Fußball | 2. Bundesliga Warum Dynamo Dresden (vorerst) an der 3G-Regel festhält

Die Ultras von Dynamo Dresden haben in der vergangenen Woche klargemacht, was sie von der 2G-Regelung (geimpf, genesen) halten. Nun hat der Verein begründet, warum er am bisherigen 3G-Konzept (geimpft, genesen, getestet) festhalten will.

Die Dresdner Mannschaft nach Abpfiff bei den Fans
Dynamo Dresden will an der 3G-Regelung festhalten und Gestestete ins Stadion lassen. (Archiv) Bildrechte: IMAGO / Dennis Hetzschold

Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein machen es vor: Unter der Bedingung, dass nur Geimpfte und Genesene unter den Zuschauern sind, können die Ränge bei Sportveranstaltungen wieder voll ausgelastet werden. Beim sogenannten 2G-Modell müssen Zuschauer, die lediglich einen negativen Corona-Test vorweisen können also draußen bleiben. Bisher war die bundeseinheitliche Regelung so: 3G, Auslastung von 50 Prozent, aber maximal 25.000 Zuschauer. Dynamo Dresden will vorerst an dieser 3G-Regelung festhalten. Das teilte der Verein am Donnerstag (30.09.) mit. Man wolle weiterhin auch getesteten Menschen den Zutritt zum Rudolf-Harbig-Stadion ermöglichen, die vorliegenden Hygiene-Konzepte würden greifen, heißt es in einer Vereinsmitteilung.

2G-Regel in Sachsen möglich

Der Wechsel zu 2G-Regel wäre auch in Sachsen möglich, allerdings nicht mit einer Vollauslastung, sondern mit einer Höchstgrenze von 5.000 Zuschauern - zumindest bis zur nächsten Fassung der Corona-Schutzverordnung ab 20. Oktober. Im Falle der SG Dynamo Dresden, die zuletzt gegen Werder Bremen 16.000 Zuschauer begrüßen konnten, wäre solch ein Wechsel auslastungstechnisch also kaum sinnvoll.

Mannschaftskreis vor dem Spiel. Im Hintergrund stehen Fans im K-Block mit Abstand.
Mit der 2G-Regelung wären aktuell nur 5.000 Fans bei Dynamo-Heimspielen zugelassen. (Archiv) Bildrechte: imago images/Steffen Kuttner

Leere Plätze bei Wechsel zu 2G?

Ob Dynamo bei diesem Standpunkt bleibt, wenn die gesamte Zweitliga-Konkurrenz per 2G wieder volle Stadien erlaubt, und das dann auch in Sachsen möglich wäre, bleibt abzuwarten. Immerhin würden dann 50 Prozent der Zuschauereinnahmen fehlen. Fakt ist aber auch, dass die Impfquote in keinem anderen Bundesland niedriger ist als in Sachsen. Mit der Einführung der 2G-Regelung besteht also die Gefahr, dass viele Plätze unbesetzt bleiben.

Dynamo-Ultras boykottieren 2G in Hamburg

Bestes Beispiel ist die Aktion von Dynamo-Fans in Bezug auf das Auswärtsspiel am 3. Oktober beim FC St. Pauli. Da haben die Dynamo-Ultras deutlich gezeigt, was sie vom Wegfall des dritten Gs halten. So verzichtet der "K-Block Dynamo" am 3. Oktober auf die Auswärtsfahrt nach Hamburg, weil dort das Millerntor-Stadion erstmals seit Beginn der Pandemie mit der 2G-Regel wieder voll ausgelastet werden soll. Diese Vorgehensweise sei nach Angaben der Dynamo-Ultras "nicht akzeptabel".

Andere Clubs pro 3G

Auch andere Clubs bleiben bei der 3G-Regel. "Wir spüren, dass die Gesellschaft gespalten ist, und hoffen daher, dass die Politik Bedingungen schafft, bei denen wir niemanden ausgrenzen müssen", sagt Sandra Zimmermann, Geschäftsführerin der Volleyball-Frauen des Dresdner SC in der "Sächsischen Zeitung". Sie dürfen im ersten Heimspiel am 10. Oktober vor bis zu 1.400 Zuschauer spielen.

Auch Konrad Augustin, Pressesprecher der Dresdner Eislöwen wird in dem Bericht zitiert und begründet das Festhalten an 3G: Man wolle auch den Ungeimpften die Möglichkeit geben, die Spiele zu besuchen. Die Eishalle darf zur Hälfte ausgelastet werden. Das könnten aktuell bis zu 2.206 Zuschauer sein.

(ten/pm)

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 30. September 2021 | 19:30 Uhr

19 Kommentare

Zwickauer1 vor 8 Wochen

Danke Lok.
Ich schreibe eigentlich immer etwas mehr.
Kommt nicht immer durch. Warum das so ist kann ich nur ahnen.
Ich bin Fußballer mit Herz und Seele.
Doch stehe auch mitten im Leben.
Ich schreibe doch die Dinge nicht um jemanden zu ärgern.
Das Leben hat mich so geprägt und ganz viele Menschen in meinem Umfeld haben die gleichen Sorgen wie ich.
Also so ganz verkehrt kann meine (unsere) Meinung nicht sein.
Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende und viele Grüße in den schönen Harz.

Lok vor 8 Wochen

@Zwickauer1
Ich lese Deine Kommentare immer wieder gern, weil es bei Dir nicht bloß schwarz und weiß, sondern auch Grautöne gibt. Hätten mehr Menschen diese Mentalität, wäre das Miteinander ein Besseres.
Gruß aus dem Harz.

Zwickauer1 vor 8 Wochen

Danke Aldi.
Ich bin halt auch Ehrenamtlich unterwegs. Sollte 2 G eintreten, kann ich meine Tätigkeit nicht mehr ausüben.
Wir haben ein Hygienekonzept im Verein was erste Sahne ist. Hat bisher niemand getroffen.
Ich bin und bleibe ungeimpft.
Keiner der Eltern oder Spieler hat mir deshalb Vorwürfe gemacht.
Nein, sogar durch Reden mit den Eltern stieß ich auf große Zustimmung und Beistand.
Das sind auch meine Erfahrungen im privaten Umfeld.
Trotzdem geht das Training und der Spielbetrieb weiter da wir zwei Trainer in der Mannschaft sind.
Mein Kollege und Freund ist geimpft. Das ist für uns Normalität. Aber es wird halt schwer für Ihn die ganze Arbeit allein zu bewältigen.
Ich nenne das gezielte Spaltung.
Euch heute 3 Punkte gegen den HSV.