Fußball | 2. Bundesliga Dynamo gibt in Bochum Sieg aus der Hand

6. Spieltag

Dynamo Dresdens erster Auswärtssieg seit April 2019 schien schon ganz nah, ehe der VfL Bochum vor 16.859 Zuschauern in einer aufregenden Schlussphase zurückkam und die zwischenzeitliche 2:0-Führung der SGD noch in ein 2:2-Remis egalisierte. Der Kopfball von Ex-Dynamo Anthony Losilla machte die Dresdner Hoffnungen spät zunichte (85.). Anschließend mussten die Schwarz-Gelben sogar noch um den einen Punkt zittern.

von Maximilian Hendel

Im Zweikampf Rene Klingenburg ( 17, Dynamo Dresden) und Anthony Losilla ( 8, VfL Bochum)
Startelfdebütant René Klingenburg im Zweikampf mit dem Ex-Dresdner Anthony Losilla, der den Schlusspunkt des Spiels setzen sollte. Bildrechte: imago images / Nordphoto

Neuzugang René Klingenburg durfte anstelle des Rot-gesperrten Jannis Nikolaou im zentralen Mittelfeld sein Startelfdebüt in der 2. Liga geben. Zudem rückte Florian Ballas in die Dreierkette, da U19-Nationalspieler Kevin Ehlers, der bis dato noch gar keine Saisonminute verpasst hatte, nach anstrengender Länderspielreise samt Erkrankung eine Verschnaufpause erhielt. Wenige Minuten vor Abpfiff sollte auch der lange verletzte Marco Hartmann noch sein Punktspiel-Comeback geben.

Bochum aggressiv - Dynamo hält dagegen

SGD-Cheftrainer Cristian Fiel hatte es bereits unter der Woche geahnt – der VfL werde unter Neu-Trainer Thomas Reis aggressiv zu Werke gehen. Das taten die Hausherren auch und versuchten, Dresden von Beginn an weit in deren Hälfte zu pressen.

Aber Dynamo hielt energisch dagegen und hatte in der Summe sogar die zwingenderen Torchancen. Wirklich eng wurde es für die Schwarz-Gelben zunächst lediglich bei Milos Pantovic‘ abgefälschtem Flachschuss (13.). Auf der anderen Seite hatte Alexander Jeremejeff früh VfL-Schlussmann Manuel Riemann aus spitzem Winkel geprüft (4.). Baris Atiks Flatterball aus der Drehung ließ Riemann dann mit Mühe nach vorn klatschen – kein Gästeangreifer stand für den Abstauber bereit (33.).

im Zweikampf Chris Löwe ( 15, Dynamo Dresden) und Milos Pantovic ( 27, VfL Bochum)
SGD-Torvorbereiter Chris Löwe (li.) und Kapitän Jannik Müller nehmen Bochums Milos Pantovic in die Mangel. Bildrechte: imago images / Nordphoto

Konés Jokertor genügt nicht

Der zweite Durchgang begann nach Maß aus Dresdner Sicht: Chris Löwe hinterlief Klingenburg über links, bekam den Ball in den Lauf und leitete flach und scharf in den Fünfmeterraum weiter, wo Jeremejeff – dem vor der Pause noch ein Abseitstor berechtigterweise zurückgepfiffen worden war (16.) – mit der Fußspitze entscheidend ins lange Eck verlängerte (47.).

Und es wurde noch besser: Dynamos Torschütze behauptete sehenswert gegen zwei Bochumer, hatte dann das Auge für den in die Tiefe gestarteten Joker Moussa Koné, der vor Riemann die Nerven behielt (63.).

Es herrschte ernüchterte Stille auf den Heimrängen, die Sachsen hatten die Partie im Griff, doch Linus Wahlqvists Unachtsamkeit – ihm war Danny Blum im Rücken entwischt –, bot dem VfL jenen Spalt zurück ins Spiel, den der eingewechselte Linksfuß eiskalt nutzte (79.). Losillas unhaltbarer Kopfball zum 2:2 nach Blums punktgenauer Ecke brachte Dynamos Statik endgültig ins Wanken (85.). Immerhin retteten die Gäste den urplötzlich gefährdeten Punkt über die Zeit.

Das sagten die Trainer

Christian Fiel (Dresden): "Es war ein verrücktes Spiel. Wir gehen nach der Pause schnell in Führung, aber danach hatte ich das Gefühl, wir verlieren komplett den Faden. Dann machen wir im Konter sogar das 2:0. Aber ich dachte trotzdem die ganze Zeit: Wo ist die Kontrolle in unserem Spiel? Der VfL wurde nach unserer 2:0-Führung immer druckvoller und hat sich gut zurückgekämpft. Aber dennoch: Wenn du 2:0 führst, musst du hier heute die drei Punkte mitnehmen."

Thomas Reis (Bochum): "Es war ein sehr interessantes und intensives Spiel zum Einstand. Von der Intensität kann man sich nichts Besseres wünschen. Dann gehen wir sogar noch 0:2 in Rückstand, das war ebenso nicht optimal verteidigt, auch wenn Dresden es gut ausspielt. Nachher muss man der Mannschaft aber wieder ein Kompliment machen, wie sie wieder mit dem Rückstand umgegangen ist. Das zeigt mir, dass sie absolut intakt ist."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 15. September 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. September 2019, 17:35 Uhr

15 Kommentare

jochen vor 8 Wochen

Also 6 Punkte aus 6 Spielen so schlecht ist das keines falls,denn hochgerechnet ergibt das nach 34 Spielen (Saisonende) immerhin 34 Punkte und somit bleibt man in Liga 2!

Aldi1 vor 8 Wochen

Na, nach 7 Punkten aus den letzten drei Spielen im Schacht, welche ihr geholt habt, sind wir jetzt mal wieder dran mit nem Dreier. Nichts für Ungut, Harzer. ⚒️

Dynamokralle vor 8 Wochen

@Dynamo
Ich hatte Chris Löwe eher so verstanden, als ob sich einige Spieler, incl. ihm selbst, während des Spiels zunehmend nicht richtig gesund gefühlt hätten. Darauf wurde ja auch Fielo angesprochen, der es sich aber nicht erklären konnte. Dass die Fitness zur Zeit nicht reicht, glaube ich eher nicht, dass war doch auch wohl nicht das Problem in den letzten Spielen. Ich schaue ab und zu beim Training zu ( auch zu Zeiten von UN und MW ) und kann sagen, dass die Intensität unter Fielo schon sehr hoch ist. Dazu hat er ja in der Trainerausbildung auch sicher eine solide Basis und die neuesten Erkenntnisse vermittelt bekommen. Ich fürchte bei ihm eher, dass er auf Grund seiner Emotionalität, Motivation und noch relativ nahen Zeit als Spieler manchmal eine falsche Entscheidung trifft, weil er es allen recht machen möchte. Das wird er aber zunehmend erkennen bzw. sollte ihm das Umfeld ehrlich und hilfreich vermitteln.