Fußball | 2. Bundesliga Inzidenzwert überschritten: Aue gegen Fürth ohne Publikum

Hiobsbotschaft für Erzgebirge Aue: Zum ersten Saison-Heimspiel gegen Greuther Fürth am Freitag müssen die Zuschauer draußen bleiben. Das teilte der Landkreis den "Veilchen" mit. Aues Präsident Helge Leonhardt sagte dem MDR: "Ein Schlag ins Gesicht in einer irrealen Welt".

Sonne und Wolken am Himmel über dem Erzgebirgsstadion
Erzgebirgsstadion, Heimstätte der "Veilchen". (Archiv) Bildrechte: dpa

Traumstart des FC Erzgebirge Aue in die neue Saison, Zweitliga-Tabellenführer – es hätte alles so schön sein können. Doch jetzt ist die gute Stimmung mit einer schlechten Nachricht getrübt worden: Zum ersten Saison-Heimspiel der "Veilchen“ am Freitag (25. September) dürfen keine Zuschauer ins Erzgebirgsstadion. Das gab der Verein am Dienstag (22. September) auf seiner Homepage bekannt. Der Klub wurde vom Landkreis darüber informiert, dass im Erzgebirgskreis der Wert von 20 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen überschritten worden ist.


Ein Schlag ins Gesicht in einer irrealen Welt

Aue-Präsident Helge Leonhardt

Weiter steigende Infektionen mit COVID-19

Im Wortlaut: "Aufgrund weiter steigender Infektionen mit COVID-19 hat der Erzgebirgskreis am heutigen Tag (Stand: 22.09.2020) 80 laborbestätigte Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen vermelden müssen. Dadurch wurde der erste von insgesamt drei Grenzwerten der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung (SächsCoronaSchVO) überschritten." Somit sind nach der sächsischen Corona-Verordnung Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Zuschauern untersagt. Die Inzidenz lag am Dienstag bei 24.

Aue von der Realität eingeholt

Helge Leonhardt
Aue-Präsident Helge Leonhardt. (Archiv) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Noch am 2. September war Aues Präsident Helge Leonhardt bezüglich der Zuschauer guten Mutes. In einer Pressekonferenz hatte er verkündet, dass die Auer die Genehmigung bekommen haben, "wieder mit Teilzuschauern zu spielen".

Demnach sollte der Zweitligist gegen Fürth 4.411 Zuschauer begrüßen können. Leonhardt bezeichnete damals die Nachricht als ein "historisches" Ereignis für den Klub, einen "moralischen Sieg mit positiven materiellen Auswirkungen." Das ist nun nicht eingetreten, Aue ist von der Realität eingeholt worden.

jmd/pm

Videos und Audios zur 2. Fußball-Bundesliga

Steve Breitkreuz
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Über eineinhalb Jahre Leidenszeit mit einer Knieverletzung liegen hinter Steve Breitkreuz. Auswärts beim Hamburger SV gab Erzgebirge Aues Verteidiger nun endlich sein Comeback. Wie hat er die 90 Minuten erlebt?

Do 22.10.2020 15:06Uhr 02:36 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-erzgebirge-aue-steve-breitkreuz-unbeschreiblich-und-absolut-platt-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 22. September 2020 | 19:30 Uhr

18 Kommentare

jako vor 5 Wochen

Der Grenzwert von 20 Neuinfektionen auf 100000 Menschen in 7 Tagen wird an einen Tag rechnerisch überschritten und schon sind bis auf weiteres alle Veranstaltungen über 1000 Menschen verboten wenn aber in den nächsten Tagen dieser Wert unter 20 ist müsste doch sofort wieder alles erlaubt sein. Nur mal so eine Anmerkung (7 Tage Grenzwert Erzgebirgskreis Stand 23.09.20 liegt bei 20,0)!!!! Was soll der ganze Wahnsinn?

Thoralf vor 5 Wochen

Mein aufrichtiges Beileid. Diese Dödel wird es immer geben. Es sind aber schon Veranstaltungen mit Publikum durchgeführt worden. Kultur und Sport. Die wirklich überwiegende Mehrheit hielt sich an die Hygienekonzepte. Dödel wurden entdödelt! Es sollte auch kein Wettbewerb gestartet werden, wer die meisten Zuschauer reinlässt.
Und Fakt ist das die Ansteckungsgefahr im Aussenbereich relativ gering ist.
Der Mensch ist ein soziales Wesen. Er möchte sozialen Kontakt. Stadion, Pflegeheim, Theater usw. Es muss möglich sein. Wir müssen lernen mit einer Gefahr zu leben.
So ziehen sich Menschen in private Räume zurück, Gaststätten, Gartenanlagen, wo niemand eine Maske trägt und die Infektionsgefahr durch Nähe viel grösser ist. Diese Gefahr wurde neuerdings auch durch die Politik erkannt.
Also wenn das Sportbedürfnis durch den Stadionbesuch (Hygienekonzept, gesellschaftl. Selbstkontrolle ) , dann ist das einfach besser! Darum geht es mir jetzt.

Thoralf vor 5 Wochen

Kurzer Einwurf:? Aue und Schleima bilden eine eigene Kreisstadt ( ca. 20000 Einwohner)! Der Erzgebirgskreis hat ca. 350 Tsd. Einwohner. Hatte nur gedacht Aue hätte ein eigenes Gesundheitsamt.
MDR Wissen- tolle!