Fußball | 2. Bundesliga Erzgebirge Aue verpasst Sieg in Kiel

5. Spieltag

Erzgebirge Aue hat sich am 5. Spieltag den nächsten Zähler gesichert. Bei Holstein Kiel zeigte der FCE bei der Premiere seines neuen Trainers eine offensiv ansprechende Leistung. Am Ende musste Aue beim 1:1 (0:0) die Zähler teilen, auch weil Dimitrij Nazarov vom Punkt scheiterte.

von Raphael Honndorf

Trainer Dirk Schuster, Erzgebirge Aue
Engagiert am Spielfeldrand: Dirk Schuster bei seiner Premiere als Trainer von Erzgebirge Aue. Bildrechte: Picture Point

Der FCE begann unter Neu-Coach Schuster mit der gleichen Startformation wie in der Vorwoche bei der Nullnummer gegen den VfB Stuttgart. Trotz null Schüssen direkt auf das gegnerische Tor in der Partie hatte der neue "Veilchen"-Coach dort "viele positive Dinge gesehen" und somit keinen Grund sein Anfangself zu verändern. Sein Gegenüber André Schubert musste auf den verletzten Philipp Sander verzichten, zudem musste der Ex-Zwickauer Lion Lauberbach auf der Bank Platz nehmen. Dort saß auch der ehemalige Auer Leihspieler Emmanuel Iyoha, der in dieser Saison von seinem Stammverein Fortuna Düsseldorf an die "Störche" verliehen wurde. Bei Kiel kam Daniel Patrick Hanslik so zu seinem Zweitliga-Debüt.

Aue trifft den Torwart - Kiel den Pfosten

Die Auer begannen offensiv recht mutig, kamen aber in der Anfangsviertelstunde nicht in eine Abschlussposition. Erst nach 16 Minuten versuchte es Jan Hochscheidt mal aus der Distanz, rutschte beim Schuss aber weg. Zuvor hatte auf Kieler Seite Debütant Hanslik aus rund elf Metern freistehend über das Tor geschossen. Die Hausherren fanden immer besser ins Spiel und leisteten nun mehr Gegenwehr. Nach einem Zusammenprall zwischen Tom Baumgart und Alexander Mühling musste der Kieler bereits nach einer halben Stunde vom Feld. In dieser Phase kam Aue durch Clemens Fandrich zu seiner besten Gelegenheit (scheiterte an KSV-Schlussmann Dominik Reimann), Marko Mihojevic und Nazarov vergaben ebenfalls kurz darauf gute Möglichkeiten. In der 33. Minute hatte Aue aber wiederum Glück, als ein Schuss von Hanslik nur am Pfosten landete.

Tor für Erzgebirge Aue. Jan Hochscheidt (7, Aue) trifft zum 0:1
Tor für Erzgebirge Aue: Jan Hochscheidt trifft zum 0:1 Bildrechte: Picture Point

Nazarov scheitert vom Punkt

Kurz nach dem Seitenwechsel wurde es dann turbulent im Holstein-Stadion. Zunächst gelang dem FCE durch einen Schuss von Hochscheidt die Führung. Aus spitzem Winkel legte er die Kugel zwischen Torwart und kurzen Pfosten – ein Fehler vom Kieler Keeper Reimann. Diesen machte er aber kurz darauf wieder weg. Nach einem Foul von Johannes van den Bergh an Fabian Kalig entschied Schiedsrichter Lasse Koslowski nach Videobeweis richtigerweise auf Strafstoß. Doch Dimitrij Nazarov scheiterte an eben jenem Reimann (54.). Wenige Minuten später traf der inzwischen eingewechselte Iyoha für Kiel den Pfosten. Aue wollte mehr, verpasste aber das zweite Tor. Das sollte sich rächen: Nach einer Hereingabe von Stefan Thesker stand Jae Sung Lee am langen Pfosten ungedeckt und köpfte den Ausgleich (73.). Nun war es ein offenes Spiel mit guten Chancen auf beiden Seiten. In der 90. +6 Minute lag der Ball dann noch einmal im Tor der Kieler. Aber auch der Videobeweis bestätigte die Entscheidung auf Abseits. Damit war die Punkteteilung schließlich offiziell.

Dirk Schuster zeigte damit einmal mehr, dass er bei Premieren für einen neuen Klub zumindest einen Punkt sicher hat. Aue nun nach fünf Spielen mit acht Zählern auf Rang sechs. Die Kieler überholen Schusters Ex-Klub Darmstadt und sind vorübergehend 15.

