Fußball | 2. Bundesliga Aue-Teamchef Hensel trotz Sieg frustriert: "Das ist grenzwertig"

Im Erzgebirge haben sich die Wogen nach dem Sieg im Kellerknaller gegen Ingolstadt noch nicht gelegt. Aue-Teamchef Marc Hensel schimpft über den Schiedsrichter und sieht sich verschaukelt.

Auch drei Tage nach dem erlösenden 1:0-Sieg von Erzgebirge Aue am vergangenen Freitag (22. Oktober) gegen Ingolstadt im Tabellenkeller der 2. Bundesliga mischt sich bei den Sachsen in die Freude über den Sieg immer noch Ärger. Aue-Teamchef Marc Hensel beklagt eine Benachteiligung seines Klubs.

Hat Fandrich den Assistenten angespuckt?

"Was in den letzten Wochen in unsere Richtung abgelaufen ist, ist grenzwertig", schimpfte Hensel am Montagmorgen bei "Sport im Osten". Jüngster Aufreger war die Rote Karte gegen Clemens Fandrich aus der Partie gegen Ingolstadt. Der Defensivspieler legte sich kurz vor dem Ende der Partie mit dem Schiedsrichterassistenten nach einer Einwurfentscheidung an und flog nach vermeintlichem Anspucken vom Platz. Referee Nicolas Winter erklärte den Platzverweis später mit "Eingreifen in die Intimsphäre".

Schiedsrichter Nicolas Winter zeigt Aues Clemens Fandrich die Rote Karte
Rot gegen Ingolstadt – Clemens Fandrich kann es nicht fassen. Bildrechte: Picture Point

Rot gegen Fandrich: "Komplett unberechtigt"

Doch Hensel sieht beim Gedanken daran immer noch Rot. "Uns bricht das komplette Mittelfeld weg aufgrund einer Roten Karte, die aus meiner Sicht indiskutabel und komplett unberechtigt ist", sagt der 35-Jährige und erklärt seine Sicht auf die Dinge: "Er war sicher dicht an ihm dran. Im Moment, wo er gespuckt haben soll, hat er eine klare Ansprechhaltung. Ich glaube nicht, dass Clemens in der Situation mit offenem Mund spucken kann. Ich kann es nicht. Vielleicht hat er eine feuchte Aussprache."

Hensel: "Da fragt man sich, ob man eine faire Chance hat"

Hensel hatte bereits direkt nach Abpfiff seinem Frust freien Lauf gelassen und von permanenten Fehlentscheidungen gegen sein Team gesprochen. "Immer wieder die kleinen Entscheidungen, die gegen uns getroffen werden. Da fragt man sich schon, ob man trotzdem eine faire Chance hat oder nicht", erklärte der Teamchef.

Soufiane Messeguem (18, Aue) verlässt nach roter Karte den Platz.
Aues Soufiane Messeguem geht nach seinem Platzverweis gegen den HSV vom Feld. Bildrechte: IMAGO / Picture Point

Aue-Kritik an Asistent Potemkin und Referee Winter

Im "SpiO"-Frühstück am Montagmorgen (25. Oktober) legte Hensel nun nach: "Es ist eigenartig, dass immer wieder dieselben Leute bei uns an der Linie stehen." Hensel sieht sich dabei von Schiedsrichterassistent Roman Potemkin und Winter ungerecht behandelt.

Winter, der 29-jährige Unparteiische aus Hagenbach hat Aue in den vergangenen zwölf Monaten dreimal gepfiffen: Neben dem Ingolstadt-Spiel betreute er in der Vorsaison die Auer-Niederlagen bei Holstein Kiel (0:3) und dem VfL Bochum (0:2). In Bochum warf Winter Calogero Rizzuto vom Platz, in Kiel verteilte er fünf Gelbe Karten an die Auer. Potemkin war beim 1:1 vor drei Wochen gegen den HSV als vierter Offizieller im Erzgebirge und nach Ansicht der Sachsen hauptverantwortlich für den Platzverweis damals gegen Soufiane Messeguem.

Dirk Hofmeister

Marc Hensel 3 min
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Dmitrij Nazarov 2 min
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Christian Titz, Trainer 1. FC Magdeburg
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Aufstellung der Mannschaft
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Mannschaft bei der Besprechung
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Der 1. FC Magdeburg kann sein Comeback in der 2. Fußball-Bundesliga in der heimischen Arena feiern. Zum Saisonauftakt geht es gegen Fortuna Düsseldorf.

MDR aktuell 17:45 Uhr Fr 17.06.2022 17:45Uhr 01:21 min

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 25. Oktober 2021 | 17:45 Uhr

31 Kommentare

Gernot vor 35 Wochen

Ich bin immer der Meinung, die besagte Kirche im Dorf zu lassen. Fußball lebt( e?) immer von Emotionen und Herzblut. Und , jeder der es selbst aktiv ausgelebt hat weiß es ,daß man sich dann auch mal nicht ganz im Griff hat. Im Erzgebirge liegt , nachvollziehbar, so mancher Nerv blank. Wenn sich die Gemüter schließlich wieder runtergekühlt haben,sollte sich der Blick für die Realität aber wieder herstellen lassen. Der Trainer, zweifelsfrei berechtigt erregt, weiß das er mit diesem Statement auch zukünftig nichts ändert, im Gegenteil - da sind DFB und DFL nachtragend. Und, der Sünder weiß, daß er beim Assistenten so nicht auftreten darf. Das beginnt beim Abstand zu ihm.....dort hat er laut Regularien überhaupt nichts zu suchen. Also, schont Kraft und Nerven für die wirklich wichtigen Dinge im Abstiegskampf.

o8-5-1o vor 35 Wochen

Ich bin der Meinung das hier zu Recht dagegen vorgegangen wird...
Ich habe mir die Bilder mehrmals angesehen und muss schon sagen das Herr Potemkin entweder ein ganz harter Hund ist oder ein Schauspieler vor dem Herren...und dazu noch ein schlechter.
In dem Moment der "Spuckatatake" bleibt Herr Potemkin standhaft ohne in irgend einer Weise eine Abwehrhaltung oder eine Ausweichbewegung zu machen. Ich würde zucken und versuchen der Spucke auszuweichen... Potemkin steht wie ein Gardesoldat.
Danach fast er sich langsam an das Auge und wischt sich mehrmals mit 2 Fingern den Rotz aus dem Auge.
Hab ich Rotz ins Auge bekommen würde ich mir das zumindest mit dem Trikot Rauswischen und mich mit 2 Fingern.
Für mich erweckt der ganze Ablauf den Verdacht daß das eine reine Schauspieleinlage war.
Ich bin auch ein Befürworter das sich das SR - Gespann bei Nachfragen Erklären müssten. Dies gehört 8m Profifußball einfach dazu.
Das alles spiegelt aber nur meine Sichtweise wieder,urteilen wird der DFB

oldie68 vor 35 Wochen

Das ist der Unterschied zu den Unentschieden Meister aus Westsachsen! Den Hauptsache gewonnen, wie ist doch egal .
Im verstrahlten Gebirge ist man glücklich wenn man nach 10 Spielen mal einen Dreier holt .
Und dann wird gefeiert als ob man die Meisterschaft gewonnen hat .
Was hat es gebracht? Nichts ! Platz 17 ist immer noch der Sumpf der 2.Liga .

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