Fußball | 2. Bundesliga Sieben Monate Sperre für Erzgebirge Aues Clemens Fandrich

Der Deutsche Fußball-Bund hat Clemens Fandrich von Erzgebirge Aue mit einer siebenmonatigen Sperre belegt. Das Sportgericht sieht es als erwiesen an, dass Fandrich einen Schiedsrichter-Assistenten angespuckt haben soll.

Schiedsrichter Nicolas Winter zeigt Aues Clemens Fandrich die Rote Karte
Schiedsrichter Nicolas Winter zeigt Aues Clemens Fandrich die Rote Karte. Bildrechte: Picture Point

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat hart gegen Clemens Fandrich von Zweitligist FC Erzgebirge Aue geurteilt. Der 30-Jährige ist am Donnerstag für sieben Monate gesperrt worden, kann binnen einer Woche beim DFB-Bundesgericht allerdings Berufung einlegen. Sollte das Urteil Bestand haben, wäre die Saison für Fandrich gelaufen.

"Das Gericht hatte keinen Zweifel an der Darstellung des Schiedsrichter-Assistenten Roman Potemkin, der aussagte, dass ihm der Spieler in der 89. Minute des Zweitligaspiels gegen den FC Ingolstadt am 22. Oktober 2021 auf das rechte Auge gespuckt habe, was Fandrich selbst bestreitet", hieß es in einer Mitteilung des DFB.

DFB berücksichtigt Fandrichs "untadeliges Verhalten"

"Die Tätlichkeit gegen Schiedsrichter oder deren Assistenten sieht einen Strafrahmen von sechs Monaten bis zu zwei Jahren vor", sagte der vorsitzende Richter Hans E. Lorenz: "Bei der Bemessung der Sperre hat das Gericht zugunsten des Spielers Fandrich sein untadeliges Verhalten in zwölf Jahren Profifußball berücksichtigt. Andererseits ist ein Spucken in das Gesicht des Schiedsrichter-Assistenten ein so schwerwiegender Vorgang, dass auch eine höhere Strafe denkbar gewesen wäre."

Aue mit Urteil "in keiner Weise einverstanden"

Der Bewegungsablauf in der Szene unterstütze die Darstellung Potemkins. "Das war leider ein ernüchterndes Erlebnis. Das Sportgericht geht von einer Tätlichkeit aus und hat eine Strafe, wo der Strafrahmen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren ist, sieben Monate Sperre verhängt. Mit dem Ergebnis bin ich in keiner Weise einverstanden", sagte Aues Vorstandsmitglied und Rechtsanwalt Kay Werner.

Aue plant Gang vor Bundesgericht

Es sei ein absolut inakzeptables Strafmaß und man werde "die uns zur Verfügung stehenden Rechtsmittel ausschöpfen". Fandrich bestritt vehement, den Assistenten absichtlich angespuckt zu haben. Der Mittelfeldspieler hatte bereits beim 1:1 in Hannover gefehlt. Werner hatte bei "Tag24" angekündigt: "Bei einem Strafmaß oberhalb der Sperre, die Clemens Fandrich gegen Hannover abgesessen hat, erwägen wir bis vor das DFB-Bundesgericht oder notfalls ein ordentliches Gericht zu ziehen." Er kündigte am Donnerstag umgehend den Gang vor das Bundesgericht an.

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dpa

Videos und Audios zur 2. Fußball-Bundesliga

Ralf Becker
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Dirk Schuster (Trainer 1. FC Kaiserslautern)
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Guerino Capretti (Trainer SG Dynamo Dresden)
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1 min

Reine Nervensache: Dynamo Dresdens Trainer Guerino Capretti sieht in den beiden Relegationspartien gegen den 1. FC Kaiserslautern sein Team vor allem auch mental "in der Pflicht".

Mi 18.05.2022 14:41Uhr 01:29 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-guerino-capretti-vor-kaiserslautern-gegen-dynamo-dresden-102.html

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 04. November 2021 | 17:45 Uhr

65 Kommentare

Flachzange vor 28 Wochen

Ich kenne den Spieler nicht, mein Kommentar bezog sich auf die Verhältnismäßigkeit bzgl. des Einwurfs und seiner Reaktion. Betrachtet man die gleiche Situation aus Sicht des Linienrichter's, dann war in diesem Spiel schon genug Brisanz und wer weiß schon, was er sich alles von den Rängen anhören musste. Und dann kommt dieser Spieler in dieser Art und Weise auf ihn zugerannt, brüllt ihn völlig überzogen an und erwartet doch nicht etwa ein Schulterklopfen? Und die Begründung des Schiedsrichter's war doch eindeutig ? Ich bleibe bei meiner Meinung, Prävention und Abschreckung für Nachahmer. Zu meinem Nickname äußere ich mich nicht. Schönes Wochenende.

B.S.B. vor 28 Wochen

Also,jeder der mal einen Mannschaftssport betrieben hat,kann sich vorstellen,was in diesem Spieler vorging in dieser Szene,und da ist wurscht,was der Auslöser war.Seine Mannschaft steht unten und da ist es nicht gut bestellt um das Nervenkostüm. Aber aus einer feuchten Aussprache so einen Strick drehen zu wollen ist der eigentliche Skandal der Geschichte...passt irgendwie zum DFB.Was würde passieren,wenn sowas dem R.Lewandowski oder M.Reus passiert....?????stelle ich mal in die Runde

normaler Zeitgenosse vor 28 Wochen

z.Zeit wird bei Aue alles zu einem gefährlichen Brei gemischt einschl.im Forum...( sportliche Situation/Tabellenende, Sperre Fandrich, Ost/West mit Verschörungstheorien DFB) und von allen ...einschl.der Verantwortlichen von Aue ....öffentlich diskutiert.

Richtig ist, alle Sachinhalte müssen abschliessend geklärt werden,aber bitte jeder Sachinhalt für sich....professionell von den fachliche internen Entscheidern und Hinzuziehen externen Profis,die das Können.


Die sportliche Leitung und Mannschaft hat mit Blick auf die katastrophale Tabellensituation nur eine Verantwortung, Gas zu geben,....erfolgreichen Fussball zu spielen, um nicht abzusteigen und gegen Heidenheim zu punkten.

Dazu morgen viel Erfolg.!!

Glück Auf



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