben Born und Minge die Möglichkeit hervor, "den entsprechenden Ticketpreis vollständig an Dynamo Dresden zu spenden."

Dass die SGD in diesen schwierigen Zeiten als Verein zusammenhält, ist bereits in den letzten Wochen deutlich geworden. So verzichten die Zweitliga-Profis inklusive des Trainerstab und der Geschäftsführung bis zum 30. Juni 2020 auf 300.000 Euro ihres Gehaltes, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins zu unterstützen. Zudem wurden 50.000 Euro dieser Summe für soziale Zwecke gespendet. Und auch die Dresdner Fans haben mit einem großen Spruchbanner in der sächsischen Landeshauptstadt ein Zeichen gesetzt.

SGD-Präsident Scholze: "Vielleicht sogar gestärkt aus der Krise gehen"

Das beeindruckt auch Dynamo-Präsident Holger Scholze, der im Interview mit "Dynamo TV" (03. April) die Solidarität innerhalb des Klubs hervorhob: "Das Außergewöhnliche an unserer Sportgemeinschaft ist, dass wir in Krisenzeiten besonders zusammenhalten", so der 48-Jährige: "Wir müssen versuchen kreativ zu sein, um vielleicht sogar gestärkt aus der Krise zu gehen".

Born und Minge rechnen bis spätestens Mitte Mai mit einer Entscheidung der DFL über den weiteren Saisonverlauf. Auch bei einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs müssten die Dresdner Fans wohl auf die lautstarke Unterstützung ihrer Mannschaft im Rudolf-Harbig-Stadion verzichten. Der Vorfreude auf kommende Heimspiele vor ausverkaufter Kulisse wird das aber mit Sicherheit keinen Abbruch tun.

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jsc

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 06. April 2020 | 19:30 Uhr

7 Kommentare

70er vor 28 Wochen

Professionell betriebener Fussball ist weder für die Fans noch Sport. Fussball ist längst ein eigener Wirtschaftszweig mit Umsätzen in bis zu Millardenhöhe, der lediglich dazu dient, seinen Konsumenten wie Drogensüchtigen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Reisender vor 29 Wochen

Da Aust sicherlich richtig, nur wurden die Karten vergangenes Jahr gekauft. Welchen Grund würde es geben, wenn die Spiele mit Zuschauern stattfinden würden, die Fans, welche sich die Karte „absparen „ müssen , aber z.Bsp in Kurzarbeit gehen und das Geld auch brauchen???
Keiner käme auf die Idee , sich das Geld vom Verein zu holen. Und gleich vornweg, es müssen erst eine gewisse Zahl an Karten verkauft werden, bevor der Zweitmarkt eröffnet wird.
Die Diskussionsrunde ist hiermit eröffnet, aber bitte keine Polemik.
Dynamische virenfreie Grüße in die Runde

SGDHarzer66 vor 29 Wochen

Da hast Du sicher recht, ich wollte auch keinem in puncto Einkommensverhältnisse zu nahe treten. Somit möchte ich meine Aussage relativieren.
Grüße an Dich, werter Ostsachse.