Fußball | 2. Bundesliga Wettbewerbsverzerrung: Dynamo will "alle juristischen Möglichkeiten ausschöpfen"

Nachdem Chris Löwe seinem Ärger über die Situation von Dynamo Dresden nach der Corona-Pause Luft gemacht hat, legt der kaufmännische Geschäftsführer Michael Born nun nach.

Michael Born
Michael Born spricht von Wettberwerbsverzerrung. (Archiv) Bildrechte: IMAGO

Nach Dynamo-Spieler Chris Löwe hat nun auch der kaufmännische Geschäftsführer von Dynamo Dresden, Michael Born, Kritik an der Deutschen Fußball-Liga (DFL) geäußert. In einer Mitteilung an "Sport im Osten" spricht der 52-Jährige sogar von Wettbewerbsverzerrung. Und das könnte nun offenbar Konsequenzen haben. Man werde alle juristischen Möglichkeiten im Sinne von Dynamo Dresden ausschöpfen, "um gegen diese Ungerechtigkeit vorzugehen, wenn wir damit Aussicht auf Erfolg haben", so Born am Freitagnachmittag (19. Juni).

Born: Kein fairer Wettbewerb

Worum geht es: Dresden musste binnen 19 Tagen sieben Spiele bestreiten, weil die Mannschaft kurz vor der Wiederaufnahme des Spielbetriebs wegen positiver Coronatests in eine zweiwöchige Quarantäne geschickt worden war. Da die DFL die Saison - aus wirtschaftlichen Gründen nachvollziehbar - unbedingt bis Ende Juni beenden will, musste Dynamo zuerst einen Kaltstart und dann ein Mammutprogramm absolvieren.

"Was wir jetzt im Saisonendspurt erlebt haben, ist ganz offensichtlich eine Verzerrung des fairen Wettbewerbs in der 2. Bundesliga", so Born. Dabei sei nicht die Anzahl der Spiele das Problem, sondern der Fakt, dass kein anderes Team eine ähnliche Belastung zu stemmen habe wie Dynamo. "Unsere Spieler gehen auf dem Zahnfleisch, sie können nicht mehr, weil die Tanks leer sind", so Born weiter.

Jannik Müller Dynamo Dresden nach dem Foul an Jannik Dehm KSV
Platzverweis für Jannik Müller im Spiel gegen Kiel. Bildrechte: imago images/Holsteinoffice

Rückendeckung für Löwe aus dem Verein

Michael Born solidarisierte sich am Freitag mit Löwe, der nach dem 0:2 bei Holstein Kiel drastische Worte in Richtung DFL fand. "Auch wenn nicht jedes Wort zitierfähig ist, so hat Chris Löwe in seinem sehr emotionalen Statement nach dem Kiel-Spiel der Mannschaft und allen Menschen aus dem Herzen gesprochen, die für einen sportlich fairen Wettbewerb stehen".

Auch Dynamo-Trainer Markus Kauczinski stärkte seinem Spieler den Rücken: "Er hat das gesagt, was wir alle in unseren Herzen und Köpfen haben". Er selbst würde rechtliche Schritte wegen einer möglichen Wettbewerbsverzerrung sogar befürworten: "Einfach um zu zeigen, dass man sich wehrt, dass man nicht alles über sich ergehen lässt."

Sportlicher Klassenerhalt als "Mission Impossible"

Sportlich ist das schon vor Corona anspruchsvolle Ziel Klassenerhalt derweil zu einer "Mission Impossible" geworden. Seit dem Restart holte Dynamo nur vier von 21 möglichen Punkten. Fünf Zähler Rückstand auf den Relegationsrang und die deutlich schlechtere Tordifferenz sind bei zwei noch ausstehenden Spielen nur noch theoretisch aufzuholen.

___
red

Videos und Audios zur 2. Fußball-Bundesliga

Steve Breitkreuz
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Über eineinhalb Jahre Leidenszeit mit einer Knieverletzung liegen hinter Steve Breitkreuz. Auswärts beim Hamburger SV gab Erzgebirge Aues Verteidiger nun endlich sein Comeback. Wie hat er die 90 Minuten erlebt?

Do 22.10.2020 15:06Uhr 02:36 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-erzgebirge-aue-steve-breitkreuz-unbeschreiblich-und-absolut-platt-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Alle anzeigen (75)

(red/sid)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 19. Juni 2020 | 17:45 Uhr

98 Kommentare

Montezuma vor 18 Wochen

Neuhaus ist längst von der Gehaltsliste runter, da er einen anderen Vertrag hat. Walpurgis zahlt man noch bis zum 30.6. diesen Jahres, ist also quasi auch runter. Lediglich Fiel zahlt man noch ein JAhr.
Übrigens geht es vorerst lediglich um die Prüfung der Erfolgsaussichten. Das dürfte bei den Anwaltskanzleien, die als Sponsor bei Dynamo auftreten, nicht teuer sein.

Montezuma vor 18 Wochen

Ich würde mich freuen, wenn das klappen würde. Aber wie war es denn bisher? Egal bei welcher Gelegenheit, schert ein Klub aus und versucht, sinnvolle Sachen zu erreichen, zieht sich der Rest leise und still unter den DFB/DFL-Rock zurück. Egal ob der vorpreschende Verein Dynamo (Kollektivstrafen), Union (DFB-Fankonzept) oder St. Pauli heißt. Auch Werder darf die Kostenthematik ganz allein mit der Stadt austragen, anstatt ordentlich Rückendeckung zu bekommen.

Montezuma vor 18 Wochen

Sie haben sich die Interviews nicht wirklich angeschaut/-hört, oder? Dass die Hinrunde saumäßig war und dazu geführt hat, dass man überhaupt in diesem Schlamassel sitzt, wird regelmäßig von Dynamospielern (inkl. Löwe) und Verantwortlichen betont. Aber was man halt nicht hören will...