Fußball | 2. Bundesliga St. Pauli prüft Schadenersatzforderungen gegen Dynamo

Der FC St. Pauli prüft nach Randale der Gäste-Fans im Heimspiel gegen Dynamo Dresden (1:1) Schadenersatzforderungen gegen die Sachsen. Unter anderem wurden sanitäre Anlagen verwüstet. Auch die Politik meldete sich zu Wort.

Fußball-Zweitligist FC St. Pauli prüft nach den Ausschreitungen Dresdener Fans im Millerntor-Stadion eine Kostenübernahme für die Instandsetzung durch Dynamo Dresden. Nach dpa-Informationen will sich der Hamburger Verein mit den Sachsen in Verbindung setzen, um Schadenersatzansprüche zu klären. Die Kosten für die Instandsetzung der verwüsteten Toilettenanlagen in Bereich der Auswärtsfans werden auf 10.000 Euro geschätzt.

Fußballfans und Polizisten in einem Fußballstadion
Polizisten platzierten sich vor dem Fanblock der Dresdner. Bildrechte: imago/Oliver Ruhnke

Beide Oberbürgermeister verurteilten Vorkommnisse

"Es ist enorm, was mutwillig zerstört wurde", sagte Sportchef Uwe Stöver, der sich die Schäden gemeinsam mit Dresdner Vertretern angeschaut hatte. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher und Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert verurteilten am Montag ebenfalls die Ausschreitungen. "Angriffe auf friedliche Fans, Ordner und Polizeibeamte sind nicht hinnehmbar und dürfen nicht straflos bleiben. Ebenso unerträglich wie Gewalt sind rassistische, frauenfeindliche und rechtsextreme Sprechchöre und -bänder, die während des Spiels zu hören und zu sehen waren. Diese schaden den Vereinen und dem Fußballsport insgesamt", heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Die Stadtoberhäupter befürworten harte Strafen für die Täter und lebenslange Stadionverbote für die beteiligten Personen.

Geschäftsführer Ralf Minge mit Oberbürgermeister Dirk Hilbert.
Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (re.) und Dynamos Sportdirektor Ralf Minge (Archivbild). Bildrechte: imago/Hentschel

Mehrere Vorfälle - Dynamo entschuldigte sich

Beim Spiel am Samstag gegen Dynamo Dresden (1:1) war es zu mehreren Vorfällen im Millerntor-Stadion gekommen. Ein Zuschauer erlitt einen Herzinfarkt und musste reanimiert werden. Dresdner Anhänger sollen Helfer beim Abtransport mit Bierbechern und anderen Gegenständen beworfen haben. Dresdens kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born entschuldigte sich in einer Vereinsmitteilung bei den betroffenen Menschen. Zudem war ein frauenverachtendes Spruchband gezeigt worden, und ein Anhänger zeigte den Hitler-Gruß. Weiterhin versuchten vermummte Dresden-Fans, in andere Bereiche des Millerntor-Stadions vorzudringen. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray ein. 34 Menschen, darunter sechs Polizisten sowie drei Ordner, wurden bei dem Einsatz verletzt.

Ein Fan des FC St. Pauli muss auf der Tribüne reanimiert werden.
Ein Fan des FC St. Pauli musste reanimiert werden. Beim Abtransport sollen Dynamo-Anhänger die Helfer beworfen haben. Bildrechte: imago/osnapix

dpa

Dieses Thema im Programm: MDR aktuell - Das Nachrichtenradio | 02. Dezember 2018 | 18:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Dezember 2018, 13:47 Uhr

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47 Kommentare

05.12.2018 18:37 Schiedsrichter 47

@42 @44 man kann das auch in einem Satz zusammenfassen, wer nicht für uns ist ist gegen uns ,in Karlsruhe gabs glaub ich diesbezüglich auch schon Auseinandersetzung untereinander ,mit anderen Worten , wer nicht mitmacht kriegt aufs Maul, es ist traurig aber so ist es, Zivilcourage hin oder her

