Fußball | 2. Bundesliga Erzgebirge Aue und die 40-Punkte-Marke: Der vierte Anlauf soll sitzen

Erzgebirge Aues Auswärtsmisere hat weiter Bestand. Zwar fehlt den "Veilchen" nur noch ein Sieg bis zum endgültigen Klassenerhalt, aber Angreifer Pascal Testroet warnt, die "mühsam" erarbeitete Ausgangsposition nicht auf den letzten Metern noch zu verspielen. Am Sonntag reist Abstiegskandidat Karlsruher SC ins Lößnitztal.

Im Bild von links:  Timo Beermann (33, Heidenheim), Pascal Testroet (37, Aue) und Niklas Dorsch (36, Heidenheim).
Pascal Testroet stand in Heidenheim erstmals seit seiner Knie-OP wieder in der Startelf. Bildrechte: PICTURE POINT/ Sven Sonntag/ Poolfoto

Sie hatten sich so viel vorgenommen, wollten endlich den zweiten Auswärtssieg dieser Saison landen – aber schließlich musste der FC Erzgebirge Aue auch nach dem 14. vergeblichen Anlauf seit dem Auftakterfolg in Fürth im Juli 2019 (!) einmal mehr enttäuscht den Heimweg antreten. Beim Überraschungsteam 1. FC Heidenheim verlor die Mannschaft von Cheftrainer Dirk Schuster glatt mit 0:3 (0:0).

14 Spiele ohne Auswärtssieg: "Großer Bockmist"

Also suchen die "Veilchen" weiterhin vergeblich nach Erklärungen für ihre bereits zehnmonatige Misere außerhalb des heimischen Erzgebirgsstadions. "Ich habe keine Antwort parat, was wir falsch machen. Es ist viel zu wenig, viel zu wenig", gestand Angreifer Pascal Testroet am Tag nach der Heidenheim-Schlappe im "SpiO"-Talk des MDR und betonte selbstkritisch: "Wir können froh sein, dass wir zuhause so eine Macht sind, sonst würden wir in einer ganz anderen Tabellenregion stehen. Es ist großer Bockmist, was wir auswärts machen." Egal ob vor Publikum oder wie seit dem Restart vor leeren Rängen.

Wir können froh sein, dass wir zuhause so eine Macht sind, sonst würden wir in einer ganz anderen Tabellenregion stehen. Es ist großer Bockmist, was wir auswärts machen.

Aue-Angreifer Pascal Testroet über die anhaltende Auswärtsmisere der "Veilchen"
Pascal Testroet gegen Jannis Nikolaou, 08.03.2020
Auch das Sachsenderby bei Dynamo Dresden Anfang März war mit 1:2 in die Hose gegangen. Bildrechte: imago images/Hentschel

Ganze acht von bisher 38 Punkten hat der FCE in der Fremde geholt. In Heidenheim gegen diese "brutale Ballbesitzmannschaft, die einen müde laufen lässt", brachten sich die Auer nach torloser erster Halbzeit und einem gehaltenen Elfmeter von Kapitän Martin Männel dann aufgrund der "echt schlechten Viertelstunde" direkt nach Wiederanpfiff um die erhofften Zähler.

Schwarze Viertelstunde nach der Pause

An Wille und Bereitschaft habe es nicht gelegen, betonte der 29-Jährige, aber Heidenheim "hat unsere Schwächephase wunderbar ausgenutzt." Allein das wiederholt konfuse Defensivverhalten in der Entstehung des ersten Gegentores sprach Bände. Zu allem Übel bugsierte FCE-Verteidiger Calogero Rizzuto den Ball unglücklich in den eigenen Kasten (48.). "Da kam alles Negative zusammen, da haben wir drum gebettelt", ärgerte sich Testroet.

Weil anschließend auch die zwei guten Gelegenheiten des erstmals seit seiner Knie-OP im März in der Startelf auflaufenden Pascal Testroet zum möglichen Ausgleich (53.) oder Anschlusstreffer (66.) nicht ihr Ziel fanden und der FCH im Konter noch den dritten Gegentreffer nachlegte, bleibt die herbeigesehnte 40-Punkte-Marke des derzeit Tabellenachten einstweilen zwei Zähler entfernt.

Testroet: "Sind noch nicht durch"

Dirk Schuster und Pascal Testroet
Cheftrainer Dirk Schuster und Testroet fausten nach Abpfiff der Heimniederlage. Bildrechte: PICTURE POINT/Sven Sonntag/Poolfoto

Zwar besteht längst kein Grund zur Panik oder zu Aktionismus, dennoch warnte der 2018 aus Dresden ins Lößnitztal gewechselte Routinier energisch davor, jetzt nicht auf der Zielgeraden das alles aufs Spiel zu setzen, "was wir uns mühsam Tag für Tag aufgebaut haben."

"Wir können alle die Tabelle lesen und wissen, wir sind noch nicht durch", sagte Testroet. Umso wegweisender wird der bevorstehende vierte Anlauf am Sonntag (7. Juni, 13:30 Uhr im Liveticker in der SpiO-App und auf sport-im-osten.de), nach jüngst drei sieglosen Partien in Serie die 40-Punkte-Marke zu knacken und damit den Klassenerhalt endgültig zu sichern. Der Karlsruher SC – mit 30 Punkten derzeit auf dem Relegationsplatz – reist nach Aue (38 Punkte): "Das reicht dann jetzt, die vierte Chance sollten wir nutzen. Sonntag muss die Kuh vom Eis. Gewinnen wir, wird uns der KSC nicht mehr einholen, verlieren wir, ist die Situation sehr gefährlich."

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mhe

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 31. Mai 2020 | 15:10 Uhr

3 Kommentare

normaler Zeitgenosse vor 10 Wochen

Hallo Paco,die Wahrheit liegt doch immer auf dem Spielfeld,soll heißen Geschwindigkeit beim Rennen zählt und nicht beim Reden....Pkt.(e) gegen Karlsruhe sind Pflicht !!!

Commander1 vor 10 Wochen

Lieber Paco. Das hast du sehr gut erkannt in deinem Interview mit Sport im Osten! Jetzt wäre es nur noch schön,wenn Du und deine Kumpels, Euren Erkenntnissen auch Taten folgen lasst. Pflichtsieg gegen den KSC und alles ist fein. Sport frei

SGDHarzer66 vor 9 Wochen

Ich drücke natürlich dem Schacht die Daumen - diesmal nicht ganz uneigennützig, das gebe ich zu.
Harzer Grüße an Aldi!