Torwart Giorgi Loria, Christian Beck, Timo Perthel
Bildrechte: imago images / Matthias Koch

Fußball | 2. Bundesliga Magdeburg steigt nach Niederlage bei Union ab

33. Spieltag

Der 1. FC Magdeburg muss sich nach einem Jahr in der 2. Liga wieder verabschieden. Eine Niederlage am vorletzten Spieltag bei Union Berlin und ein Sieg von Ingolstadt besiegelten den Abstieg der Elbestädter.

von Christian Kerber und Kevin Gehring (Berlin)

Torwart Giorgi Loria, Christian Beck, Timo Perthel
Bildrechte: imago images / Matthias Koch

Der 1. FC Magdeburg hat das große Ziel "Klassenerhalt in der 2. Liga" endgültig verpasst. Am Sonntag unterlagen die Sachsen-Anhalter bei Aufstiegsanwärter Union Berlin mit 0:3. Weil Konkurrent FC Ingolstadt gegen Darmstadt 3:0 gewann, steht der Abstieg bereits ein Spieltag vor Schluss fest. Fünf Punkte Rückstand hat der FCM auf die Oberbayern auf dem Relegationsplatz.

Magdeburg früh in Rückstand

Die Partie in Köpenick begann denkbar ungünstig für die Gäste: Ein Flugkopfball-Abstauber von Grischa Prömel brachte Magdeburg schnell ins Hintertreffen. Der Treffer war nicht nur ein Schock für den Abstiegskandidaten, sondern auch Balsam für die Seele für den Aufstiegsanwärter, der zuletzt häufig Nerven gezeigt hatte. Die Elf von Michael Oenning bemühte sich in der Folge um erfolgsversprechende Offensivaktionen, aber es blieb beim Bemühen. Union hatte das Geschehen im Griff - und nutzte einen individuellen Fehler zum 2:0: Rico Preißinger leistete sich einen Fehlpass im Mittelfeld, Sebastian Andersson war rechts nicht zu stoppen und bediente in der Mitte Sebastian Polter, der Mittelstürmer ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen (30.). Auch danach agierte Magdeburg viel zu harmlos.

 1. FC Union Berlin - 1. FC Magdeburg, Grischa Prömel (2. v. l., 1. FC Union Berlin) erzielt das Tor zum 1:0 gegen Torwart Giorgi Loria (1. FC Magdeburg)
Grischa Prömel trifft früh per Flugkopfball zum 1:0. Bildrechte: imago images / Matthias Koch