05.12.2018 17:19 Birte 46

Ich liebe Dynamo, aber das war (mal wieder) einfach nur widerwärtiges Verhalten in Hamburg.
Rivalität schön und gut, aber einen mit Herzanfall abtransportierten Menschen mit Bier zu bewerfen ist wirklich bemerkenswert hirnlos. Gleiches gilt auch für das Transparent auf dem sich bemitleidenswerte Jungs darüber lustig machten, das die "Fotzen" der St.Pauli-Fans im Stadion und nicht hinterm Herd seien.
Wenn die Ton angebenden Kräfte in der Dynamo Kurve sowas billigen oder sogar unterstützen, können diese sich wahrlich nicht über das eigene Image beschweren. Für Fans, die ihr Hirn nicht an der Kasse mitabgeben, ist das peinlich und traurig mit anzusehen.

05.12.2018 14:53 Voice 45

@42 und 44
Niemand verlangt von Ihnen, Randalemacher an den Ohren aus dem Block zu ziehen. Aber dem Ordnungsdienst Bescheid geben, oder sich die Chaoten merken und hinterher bei der Identifizierung mitwirken, das könnte drin sein. Wenn man will...

Im Übrigen bin ich kein Oberschlaumeier, sondern habe vor einigen Jahren den sächs. Preis für Zivilcourage erhalten. Das nur mal am Rande. Ich will auch keinesfalls stänkern. Mir gehen einfach die Chaoten auf den Zünder. Und dass Keiner was dagegen macht. Dabei geht's mir auch nicht ausschließlich um Dynamo, sondern generell alle Chaoten. Dass Dynamo immer vorn mit dabei ist, dafür kann ich nix.

Wie wäre denn der Vorschlag, dass der Schiri gar nicht erst anpfeift, bis solche Plakate wieder eingerollt sind... Und bei erneutem Entrollen, Spielabbruch, und mit 2-0 für den Gegner werten. Sofort wäre der Ordnungsdienst sehr daran interessiert, dass solche Banner nicht ins Stadion gelangen.

Beste Grüße aus der Messestadt!!

05.12.2018 13:54 wicky 67 44

@42:Rino:

Klasse-Beirtrag von Dir und super richtig & treffend alle Argumente formuliert! Denn ganz genauso ist es nämlich! Diese Leute, die sich hier lauthals ohne jegliches Hintergrundwissen als die päpstlichsten & couragiertesten Bürger darstellen, sind im zivilen Leben sicher die ersten die die Flucht ergreifen, wenn irgendwo mal die Luft brennt! Aber daheim auf dem Sofa kann man so wie der Oberschlaumeyer Voice, ja leicht mal Halb-Dresden als primitive Vandalen deformierten, bzw. der SGD einfach mal so 1-3-fix ein paar Punkte weniger wünschen! Das ist in meinen Augen nichts anderes als Hass auf die SGD & selbstgefällige Wichtigtuerei, um hier kräftig nachzutreten! Um randalierende Chaoten zu stoppen, sind bezahlte Ordner & Polizisten für zuständig! Würden bei Randale zu viele Fans mit eingreifen, würde alles noch mehr eskalieren! Aber Punktabzüge sind Chaoten völlig egal und strafen stets nur die Falschen! Also Täter ermitteln & dann Regress einklagen!!!

05.12.2018 12:17 Xyz 43

Ja, unsere "lieben" Dynamofans lernen es wohl nie und lassen keine Chance aus, negativ aufzufallen!!!
Die Führung von DD sollte sich mal ersthaft Gedanken machen und das seit Jahren bestehende Problem lösen.
Aber nein, es wird alles klein geredet. Mit eisernem Besen kehren und allen CHAOTEN Stadionverbot erteilen. Dynamo Dresden hat Tradion, ja und die Chaoten gehören leider auch dazu.

