Fußball | 2. Bundesliga Dynamo verurteilt Randale bei Pauli-Spiel und kritisiert Sicherheitskonzept

Dynamo Dresden hat die heftigen Ausschreitungen von SGD-Fans beim Auswärtsspiel am vergangenen Freitag gegen den FC verurteilt. Gleichzeitig kritisierten die Schwarz-Gelben aber auch das Sicherheitskonzept der Gastgeber.

Krawall im St. Pauli-Stadion - Polizei drängt die Fans von Dresden zurück, Rakete wird Richtung Heimfans geschossen
Die Polizei drängt die Fans von Dresden auf St. Pauli zurück, Rakete wird Richtung Heimfans geschossen. Bildrechte: imago images/Sven Simon

Beim Auswärtsauftritt von Dynamo Dresden beim FC St. Pauli war es am Freitagabend heftigen Ausschreitungen gekommen. Am Mittwoch (19. Februar) veröffentlichte die SGD nun eine ausführliche Stellungnahme zu den Ereignissen. "Wir verurteilen jegliche Form von Gewalt und distanzieren uns ganz klar von den Personen, die unmittelbar nach dem Auswärtsspiel beim FC St. Pauli Menschen mit massiver körperlicher Gewalt angegriffen haben", erklärte Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born darin.

Sobald die Täter identifiziert sein sollten, will Dynamo bei St. Pauli auf die Aussprache von Stadionverboten hinwirken und die Strafen in der neu gegründeten "Kommission Strafumlegung" hart behandeln. "Wir wünschen allen Verletzten und Betroffenen auch auf diesem Wege nochmals von Herzen gute Besserung", betont Born.

"Zu keinem Zeitpunkt eine taugliche Fantrennung"

Dazu haben die Dresdner die Ereignisse in Hamburg umfassend aufgearbeitet. Demnach wurden bei den Randalen 13 Menschen verletzt, vier Personen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Eine ausreichende Fantrennung zwischen Heim- und Gästebereich sei zu keinem Zeitpunkt des Spiels gewährleistet gewesen. Zudem sei von Pauli-Fans ein Spruchband, das den "Opfermythos" rund um die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg zum Inhalt hatte und Aufkleber verteilt worden mit dem Dynamo-Logo und einer herabfallenden Bombe.

"Aus unserer Aufarbeitung geht auch hervor, dass die Vorfälle erst dadurch möglich waren, weil zu keinem Zeitpunkt eine taugliche Fantrennung unter Berücksichtigung der besonderen Rivalität beider Anhängerschaften zu erkennen war. Hier stellen wir ganz klar ein organisatorisches Versäumnis unter Berücksichtigung aller sicherheitsrelevanten Punkte des Gastgebers fest", erklärte Born.

pm/cdi

Dieses Thema im Programm: MDR aktuell - Das Nachrichtenradio | 19. Februar 2020 | 18:40 Uhr

16 Kommentare

Muzzi vor 39 Wochen

Herrlich wie sich überall über den Vorfall zerissen wird, vor allem von Leuten, welche nicht dabei waren. Lach ich mich ja kaputt. Ist in ungefähr so Niveauvoll teilweise, wie der ältere Herr letzten Freitag, der auf der Nord ca. 5 meter neben uns gesessen hat und vor lauter Mittelfinger winken Richtung Gästeblock fast übers Geländer gefallen wäre. Auf St. Pauli haben leider schon sehr viele vergessen, welches Klientel den verein zwischen 193 und 1945 prägte und aus welchen Gevolkschaften der FC St. Pauli entstanden ist. Ein bisschen Bildung würde so manchen Pauli Fan sicher nicht schaden, wobei ich nach dem erlebten am Freitag mehr als unsicher bin, ob es überhaupt möglich ist, von Bildung bei so manchem zu sprechen. Alter Schwede, da waren schon paar geistige Tiefflieger dabei dort auf der Nord :-)

Ostsachse vor 39 Wochen

Das hat, glaub ich, andere Gründe ein Stadion in Deutschland ohne Puffer bzw Fan Trennung ist undenkbar, wie die jüngsten Vorkommnisse zeigen , Wie die Engländer das bewerkstelligen ,weiß ich nicht , für eine kurze Info dazu wäre ich dankbar

Stefan1411 vor 39 Wochen

Der Start der Rakete folgte erst als die meisten schon wieder im Block waren. Es ändert nichts daran das die Gegenstände und Provokationen vorher von St Pauli Fans kamen .
Das Raketen nichts im Stadion zu suchen haben ist indiskutabel, aber ob sie gefährlicher sind als die Glasflaschen/kleine Schnapsflaschen) die aus 15-20m bewusst auf Leute im Gästeblock geworfen wurden bezweifle ich . Von sowas möchte ich nicht getroffen werden.
Die Sticker waren auch nicht der Grund für die Randale.
Der wahre Opfermythos existiert nur bei St Pauli. Wohl kaum ein anderer Verein in Deutschland jammert so chronisch und sieht sich immer in der Opferrolle.
Das Klientel was nur Fussball vom Sofa schaut mag das Klischee von friedlichen, kultigen Kiezclub, mit seinen harmlosen schrulligen Anhängern, die gegen Nazis sind und für alles gute auf der Welt ja gern noch glauben. Aber jeder der die Fussball-Szene kennt, weiß das es dies schon seit Jahrzehnten nicht mehr gibt bei den Hamburgern