Pascal Testroet (37, Aue) und Marvin Mehlem (6, Darmstadt)
Bildrechte: PICTURE POINT / R. Petzsche

Fußball | 2. Bundesliga FC Erzgebirge Aue mit spätem Dämpfer am Böllenfalltor

11. Spieltag

Am 11. Spieltag der 2. Bundesliga hat der FC Erzgebirge Aue eine bittere 0:1 (0:0)-Niederlage gegen den SV Darmstadt hinnehmen müssen. Dabei kontrollierten die Erzgebirger über weite Strecken das Spielgeschehen und hatten im zweiten Durchgang große Chancen zur Führung. Doch am Ende kam es ganz anders. Für die Entstehung des späten Gegentores sorgte der Bruder des Auer Spielers Dennis Kempe.

von Tom Wohlrabe

Pascal Testroet (37, Aue) und Marvin Mehlem (6, Darmstadt)
Bildrechte: PICTURE POINT / R. Petzsche

Aue mit geballter Defensiv-Power

Im Stadion am Böllenfalltor gab es bei beiden Teams eine Änderung in der Startaufstellung. Kurios dabei: die Brüder Kempe rotierten rein. Für Aue kam Dennis aufs Feld und für die Gastgeber aus Hessen rotierte Tobias in die Startformation. Spielerisch blieb die erste Halbzeit relativ blass. Der FC Erzgebirge Aue begann die Partie äußerst passiv und überließ den Gastgebern weitestgehend das Spielfeld. Dies gipfelte in 76 Prozent Ballbesitz für den SVD. So richtig etwas damit anfangen konnte die Elf von Dimitrios Grammozis aber nicht. Lediglich Fabian Holland kam zu einer aussichtsreichen Chance, verzog aber aus gut acht Metern Torentfernung deutlich (28.). Und das war es dann auch mit den Großchancen der ersten 45 Minuten.

Jan Hochscheidt (7, Aue)
Auer "Strippenzieher" Jan Hochscheidt blieb im ersten Durchgang relativ blass und musste im ersten Durchgang defensiv aushelfen. Bildrechte: PICTURE POINT / R. Petzsche

Die Erzgebirger konzentrierten sich dagegen auf eine in den letzten Partien etwas verloren gegangene Stärke – dem Abwehrblock (zehn Gegentore in den letzten fünf Partien). Die „Veilchen“ standen hinten sehr kompakt und erstickten fast jegliche Offensivbemühungen der Hausherren. Vorbildlich dabei: Stürmerstar Dimitrij Nazarov stürzte sich, in eher ungewohnten Platzgefilden, in fast jeden Zweikampf und half so einen Mitspielern vorbildlich aus. Mit Erfolg – es ging torlos in die Kabine.

Aue-Aussetzer wird brutal bestraft

Und es blieb auch in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit ein Knäckebrotspiel – ziemlich trocken und staubig. Für das Team von Dirk Schuster aber kein Problem. Die Erzgebirger lauerten weiter aus einer kontrollierten Defensive heraus auf Konter und zogen nach gut 55 Spielminuten plötzlich das Tempo an. So kamen und Pascal Testroet und Tom Baumgart zu zwei größeren Chancen (55./56.). Nur eine Minute später zappelte der Ball sogar im Tor der Darmstädter. Nach einem Hochscheidt-Freistoß stieg Marko Mihojevic am höchsten und köpfte vor SVD-Keeper Marcel Schuhen zur vermeintlichen Führung ein. Jedoch entschied Schiedsrichter Manuel Gräfe auf Abseits (57.).

Die Auer Sturm- und Drangphase war aber kurze Zeit danach schon wieder vorbei und der FCE zog sich erneut zurück. Und das wurde kurz vor dem Ende der Spielzeit brutal bestraft. Der Darmstädter Tobias Kempe flankte eine Ecke zielgenau auf Dario Dumic, der den einen Aussetzer der FCE-Abwehr ausnutzte und zum entscheidenden 0:1 einköpfte (87.). Am Ende eine sehr ärgerliche Niederlage für das Schuster-Team, aber kein Beinbruch. Aue bleibt damit auch im vierten Auftritt bei den Hessen tor- und punktlos.