Fußball | 2. Bundesliga 1. FC Union Berlin gegen den 1. FC Magdeburg in Bildern

Fans aus Magdeburg halten Transparente mit der Aufschrift: für immer fcm
Die Fans des FCM waren zahlreich zum alten Ost-Rivalen gepilgert: 2.400 waren es. Bildrechte: imago images / Matthias Koch
Fans aus Magdeburg halten Transparente mit der Aufschrift: für immer fcm
Die Fans des FCM waren zahlreich zum alten Ost-Rivalen gepilgert: 2.400 waren es. Bildrechte: imago images / Matthias Koch
Trainer Michael Oenning (1. FC Magdeburg)
Trainer Michael Oenning wollte die Herkulesaufgabe Klassenerhalt erfolgreich zu Ende bringen. Bildrechte: imago images / Matthias Koch
 1. FC Union Berlin - 1. FC Magdeburg, Grischa Prömel (2. v. l., 1. FC Union Berlin) erzielt das Tor zum 1:0 gegen Torwart Giorgi Loria (1. FC Magdeburg)
Doch die Partie bei Union begann mit dem 0:1 durch Grischa Prömels Flugkopfball denkbar ungünstig. Bildrechte: imago images / Matthias Koch
Sebastian Polter (l/UNI) kaempft um den Ball gegen Tarek Chahed (FCM)
In den Zweikämpfen hatte oft Union die Nase vorne. Bildrechte: imago images / Annegret Hilse
Sebastian Polter erzielt ein Tor gegen Torwart Giorgi Loria und Dennis Erdmann.
Sebastian Polter nutzte einen Fehler im Mittelfeld zum 2:0. Bildrechte: imago images / Matthias Koch
Dennis Erdmann enttäuscht.
Dennis Erdmann (li.) enttäuscht. Bildrechte: imago images / Contrast
v. l. Sebastian Polter (1. FC Union), Sebastian Andersson (1. FC Union), unten v. l. Dennis Erdmann (1. FC Magdeburg), Tobias Müller (1. FC Magdeburg),
Auch in der Luft waren die Berliner meistens "überlegen". Bildrechte: imago images / Matthias Koch
Fans aus Magdeburg versuchen in Blöcke der Fans von Union vorzudringen.
Kurz vor Schluss verursachten einige Anhänger des FCM eine Spielunterbrechung, als sie versuchten auf das Spielfeld und in andere Blöcke zu gelangen. Nach rund zehn Minuten ging die Partie weiter. Bildrechte: imago images / Matthias Koch
Sebastian Polter tröstet Tobias Müller enttäuscht nach Spielende
Sebastian Polter (li.) traf noch einmal. Danach tröstete er den Magdeburge rTobias Müller. Bildrechte: imago images / Contrast
1. FC Magdeburg, Magdeburg, Enttäuschung nach Abpfiff
Nach dem Abpfiff versammelte sich das FCM-TEam. Bildrechte: imago images / Matthias Koch
Torwart Giorgi Loria, Christian Beck, Timo Perthel
Die Enttäuschung über den Abstieg stand dem Team im Gesicht geschrieben. Bildrechte: imago images / Matthias Koch
Christopher Trimmel, Sebastian Polter, Marius Buelter
Marius Bülter vor Enttäuschung am Boden, die Union-Kicker Sebastian Polter und Christopher Trimmel helfen ihm hoch ... Bildrechte: imago images / Nordphoto
Marius Bülter enttäuscht
... die Enttäuschung bleibt aber bei Bülter. Bildrechte: imago images / Bernd König
 Matthias Tischer, Michael Oenning, Maik Franz enttäuscht nach Abpfiff.
Bedient (v. li.): Torwart-Trainer Matthias Tischer, Coach Michael Oenning und Maik Franz, der Leiter der Lizenspieler-Abteilung. Bildrechte: imago images / Matthias Koch
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In der zweiten Hälfte war die Luft raus

In der zweiten Halbzeit war weitgehend die Luft raus. 'Dazu trugen wohl auch die Zwischenergebnisse bei. FCM-Rivale Ingolstadt führte gegen Darmstadt ebenso wie Paderborn gegen den Hamburger SV. Union hatte damit den dritten Platz sicher. Magdeburg hätte nur noch ein Sieg etwas genutzt. Die Köpenicker ließen die Elbestädter jetzt mehr Raum. Die eine oder andere Chance ergab sich.: Ein 18-Meter-Freistoß von Nico Hammann flog nur knapp am Winkel vorbei (49.), ein Kopfball von Christian Beck ging vorbei (72.), ein Lupfer von Björn Rother drüber (81.). Einen hatte Union noch zu bieten: Nach Flanke von Manuel Schmiedebach setzte sich Polter in der Mitte gegen Timo Perthel durch und markierte das 3:0 (90.+8). Die lange Nachspielzeit gab es wegen einer Unterbrechung nach unnötigen Scharmützeln von FCM-Anhängern mit Ordnungskräften. FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik sagte: "Ich habe nur gesehen, dass beide Fanlager gegen die Plexiglassscheiben gedroschen haben, ich kann das nicht bewerten. Was ich wahrgenommen habe, ist auf jeden Fall, dass die Fans des 1. FC Magdeburg nicht versucht haben, den Platz zu stürmen oder Krawall zu machen, das Spiel mutwillig zu unterbrechen." Fans des Absteigers verließen während der Unterbrechung zeitweise den Gästeblock, kehrten aber wenig später zurück. Polizei zog rund um den Block auf, die Partie wurde anschließend ohne sichtbare weitere Zwischenfälle im Stadion "An der Alten Försterei" beendet.

