Fußball | 2. Bundesliga Dynamo-Trainer Kauczinski: "Es wird kein gerechtes Szenario geben!"

Auch wenn er mit Dynamo Dresden am Mittwoch erstmals nach fast vier Wochen trainieren konnte, so glaubt SGD-Coach Markus Kauczinski nicht, dass die Auswirkungen von Corona den Fußball so schnell wieder los lassen werden.

"Wir können uns abschminken, dass die Saison irgendwie normal zuende geht!", sagt Dynamo Dresdens Trainer Markus Kauczinski. Im "SpiO"-Talk am Donnerstagmorgen sprach Karen Storelli mit dem Coach des abstiegsgefährdeten Fußball-Zweitligisten.

Der 50-Jährige denkt nicht, dass es ein "vollkommen gerechtes Szenario" geben werde. Irgendetwas werde immer sein. Beginnend mit den Geisterspielen: "Das ist erst einmal für jeden ein Nachteil, aber wir haben besonders frenetische Fans." 30.000 passen ins Harbig-Stadion, die fehlen den Sachsen: "Es wird nicht anders gehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Auflagen so gelockert werden, dass 30.000 Mann ins Stadion kommen können. Das sind dann die Dinge, die man akzeptieren muss." Und das nicht nur in dieser Spielzeit: "Ich befürchte, dass es auch noch in die kommende Saison hinein reichen wird."

Ministerpräsident Sachsens Michael Kretschmer und Cheftrainer Markus Kauczinksi.
Kauczinski und Dynamo sind nun von den politischen Vorgaben abhängig. Hier begrüßt Kauczinski Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (Archivbild). Bildrechte: imago images/Steffen Kuttner

Geflasht von dem Aue-Sieg

Die Zwangspause, fünf Tage nach dem so wichtigen 2:1 im Derby gegen Erzgebirge Aue inklusive eines Traumtores von Patrick Schmidt war erst einmal Feierabend, passte dem Dynamo-Coach nicht: "Man war geflasht von dem Spiel, hatte ein gutes Gefühl, ich hätte nach Aue gerne weiter gespielt." Zumal es der zweite Sieg in Folge war: "Wir haben zwei gute Spiele gemacht, aber auch das müssen wir so hinnehmen."

Patrick Schmidt, Godsway Donyoh und Simon Makienok
Patrick Schmidt und Dynamo konnte Aue nach Rückstand noch bezwingen. Bildrechte: imago images/Matthias Rietschel

Am Mittwoch ging es in zwei Zwölfer-Gruppen, unter strengen Auflagen, eine am Vormittag und eine am Nachmittag, immerhin wieder mit leichtem Training los: "Das war wunderbar, das Wetter war auch perfekt im Stadion, es war schön, die Jungs wieder zu sehen." Zumal die sich offenbar nicht hängen gelassen hatten: "Die Jungs haben sich vorbildlich verhalten, ihre Hausaufgaben gemacht", lobt Kauczinki den Fitnesszustand seiner Mannschaft.

Wunsch nach Einheitlichkeit

Nun arbeite man daran, "technische und athletische Bewegungen miteinander zu verbinden". Dynamo arbeitet auf "Tag X" Anfang Mai hin: "Wir tun so, als würden wir im Mai starten, wissen aber, dass da noch eine Menge dazwischen kommen." Sein Wunsch wären einheitliche Vorbereitungsregeln in ganz Deutschland: "Einige trainieren in Siebener- oder Achter-Gruppen, andere dürfen nur zu zweit oder zu dritt." Bei Dynamo erlaubte das sächsische Innenministerium maximal Dreier-Gruppen, aber auch nur mit einem Abstand von 1,5 Meter dazwischen. Kauczinski teilte das Dutzend Spieler dann entsprechend auf.

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cke

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 09. April 2020 | 21:45 Uhr

12 Kommentare

Guter Schwabe vor 27 Wochen

Fragt mal in Bielefeld nach. Oder weiter, in Karlsruhe, Nürnberg, Bochum, Hamburg, Osnabrück, usw. Weil dort wirtschaftlich nur mit TV Geldern ausgehalten wird. Dort geht im Mai das Licht aus.
Frag mal in Aue, Dresden, Regensburg, Kiel, Wiesbaden, usw. nach, was diese Vereine anders machen.
Großmut kommt vor dem Fall und es wird langsam mal Zeit, dass sich in dieser Fußballlandschaft was ändert.
PS. Der Präsident von Augsburg hat es auf den Punkt gebracht, Millionen umsetzen und die Angestellten auf Staatskosten in die Kurzarbeit schicken.
DyGr

SGDHarzer66 vor 27 Wochen

Insofern verstehen sie etwas nicht richtig, weil es für ALLE Teams das Beste wäre, da die Gesundheit an erster Stelle stehen sollte. Oder sehen sie das etwa anders? :-)

Ossi aus DD vor 27 Wochen

Abbruch halte ich für nicht fair. Natürlich würden sich Vereine die derzeit auf einen Abstiegsplatz stehen freuen. Aber wie geht es den Vereinen oben? Fragt mal in Bielefeld nach. Warum nicht einfach die Ligen in Europa anpassen? Man spielt in den Skaninavischen Ländern oder in Russland zum Teil von März bis Oktober. Somit hätte man Zeit bis Dezember um die Saison zu beenden.
Oder warum lässt man nicht die nächste Saison ausfallen. Bis dahin könnte man die Ligen im laufenden Jahr bis Dezember fair zu Ende spielen. Von März bis Juni in aller Ruhe die EM ausrichten mit ordentlicher wochenlanger Vorbereitung der Nationalteams und dann fängt die neue Saison an. Müsste nur noch über die finanzielle Absicherung der Vereine eine Lösung her. Warum derzeit die TV Gelder nicht gezahlt werden und Vereine in den Ruin getrieben werden ist mir ein Rätsel. Ich muss zb. Sky weiter bezahlen obwohl keine Bundesliga läuft. Aber NEIN zu Abbruch oder Geisterspielen.

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