Fußball | 2. Bundesliga Erzgebirge Aue muss für Hygieneverstöße zahlen

Die Punkteteilung von Erzgebirge Aue gegen Hannover 96 Anfang März hat ein teures Nachspiel. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den Verein wegen Verstößen gegen das Hygienekonzept zu einer Geldstrafe im fünfstelligen Bereich verdonnert.

Blick auf die Tribüne - in der Mitte die Brüder Helge Leonhardt Präsident, FC Erzgebirge Aue re. und Uwe Leonhardt Aufsichtsratsmitglied, FC Erzgebirge Aue li., Michael Voigt Geschäftsführer Finanzen, FC Erzgebirge Aue li. und Mandy Kunze ehemalige Stürmerin der FCE-Frauen re., neben ihm.
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Erzgebirge Aue muss wegen Verstößen gegen das Hygienekonzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) im Spiel gegen Hannover 96 (1:1) am 6. März eine Geldstrafe in Höhe von 15.000 Euro zahlen. Das teilte das Sportgericht des DFB am Dienstag mit.

Aue stimmt zu - Strafe wird von extern bezahlt

Die Vereinsführung hat dem Urteil zähneknirschend zugestimmt, erklärte dazu aber: "Die Strafe ist für uns nicht nachvollziehbar und sehr bedauerlich zugleich, da es allenfalls Verstöße gegen das Hygienekonzept in geringem Umfang gegeben hat. Ein Großteil der Vorwürfe hat sich nicht bestätigt. Um weitere Kosten für den Verein bei ungewisser Erfolgsaussicht in der derzeitigen Situation zu sparen, wird der FC Erzgebirge Aue der Strafe zustimmen."

Zudem teilte der FCE mit, dass die ausgesprochene Geldstrafe von externer Seite übernommen werde und dem Verein somit kein finanzieller Nachteil entsteht.

Hannover-Justiziar als Zeuge

Laut Urteilsbegründung sei auf Fernsehbildern einen Vielzahl von Personen an den Fenstern im VIP-Raum festgestellt worden. Zudem stützt sich das Urteil auf die Aussagen des Justiziars von Hannover 96, der als Delegationsmitglied die Partie vor Ort verfolgte. Diesem sei im VIP-Bereich ein reger "Durchgangsverkehr" aufgefallen, mindestens 20 Personen hätten sich vor dem Spiel dort befunden.

Aue räumt Verzehr einer Torte ein

In der Spielwoche hatten die "Veilchen" ihr 75-jähriges Vereinsjubiläum begangen. Der FCE selbst hatte in dem Verfahren argumentiert, auf Feierlichkeiten verzichtet zu haben und dass im VIP-Bereich kein Catering stattgefunden habe. Auch im Tribünenbereich seien keinerlei Verstöße gegen das Tragen einer Maske festgestellt worden. Lediglich eine Torte, die eine dem Klub nahestehenden Bäckerei überraschend zum Spiel mitgebracht worden, sei verzehrt worden. Aufgrund von Vorbelastungen in Bezug auf Verstöße gegen das Hygienekonzept sei der Club in besonderer Weise darum bemüht gewesen, die Vorgaben einzuhalten. Aue sieht sich als Opfer einer medialen Diffamierungskampagne.

Verstöße führen zur Gefährdung des Spielbetriebs

Das Sportgericht hielt Aue zu Gute, auf "Jubiläumsfeierlichkeiten im großen Stil" verzichtet zu haben. Dennoch sei das Hygienekonzept von einzelnen Gremienmitgliedern und Sponsoren unterlaufen worden. Auch das Ordnungspersonal habe diese Verstöße nicht verhindert.

Die Verstöße stellen zudem eine Gefährdung für die Aufrechterhaltung eines geordneten Spielbetriebs dar, so der DFB. Die Beispiele von Hannover 96, Jahn Regensburg und Holstein Kiel würden zeigen, dass die ordnungsgemäße Durchführung des Spielbetriebes aufgrund von Quarantäneanordnungen maßgeblich gestört und behindert werde.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL – Das Nachrichtenradio | 23. März 2021 | 14:40 Uhr

16 Kommentare

FCE vor 29 Wochen

@Thommi Tulpe
Woher nehmen sie die infomation mit den Foto & Film???🤔🤔🤔🤔
Es gibt ja kein Foto oder Film!!!

Wenn man im Erzgebirgsstadion so dumm war, einige Leute im VIP-Bereich feiern und sich dabei offiziell fotografieren/ filmen lassen hat - "selberne" Eigenschuld!🤔🤔🤔🤔

sportspecker vor 29 Wochen

Die Auswechselbank, nebst ehemalige Spieler oder Experten, bei Schalke 04 ist besser und zahlreicher besetzt als der VIP Bereich in Aue. Ich habe fertig!

Thommi Tulpe vor 29 Wochen

Wenn man nicht im Aufstiegs- oder Abstiegskampf punkten kann, versucht man, sich eben anders in Szene zu setzen. Hauptsache, man bleibt im Gespräch! Wäre auch traurig, Ostdeutschlands Nr. 2 keine Beachtung zu schenken.