05.12.2018 10:04 Rino 42

So Ihr ganz Schlauen Peter W. und Voice. In der Deckung der Anonymität lässt es sich leicht argumentieren. Wie viel Zivilcourage bringt Ihr ein? Sicher seid Ihr ganz vorne dabei, wenn es darum geht, Straftaten zu vereiteln. Aus eigener Erfahrung weiß ich, man kann regulierend eingreifen, jedoch gibt es Grenzen. Oder fühlt Ihr Euch befähigt, mit Adrenalin vollgepumpten Typen an den Ohren aus der Toilette zu ziehen? Was ein Mitgliederbeschluss diesbezüglich bringen soll erschließt sich mir nicht. Sollen die Dynamo-Mitglieder eine Bürgerwehr aufstellen? Auf welcher rechtlichen Grundlage? Die Vereine haben Hausrecht und der DFB verhindert, dass Ordner des Gastvereins im Stadion mitwirken können. Wahrscheinlich geht es Euch eher darum, etwas herumzustänkern. Für mehr reicht es eben nicht.

05.12.2018 09:36 Schnibbler 41

da einige gleich relativierung raus lesen werden, vorab: zerstörte klos und vor allem becherwürfe nach kranken/sterbenden geht gar ni.
>> zum aufregerbanner: es wurde auch per banner den usp-frauen ein schöner 1.advent gewünscht. da redet keiner drüber... vielleicht vor dem hintergrund der jahrelangen fehde mit den usp-damen einfach nur mal zur Kenntnis nehmen und nicht gleich alle wieder wegen sexismus aufschreien.
>> becherwürfe: zeitgleich mit dem abtransport des infarktösen gab es polizeivorgehen am gästeblock. nicht mal die pressesprecherin von stpauli konnte nach hh-mopo sagen ob die becher nicht auch gegen die polizei welche auf dem abtransportweg rumstand geworfen wurden
>> zerstörte toiletten: die täter sind zu fassen und wegen sachbeschädigung zu belangen. der verein kann hier nicht viel machen, die ud wird sich untereinander keine "lampe" bauen und kameras gibt es auf den örtchen noch nicht

04.12.2018 21:52 Peter W. 40

Spieler, Verein und - ja auch die "normalen" Fans schauen seit Jahren dem Treiben der Dünnamo-Chaoten allenfalls schulterzuckend zu und lassen sie mit jeder noch so abartigen Aktion gewähren. So wird sich nichts ändern - und wie heißt es so schön: mitgefangen, mitgehangen. Da braucht sich keiner der schwarzgelben Fans über den Unmut der Menschen mit einem Minimum an Anstand und Respekt beschweren.

04.12.2018 21:52 Voice 39

Wie sagt der User Dynamo Fanarmy immer:
"...die große SG Dynamo, der Verein mit den meisten Mitgliedern im Osten..."
Warum wird das nicht mal auf der Mitgliederversammlung thematisiert, und entsprechende Beschlüsse gefasst, damit das aufhört. Man muss nur wollen. Ich denke, bei Euch gibts so viel Mitbestimmung?
Ich persönlich wäre für Punktabzug für den entsprechenden Verein. Ich bin sicher, dann hört das ganz schnell auf. Und auch die Ordnungsdienste müssen auf den Prüfstand - überall!! Denn nur mit deren Hilfe gelangen Banner, Pyro etc. ins Stadion.
Ich frage mich, warum die angeblich 99% friedlicher Fans denn dabei zuschauen, wenn unter ihren Augen Derartiges geschieht. Ach ja, Ihr hattet ja davon nix bemerkt.....
Tipp an St. Pauli: zum nächsten Gastspiel von Dynamo einfach kein Auswärtskontingent zur Verfügung stellen. Sorgt zwar fürn leeren Gästeblock, aber auch für intakte Klo's hinterher.
Beste Grüße aus der Messestadt!!

04.12.2018 21:44 wicky 67 38

Sollte ganz am Ende meines Beitrags '&' (und) statt '%' heißen!!! Sorry also!!!