Fußball | 2. Bundesliga Dynamo Dresden: Cheftrainer Capretti sieht Relegation als Chance

Nach oben geht nichts mehr, direkt nach unten auch nicht. Zwei Spieltage vor dem regulären Ende ist klar, dass Dynamo Dresden nur über die Relegation die Klasse halten kann. Trainer Guerino Capretti sieht das nicht als Last.

Guerino Capretti
Dynamo-Trainer Guerino Capretti  Bildrechte: IMAGO / Dennis Hetzschold

Die Saison von Dynamo Dresden wird um zwei Spiele verlängert. Denn nach den Ergebnissen des 32. Spieltages ist klar: Dynamo wird in der Relegation spielen. Während die Chancen auf den direkten Klassenerhalt nach dem 1:1 gegen Jahn Regensburg endgültig dahin waren, fiel die Möglichkeit eines direkten Abstieges nach Aues anschließender 0:6-Klatsche in Darmstadt ebenfalls vom Tisch.

Capretti hofft auf "guten, stimmungsvollen Saisonausgang"

In einem Interview auf der Vereinshomepage hat sich Trainer Guerino Capretti nun zu den Relegationsspielen, die Dynamo am 20. und 24. Mai gegen den noch nicht feststehenden Dritten der 3. Liga bestreiten muss, geäußert. "Ich begreife die Relegation nicht als Last, sondern als eine große Chance. Wir können in nur zwei Spielen nachweisen, dass wir als Team in die 2. Bundesliga gehören", erklärte der 40-Jährige. Eine enttäuschende Rückrunde könne so "urplötzlich in einen guten, stimmungsvollen Saisonausgang" verwandelt werden.

In einer Relegation werden Helden geboren. Jeder Beteiligte muss 101 Prozent für Dynamo geben.

Guerino Capretti Trainer Dynamo Dresden

Dynamo weiterhin sieglos in 2022

Die späte Punkteteilung gegen Regensburg sei eine große Enttäuschung gewesen. Seinem Team würde "oftmals der letzte Punch" fehlen: "Es braucht in meinem Team eine gewisse 'Scheißegal-Mentalität', um all den Widerständen und Hürden permanent trotzen zu können und unser Ding einfach durchzuziehen", so Capretti. Als einziges deutsches Profifußballteam wartet Dynamo im neuen und mittlerweile vier Monate alten Kalenderjahr noch auf einen Sieg.

Rückenwind holen im Spiel gegen Aue

Capretti kündigte an, die verbleibenden zwei Ligaspiele zu nutzen, um die Mannschaft für die Relegation in Topform zu bringen. Besonders dem Meisterschaftsabschluss gegen den bereits als Absteiger feststehenden sächsischen Rivalen FC Erzgebirge Aue misst der Trainer große Bedeutung bei. "Das ist ein Derby, ein unfassbar wichtiges Spiel für die Fans und uns. In diesem Match können wir uns viel Rückenwind für die Relegation holen", sagte Capretti.

Der vom SC Verl gekommene Coach sieht in der Relegation auch Druck beim Drittliga-Dritten. "Egal, ob der Relegationsgegner am Ende nun Braunschweig, Kaiserslautern oder 1860 München heißen wird – all diese Teams haben auch Druck, weil ihnen trotz einer guten Saison ein weiteres Jahr in der 3. Liga droht. Letztlich ist es so, dass wir mit unserer eigenen Leistung entscheiden, wer durch die offene Tür in die 2. Liga geht", betonte Capretti.

Stimmen nach dem Regensburg-Spiel

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Mit dem Auftritt seines Teams war Guerino Capretti zufrieden, umso bitterer ist das Ergebnis aus seiner Sicht. Nun geht es einmal mehr darum, das Positive aus dem Spiel zu ziehen.