Fußball | 2. Bundesliga Die Bilder zur Partie Holstein Kiel gegen Erzgebirge Aue

Aue-Trainer Dirk Schuster (rechts) mit KSV-Trainer Andre Schubert
Handshake vor dem Anpfiff: Der neue Aue-Coach Dirk Schuster begrüßt seinen Kieler Trainerkollegen André Schubert. Bildrechte: imago images / Holsteinoffice
Aue-Trainer Dirk Schuster (rechts) mit KSV-Trainer Andre Schubert
Handshake vor dem Anpfiff: Der neue Aue-Coach Dirk Schuster begrüßt seinen Kieler Trainerkollegen André Schubert. Bildrechte: imago images / Holsteinoffice
Kieler SV Holstein vs. FC Erzgebirge Aue - Tor für Erzgebirge Aue. Jan Hochscheidt (7, Aue) trifft zum 0:1 und jubelt mit den Teamkollegen.
Danach wird erstmal kräftig gejubelt. Bildrechte: Picture Point/S.Sonntag
 Kieler SV Holstein vs. FC Erzgebirge Aue - Aleksandar Ignjovski (22, Kiel) rettet auf der Linie gegen Tom Baumgart (8, Aue).
Aleksandar Ignjovski rettet für seine Farben im Liegen einen Schuss von Tom Baumgart kurz vor der Linie. Bildrechte: Picture Point/S.Sonntag
 Kieler SV Holstein vs. FC Erzgebirge Aue -
Holstein ist zurück und die Partie nimmt noch einmal Fahrt auf. Bildrechte: Picture Point/S.Sonntag
 Kieler SV Holstein vs. FC Erzgebirge Aue - Der Endstand des Spieles an der Anzeigetafel.
Nach Überprüfung der Szene durch den VAR wird die Entscheidung bestätigt und die Partie abgepfiffen. Es bleibt also beim 1:1. Es gibt nur eine offene Forderung: FISCHBRÖTCHEN! Bildrechte: Picture Point/S.Sonntag
Jae-sung Lee (7, Kiel) und Sören Gonther (26, Aue).
Aue beginnt offensiv und mit viel Druck auf den Gegner. Manchmal auch etwas übermotiviert, wie hier Sören Gonther gegen Jae-sung Lee. Bildrechte: Picture Point
Stefan Thesker (5, Kiel) und Clemens Fandrich (5, Aue).
Kiel kämpft sich nach anfänglichen Problemen ins Spiel. Stefan Thesker (mi.) kommt bei den Hausherren bereits nach 30 Minuten für den verletzten Alexander Mühling. Bildrechte: Picture Point
Trainer Dirk Schuster, Erzgebirge Aue
Kiel trifft kurz danach den Pfosten, Dirk Schuster kann nicht vollends zufrieden sein mit seinem Team. Bildrechte: Picture Point
Tor für Erzgebirge Aue. Jan Hochscheidt (7, Aue) trifft zum 0:1
Das ändert sich in der 2. Hälfte: Drei Minuten nach Anpfiff trifft Hochscheidt aus spitzem Winkel zur Führung. Bildrechte: Picture Point
 Kieler SV Holstein vs. FC Erzgebirge Aue - chiedsrichter Lasse Koslowski beim VAR Videoassistent.
Wenige Minuten später steht Schiri Lasse Koslowski in der VAR-Area und nimmt den Videobeweis zur Hilfe. Bildrechte: Picture Point/S.Sonntag
 Kieler SV Holstein vs. FC Erzgebirge Aue - Schiedsrichter Lasse Koslowski beim VAR Videoassistent. Entscheidung per VAR. Elfmeter für Aue.
Und er entscheidet nach einem Foul an Fabian Kalig nachträglich auf Elfmeter. Bildrechte: Picture Point/S.Sonntag
Kieler SV Holstein vs. FC Erzgebirge Aue - Torwart Dominik Reimann (35, Kiel) pariert einen Foulelfmeter gegen Dimitrij Nazarov (10, Aue).
Den verschießt Dimitrij Nazarov - oder anders gesagt: KSV-Keeper Dominik Reimann hält den Schuss. Bildrechte: Picture Point/S.Sonntag
 Kieler SV Holstein vs. FC Erzgebirge Aue -  Tor für Holstein Kiel. Jae-sung Lee (7, Kiel) trifft zum 1:1.
Auf der Gegenseite fällt in der 73. Minute der Ausgleich durch Lee. Bildrechte: Picture Point/S.Sonntag
 Kieler SV Holstein vs. FC Erzgebirge Aue - Sören Gonther (26, Aue) trifft das Kieler Tor nicht
Aue kommt in der Schlussphase zu ein paar guten Gelegenheiten: Hier vergibt Sören Gonther per Kopf. Bildrechte: Picture Point/S.Sonntag
 Kieler SV Holstein vs. FC Erzgebirge Aue - Tor für Erzgebirge Aue. Pascal Testroet (37, Aue) trifft aus Abseitsposition gegen Torwart Dominik Reimann (35, Kiel) ins Kieler Tor. Der Treffer zählt nicht.
In der Nachspielzeit bringt Pascal Testroet den Ball am Keeper vorbei im Tor unter. Aber der Assistent hat auf Abseits entschieden. Bildrechte: Picture Point/S.Sonntag
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Stimmen zum Spiel