DarmstäŠdter Torjubel nach dem 1:0 durch Dario Dumic (35, Darmstadt)
Dario Dumic erzielte kurz vor dem ende das erlösende 1:0 für die Hausherren (87.). Bildrechte: PICTURE POINT / R. Petzsche

Das sagten die Trainer

Dirk Schuster (Aue): "Dimi, Glückwunsch zu den drei Punkten. Wir haben ein sehr taktisch geprägtes Spiel gesehen, in dem wir uns sehr gut angestellt haben. Wir haben im gesamten Spiel kaum Chancen zugelassen. Serdar Dursun hatte in der ersten Halbzeit eine Chance, wo er den Ball verstolpert. Tobias Kempe hatte im zweiten Durchgang noch eine Gelegenheit, trotzdem kann ich mit der Leistung meiner Mannschaft einverstanden sein. Sie haben kämpferisch ein gutes Spiel gemacht und alle Vorgaben umgesetzt. Es wurde gut verschoben. Die Darmstädter hatten ein paar fiese Laufwege, die wir aber gut verteidigt haben. Diesmal war das Spielglück nicht auf unserer Seite. Das hatten wir am letzten Spieltag zu Hause gegen Nürnberg, von daher kein Vorwurf an die Mannschaft. Natürlich hätten wir heute gerne etwas mitgenommen und hätten auch einen Punkt verdient gehabt. Es sollte heute aber nicht sein. Wir bereiten uns jetzt auf den Pokal gegen Fortuna Düsseldorf vor."

Dimitrios Grammozis (Darmstadt): "Ich sehe es ähnlich wie Dirk. Es war ein taktisch geprägtes Spiel, wir wussten, dass wir auf einen schwer zu bespielendem Gegner treffen, der es in den letzten Wochen gut gemacht hat und sehr diszipliniert verteidigt. Wir hatten heute das Glück nach einer schönen Standardsituation zum Sieg zu kommen. Die Entschlossenheit, die Dario Dumic bei dem Kopfball gezeigt hat, zeigt, dass die Jungs Bock darauf haben, Tore zu erzielen. Das war heute der Unterschied. Wir werden uns nun auf das Pokalspiel vorbereiten und weiter mit unserer Art und Weise versuchen, Punkte zu sammeln. Wir wollen am Dienstag dann versuchen, weiterzukommen."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 26. Oktober 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Oktober 2019, 23:01 Uhr

11 Kommentare

max mustermann vor 6 Wochen

Ich hatte die Situation ebenso verfolgt. Abstoß wäre die richtige Entscheidung
gewesen. Mit Eckball ist die Situation vorher ( Elfmeter?) nicht plausibel.
Macht hoffentlich nichts , weiter Sisu und lange Pässe die auch ankommen auf
die Spitzen. Glück Auf

Michael S. vor 6 Wochen

Ich habe mir bei Sky noch mehrmals die Szene vor dem Eckball angesehen. Dabei ist deutlich zu sehen, dass der Darmstädter Spieler Holland zuletzt am Ball war und diesen über die Torauslinie befördert hat. Die richtige Entscheidung wäre Abstoß anstatt Eckball gewesen. Um so ärgerlicher, dass daraus das entscheidende Tor fällt.

max mustermann vor 6 Wochen

Zur Abwechslung mal ein interessanter Vergleich. Uwe Neuhaus steht mit der Arminia auf einem Aufstiegsplatz und gewinnt am ehemaligen Beschäftigungsort.
Dirk Schuster steht mit WISMUT zur Zeit auf einen sicheren Mittelfeldplatz der 2.Liga und verliert mit Wismut an seiner ehemaligen Wirkungsstätte in Darmstadt. Was macht eigentlich Daniel Meier, der nach der Niederlage bei
Arminia gehen musste?
Weiter alles Gute Wismut! Über den Kampf zum Spiel und Sieg, Glück Auf, ihr
schafft das.