Fußball | 2. Bundesliga Magdeburgs Atik: "Was er gepfiffen hat, war skandalös"

16. Spieltag

Es war "Der Aufreger" des 16. Spieltags in der 2. Bundesliga: Schiedsrichter Wolfgang Haslberger zückte zunächst Gelb, überprüfte dann auf VAR-Hinweis die Szene und schickte Cristiano Piccini mit Rot herunter. Danach gab es keine zwei Meinungen, sondern viel Kritik für eine Entscheidung, die das Spiel extrem beeinflusste.

Schiedsrichter Wolfgang Haslberger beim Videobeweis
Schiedsrichter Wolfgang Haslberger nutzt nach einem Hinweis aus Köln den Videobeweis und revidiert anschließend seine Entscheidung. Bildrechte: IMAGO/Jan Huebner

Zur Saison 2017/18 wurde der Videobeweis in der Bundesliga eingeführt, seitdem reißt die Diskussion um den Video Assistant Referee (VAR) nicht ab. Am Donnerstagabend gab es nach dem letzten Heimspiel des 1. FC Magdeburg vor der WM-Pause gegen den SV Darmstadt (0:1) kein anderes Thema.

FCM-Vize-Kapitän Baris-Fahri Atik war außer sich vor Wut. "Wir hätten niemals verloren, wenn wir in Gleichzahl gewesen wären. Manchmal reicht es halt nicht gegen zwölf Mann." Mitgefühl für die folgenreiche Fehlentscheidung gab es auch vom Gegner. Gäste-Coach Torsten Lieberknecht wurde nach dem Spiel deutlich: "Das ist definitiv eine Gelbe und keine Rote Karte. Wir waren selbst überrascht und haben auch keine Rote Karte gefordert in diesem Moment."

FCM-Trainer Titz: "Ich war ganz beruhigt"

Gelb war auch die Wahrnehmung von Schiedsrichter Wolfgang Haslberger, der seine erste Zweitliga-Saison pfiff. Er hatte richtig gesehen, dass Magdeburgs Verteidiger Piccini in der Defensive ein Laufduell verlor, ins Straucheln kam und den Ball im Liegen mit der Hand wegschlug. Haslberger zückte Gelb, bekam dann aber einen Hinweis vom Videoschiedsrichter im Kölner Keller. Selbst als er zum Überprüfen an die Seitenauslinie schritt, war FCM-Trainer "ganz beruhigt". "Ich habe mir die Szene bei uns am Bildschirm angesehen und gesehen, dass er Hand spielt. Als er rausgegangen ist, habe ich gedacht, es bleibt bei Gelb und damit war es das. Mehr als Gelb ist es nicht gewesen und mehr darf man auch nicht entscheiden."

Christian Titz, Trainer 1. FC Magdeburg 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
3 min

FCM-Coach Christian Titz zur bitteren 0:1-Niederlage gegen Darmstadt.

Fr 11.11.2022 00:04Uhr 03:17 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-fc-magdeburg-darmstadt-titz-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Erst Gelb, dann doch Rot

Doch Pustekuchen! Haslberger kam zu dem Schluss, dass durch das absichtliche Handspiel an der Seitenlinie des Strafraums eine klare Torchance vereitelt wurde. Er korrigierte sich auf die Rote Karte (54.). Der FCM konnte es nicht fassen. "Ich könnte gerade platzen. Heute muss ich aber klipp und klar sagen, dass wir verpfiffen wurden. Der Schiedsrichter war respektlos gegenüber uns Spielern, und das geht gar nicht. Wir konnten nicht mit ihm kommunizieren. Was er gepfiffen hat, war skandalös. Es war die schlechteste Schiedsrichterleistung, die ich in meiner Karriere gesehen habe", war Atik fassungslos.

Baris Atik sitzt nach 0:1 Heimniederlage auf dem Rasen
FCM-Profi Baris Atik sitzt nach der Niederlage gegen Darmstadt bedient auf dem Rasen. Bildrechte: IMAGO / Eibner

Ich könnte gerade platzen. Heute muss ich aber klipp und klar sagen, dass wir verpfiffen wurden.

Baris-Fahri Atik

Sinn oder Unsinn des Video-Schiris

Das Duell zwischen Magdeburg und Darmstadt war nicht das einzige, in dem das Schiedsrichtergespann in der Kritik stand. Auch Borussia Mönchengladbach fühlte sich bei der 1:2-Niederlage beim VfB Bochum um einen Punktgewinn beraubt. Mittelfeldspieler Christoph Kramer sprach "von einem geklauten Tor" und meinte das vermeintliche 2:2 der Gladbacher durch Ramy Bensebaini in der 82. Minute. Dieses nahm Schiedsrichter Daniel Schlager nach Ansicht der Videobilder wegen einer angeblichen Abseitsposition von Vorbereiter Jonas Hofmann zurück.

Oftr wird über Sinn oder Unsinn des Video-Schiris gestritten, die Diskussionen dürften nach den Entscheidungen am vorletzten Spieltag vor der WM-Pause nicht weniger werden.

sst

Videos und Audios zur 2. Fußball-Bundesliga

Dominik Reimann
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Tim Walter
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 11. November 2022 | 19:30 Uhr

28 Kommentare

Kiel_oben vor 11 Wochen

Mit neun Meisterschaften und drei Pokalsiegen war der Club bis 1987 über 64 Jahre lang deutscher Rekordmeister als auch bis 1969 über 34 Jahre lang deutscher Rekordpokalsieger, bevor ihn jeweils der FC Bayern München ablöste.

Kiel_oben vor 11 Wochen

"Vor vielen Jahren gab es mal Fußball wie er war mit Diskussionen über Fehlentscheidungen oder auch nicht. War das ein Spaß. Aber dann kommen die Raffgeier (Totengräber des Sports) ."

FALSCH
bis vor wenigen Wochen durftest Fußball wie er war mit Diskussionen über Fehlentscheidungen oder auch nicht, war das ein Spaß, mit FC Magdeburg in der 3. Liga erleben.

ich sage mal so vor 11 Wochen

lokalpatriotisch ist MDR immer, sollte vllt. schauspielerische Talente fördern oder zumindest benennen. Das Kleine meist großes Töne spucken liegt an der Natur dieser.
Die sachkundige Meinung im Sportstudio durch Herrn Gräfe klärte die Laienmeinungen hier und bei scheinbaren spielentscheidenden Szenen.

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