Dirk Schuster (Trainer Aue): "Wir haben ein sehr intensives Spiel gesehen. Beide Teams waren bis zur letzten Sekunde auf den Dreier aus und haben alles investiert. Ich muss meinen Jungs ein Riesen-Kompliment machen, wie sie diese große Aufgabe hier in Kiel angegangen sind nach nur einer gemeinsamen Trainingswoche. Wir wussten vor dem Spiel, dass Kiel zu den lauf- und spielstärksten Teams der Liga gehört. Daher hatten wir einigen Respekt vor der Aufgabe. Die Laubereitschaft, das sehr gute Zweikampfverhalten und der Mut meiner Mannschaft nach vorne zu spielen, hat mir sehr gut gefallen. Da kann ich der Truppe nur Respekt zollen. Wir hatten viele gute Chancen, um das Spiel zu gewinnen. Aber Kiel hat auch zweimal den Pfosten getroffen. Für beide Teams waren sowohl Sieg als auch Niederlage drin."

Andre Schubert (Trainer Kiel): "Für uns Trainer war das Spiel zu wild, für die neutralen Zuschauer waren die vielen Torchancen aber sicherlich attraktiv. Momentan hadern wir ein wenig mit dem Aluminium. Aue hatte die klareren Möglichkeiten, was daran lag, dass der Gegner zielstrebiger agierte. Am Ende blieb das Pendel in der Mitte stehen, es hätte auch zu Gunsten der Gäste ausschlagen können."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 01. September 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. September 2019, 11:38 Uhr

7 Kommentare

Schachter vor 11 Wochen

Es war das erwartet schwere Spiel bei den Störchen. Nach einer gewissen Enttäuschung kurz nach Abpfiff, ist es für mich ein erspielter und völlig verdienter Auswärtspunkt mit klaren Chancenvorteilen für uns. Der insgesamt gute Schieri hatte nicht den Hintern in der Hose nach dem ersten Elfer auch den 2. geben MUSS - klares Handspiel.
Das war aber nicht entscheidend, sondern die Vielzahl der vergebenen Chancen.
Ein guter Einstand auch für DS und ein insgesamt gutes Spiel unsererseits - bis auf die Chancenverwertung.
Nun den Kopf freimachen, sich akribisch auf die falschen Lila-Weißen vorbereiten und die nächsten Punkte hier im Gebirge einfahren.
Glück auf!

Michael S. vor 11 Wochen

Wie die Trainer in der Pressekonferenz im Anschluss nach dem Spiel sagten, hätten beide Mannschaften gewinnen oder verlieren können. Dennoch denke ich, dass unsere Wismut durch die Anzahl und Qualität der Chancen dem Sieg näher war. Den einen Punkt nehmen wir gerne mit, weil wir in den ersten Spielen auch öfters Glück hatten. Wenn wir so weiter spielen, werden auch wieder Siege eingefahren. Unser Trainer hat durch die Länderspielpause mehr Zeit, seine Vorgaben umzusetzen und Mannschaft und einzelne Spieler besser kennen zu lernen.

Erzgebirgsgranit vor 11 Wochen

Top Einstand für unseren Trainer! Ein sehr gutes Spiel unserer Mannschaft! Mit etwas Glück wäre auch mehr drin gewesen! Mit etwas Pech, ... Daher alles richtig gemacht und den Fokus auf Osnabrück richten. Ein Aufsteiger der sehr guten Sorte!!! Glück auf!!!