Fußball | 2. Bundesliga Erzgebirge Aue: Nazarov bittet nach innigem Jubel um Nachsicht

Mit seinem Torjubel hat Aues Dimitrij Nazarov klar gegen die Hygienevorschriften der DFL verstoßen. Er habe damit seinem Busfahrer danken wollen, der dem Team das Leben gerettet habe. Aue war auf der Fahrt nach Nürnberg in einen schweren Unfall verwickelt.

Tor für Erzgebirge Aue. Dimitrij Nazarov (10, Aue) trifft zum 0:1 und jubelt mit Teambetreuer Thomas Romeyke (Aue).
Bildrechte: Picture Point/Pool/ Sven Sonntag

Es war die 51. Minute in Nürnberg, als Dimitrij Nazarov den FC Erzgebirge Aue in Nürnberg in Führung brachte. Der anschließende Torjubel allerdings dürfte bei den Herren der Deutschen Fußball Liga (DFL) nicht für Freudensprünge gesorgt haben.

"Bisschen Menschlichkeit zeigen"

Der Torschütze rannte auf Teambetreuer Thomas Romeyke zu. Es folgte eine innige Umarmung, diese Art Jubel ist durch die DFL ausdrücklich untersagt worden. Nachdem es vergangenes Wochenende bei Hertha BSC einen ähnlichen Fall gegeben hatte, übermittelte die DFL allen Proficlubs einen dreiseitigen Brief, bat dringend um die Einhaltung des Hygiene- und Sicherheitskonzeptes. Nur Ellenbogen- und Fußkontakte seien erlaubt.

Nazarov erklärte seinen Fauxpas am Tag danach: "Der Torjubel ging ganz klar an unseren Busfahrer. Er hat uns das Leben gerettet. Ohne ihn, wenn es nicht so schnell reagiert hätte, wer weiß was passiert wäre. Ich hoffe, dass die DFL ein Auge zudrückt. Ich weiß, man darf das nicht. Ich hoffe, das versteht jeder. Da muss man auch mal ein bisschen Menschlichkeit zeigen.“

Dirk Schuster: "Brutale Situation"

Hintergrund: Auf der Fahrt nach Nürnberg am Donnerstag war der Mannschaftsbus der Veilchen in einen schweren Unfall verwickelt worden. Aue-Coach Dirk Schuster saß in der ersten Reihe und erlebte die Szene hautnah: "Es war eine brutale Situation. Wir fahren auf dem Zubringer zur Beschleunigungsspur, auf einmal kommt ein Meter vor der Frontscheibe ein Auto geflogen. Wir wollten aber unbedingt spielen, obwohl es zu jedem Zeitpunkt ein Thema war. Die Mannschaft hat das aber ausgeblendet, sich fokussiert, das ist bemerkenswert."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 23. Mai 2020 | 19:30 Uhr