Sa 30.04.2022 16:10Uhr 03:00 min

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Christoph Daferner hat Dynamo Dresden gegen Jahn Regensburg in Führung gebracht. Ein Sieg sollte für sein Team aber nicht herausspringen. Das sorgt natürlich für hängende Köpfe.

Sa 30.04.2022 15:57Uhr 02:53 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-sg-dynamo-dresden-ssv-jahn-regensburg-daferner-100.html

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red/dpa

Videos und Audios zur 2. Fußball-Bundesliga

Luca Schuler
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SpiO St. Pauli - FCM
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Der 1. FC Magdeburg kommt noch nicht so recht in Schwung in der 2. Bundesliga. In verletzungsbedingter Abwesenheit von Spielmacher Baris Atik kassierten die Sachsen-Anhalter eine deutliche Schlappe beim FC St. Pauli.

So 14.08.2022 17:24Uhr 01:44 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-spio-vier-fc-st-pauli-fc-magdeburg-100.html

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 07. Mai 2022 | 14:00 Uhr

31 Kommentare

Dynamokralle vor 15 Wochen

Nach der anfänglichen Euphorie war es ein ganz schön hartes „Lehrjahr“ vor allem für unsere jungen Spieler. Nun steht sozusagen die Prüfung an, was man aus dem Ganzen für Lehren und Erkenntnisse gezogen hat. Dafür gibt’s sogar noch ne Vorbereitungszeit mit Tests. „Helden“ werden wohl eher in der Relegation am anderen Ende der Tabelle geboren, aber die Gelegenheit zu zeigen, dass da doch was entstanden ist, man gelernt hat und ganze Kerle mit Rückgrat, Stolz und Siegeswille für den Verein kämpfen und ihr Potenzial abrufen, ist es allemal. Darauf sollten sich, ungeachtet aller Kritik und Vorwürfen, wieder alle gemeinsam einschwören, damit die Prognose vom Harzer Realität wird: „die SGD bleibt Zweitligist“ 💪🏼

mako vor 15 Wochen

Das letzte Spiel war sinnbildlich für die Saison. "Man hat sich stets bemüht"...mehr nicht. Es reicht einfach nicht. Mannschaft und der Trainer sowieso haben kein Zweitligaformat und schlicht keine Gewinnermentalität. Seit ewigen Zeiten sinnfreies Gelaber und Durchhalteparolen. Sieht man deutlich an den Zuschauern. In so einer entscheidenden Phase ein Drittel der Plätze leer... in Dresden! Klar kann man sich jetzt über Erfolgsfans mokieren, aber wer denkt, man bekommt so ein Stadion mit fanatischen Allesfahrern voll, ist ein Träumer. 2013 ging es auch in die Relegation gegen den Abstieg aber die Stimmung war eine andere. Die Leute waren heiß, im Rückspiel von der ersten bis zur letzten Minute ein Höllenkrach. Und jetzt? Was Trainer und Mannschaft von sich geben, ist das Pfeifen im Wald. Gegen 50.000 Kaputte auf dem Betzenberg oder gegen 1860? Also wer angesichts des Zustandes unserer Heldentruppe daran glaubt, hat ein sonniges Gemüt. Ich erwarte hier gar nichts.

70er vor 15 Wochen

Himmeltraurig, wenn Menschen in einer Leistungsgesellschaft nicht mit Druck umgehen können. Dann können sie es in der 1. BL ebensowenig, wie in der Regionalliga. Und bitteschön: In diese "druckvolle" Situation haben sich die Dynamo-Spieler ganz alleine gebracht. - Von Match zu Match lese ich nur Parolen über Hoffnung auf Selbstvertrauen im Vorfeld. Und danach? Klar doch: Hoffnung auf das nächste Spiel...
Es gibt da einen netten Spruch: Hilf Dir selber, DANN hilft Dir Gott. Ich bin nicht gläubig, aber mich hat diese Maxime unbeschadet auch durch die finstersten (Lebens)täler geführt.

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