Fußball | 2. Bundesliga 1. FC Magdeburg betrachtet Trainerlegende Krügel als rehabilitiert

Der 1. FC Magdeburg hat die Ergebnisse einer historischen Untersuchung der Vergangenheit von Heinz Krügel präsentiert. Der Meistertrainer war zwar Mitglied der Waffen-SS, ihm kann aber keine Beteiligung an Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg nachgewiesen werden.

Magdeburgs Trainer Heinz Krügel wird auf den Schultern des Spielers Hans-Georg Moldenhauer (verdeckt) getragen nach dem 4:0-Sieg seines 1. FC Magdeburg im FDGB-Pokalendspiel gegen den FC Karl-Marx-Stadt am 30.05.1969 im Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden. Gemeinsam mit ihrem Trainer freuen sich die Spieler (l-r) Jürgen Sparwasser, Rolf Retschlag, Manfred Zapf, Torwart Hans-Georg Moldenhauer (verdeckt), Joachim Walter, Peter Sykora und Jörg Ohm.
Magdeburgs Trainer Heinz Krügel wird auf den Schultern des Spielers Hans-Georg Moldenhauer (verdeckt) getragen nach dem 4:0-Sieg seines 1. FC Magdeburg im FDGB-Pokalendspiel gegen den FC Karl-Marx-Stadt am 30.05.1969. (Archiv) Bildrechte: dpa

Im Auftrag des 1. FC Magdeburg ist die Mitgliedschaft von Vereinslegende Heinz Krügel bei der Waffen-SS untersucht worden. Ein ehrenamtlicher Arbeitskreis, bestehend aus FCM-Präsident Peter Fechner, drei Historikern, zwei Rechtsanwälten und einer Pressesprecherin, hat zwischen Januar 2021 und Juni 2022 eine umfangreiche Archivrecherche durchgeführt.

Kommission entlastet Krügel

Vereinspräsident Fechner sagt zum Abschluss: "Aus den vorliegenden Erkenntnissen und nach der Quellenrecherche hat sich ergeben, dass es aus Sicht des 1. FC Magdeburg keinen Anlass gibt, das Andenken von Heinz Krügel als ehrenvoller Trainer des 1. FC Magdeburg infrage zu stellen." Gleichwohl gehöre die Vergangenheit in der Waffen-SS zu Krügels Biografie und solle nicht verschwiegen werden.

Krügel war kein NSDAP-Mitglied

Laut den zugänglichen Quellen sei keine Beteiligung Krügels an Kriegsverbrechen nachweisbar, schrieb der Verein in einer Pressemitteilung. Demnach war Krügel zwar Teil der Waffen-SS, aber kein NSDAP-Mitglied. Über seine militärische Verwendung in der Waffen-SS habe Krügel mehrfach nach dem Krieg in Fragebögen Auskunft erteilt. Die zugehörigen Unterlagen seien spätestens nach der Wiedervereinigung 1990 frei zugänglich gewesen.

Verein will an Vergangenheit erinnern

Der Verein möchte nun am Hein-Krügel-Denkmal vor dem Stadion eine Gedenktafel anbringen, die Krügels Biografie aufarbeitet. Bis Ende Juli soll der Recherchebericht des Arbeitskreises veröffentlicht werden. Die Arbeitsgruppe wurde notwendig, weil mehrere Medien kurz vor Krügels 100. Geburtstag im Frühjahr 2021 berichtet hatten, dass Krügel ab 1940 vermutlich freiwillig in der Waffen-SS kämpfte.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sachsen-Anhalt heute | 22. Juni 2022 | 19:00 Uhr

38 Kommentare

hettstedt vor 1 Stunde

Tolles Statement zum Thema!
Was hat das "hallesche Lager" mit der SS Vergangenheit von Krügel zu tun?

Es geht um die Befangenheit der Magdeburger, die daher in keinster Weise objektiv in der Bewertung der Schandtaten ihres Idols sein können.





SGDHarzer66 vor 4 Stunden

Sie können aus ihrer Wohlfühloase leicht urteilen - schämen Sie sich! Und noch eins Titus: man kann nur über Zeiten bewusst urteilen, die man selbst erlebt hat. Und da bin ich dann wieder bei der Meinung von MLink-Berlin.

MLink-Berlin vor 4 Stunden

Man hat doch gerade letztes Jahr aus dem Halleschen Lager das Geschrei nach Aufklärung durch den FCM gehört! Im Gegensatz zu euch beschäftigen wir uns mit wichtigen Themen! Bei euch werden sie totgeschwiegen!
Aber lassen wir das…

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