Fans aus Magdeburg versuchen in Blöcke der Fans von Union vorzudringen.
Bildrechte: imago images / Matthias Koch

Rückrunden-Aufholjagd reichte nicht

Besonders auf die Füße fiel den Magdeburgern in dieser Spielzeit die schwache erste Saisonhälfte und die Heimbilanz. Am Ende waren es ganze zwei Siege in 17 Partien. Der neue Trainer Michael Oenning stabilisierte das Team und sammelte in der Rückrunde immerhin 19 Punkte. In der Vorrunde waren nur elf zusammen gekommen. Zum Verhängnis wurde dem FCM aber auch die Konkurrenz: Sandhausen und Ingolstadt schafften rasanten Aufholjagden. Die einen belegten in der Rückrundentabelle Rang sechs, die anderen sogar Platz vier. Dazu kamen ungewöhnliche viele Punktverluste in den letzten Spielminuten.

Trainer Michael Oenning (1. FC Magdeburg)
Michael Oenning machte das Team besser, aber nicht gut genug für den Klassenerhalt. Bildrechte: imago images / Matthias Koch

Das sagten die Trainer

Michael Oenning (Magdeburg): "Wir wussten, dass es für uns heute ein Endspiel wird. Wenn man die 90 Minuten sieht, hat man gesehen, dass wir zu keinem Zeitpunkt Zugriff hatten. Mit dem Druck, der heute auf uns gelastet hat, sind wir nicht zurecht gekommen. Ein trauriger Tag für den 1. FC Magdeburg. Wir haben in vielen Spielen gezeigt, dass wir in dieser Liga guten Fußball spielen können. Was uns gefehlt hat, war die Konstanz." 

Urs Fischer (Berlin): "Ich habe ein sehr gutes Union gesehen. Wir waren in der ersten Hälfte griffig im Spiel. Wir waren sehr effizient würde ich sagen, weil rein von den Anteilen her, das zeigt auch die Statistik, war es ein ausgeglichenes Spiel. Heute waren wir vor dem Tor wirklich sehr effizient. Ich glaube das brauchen wir auch. Dass wir in Führung gehen, spielte uns in die Karten. In der zweiten Halbzeit hab ich dann schon das Gefühl, dass wir eher einen Gang zurück geschaltet haben, uns eher in den Verwaltungsmodus bewegt haben, was wir uns so eigentlich nicht vorgenommen haben. Wir wollten genau gleich auftreten wie in der ersten Hälfte, um das dritte Tor zu erzielen. Das ist uns in der zweiten Hälfte nicht so gut gelungen, aber unterm Schluss, wenn du 3:0 gewinnst, musst du auch mal zufrieden sein."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 12. Mai 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Mai 2019, 11:34 Uhr

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136 Kommentare

14.05.2019 23:55 Brockhausdirk 136

3 Tage ist es her und ich bin immer noch lauthals am singen:
Warum bin ich so fröhlich
so fröhlich so fröhlich,
bin ausgesprochen fröhlich,
so fröhlich war ich nie
Ich war schon öfter fröhlich,
ganz fröhlich ganz fröhlich,
doch so verblüffend fröhlich
war ich bis heut noch nie
Ich bin auch schon mal traurig,
so abgrundtief traurig,
dann bin ich schaurig traurig,
dann tut mir alles weh (vor lachen)
Armer FCM ohweh.

14.05.2019 21:20 OTTO 135

Sollte Union aufsteigen, was ich hoffe, werden uns die Saxxxn nächste Saison am meisten vermissen! Außer 2 Sachsenderbys keine nennenswerte Spiele im Fußballosten!

14.05.2019 19:38 Dynamischer 134

Selten so viel Quatsch gelesen werter Herr aus Leipzig-Stadtteil Halle an der Saale. Halle war in den vergangenen Jahrhunderten nie etwas besonderes im Geschichtsbuch. Aber darauf habe ich jetzt keine Lust. Trällert noch ein wenig Partymucke vor eurem Händel Denkmal. Der hat es ja selbst keine lange Zeit dort ausgehalten. Nun Träume weiter von vergangenen Zeiten.
Bist du der Brockhaus der Neuzeit?

14.05.2019 19:32 Machdeburjer 133

Ach so, lieber „Realist“
Es ist interessant zu sehen, dass du dich nur über die Dynamo Dinge echauffierst, statt die Kommentare aus Halle, auf die sich die 2 aus Dresden bezogen haben.
Aber sowas überliest man ja gern, stattdessen gibt es tolle Beispiele aus der Hallenser Stadtgeschichte.
Da muss ich wohl auch erstmal anfangen, aber das würde zu lang dauern, die Geschichte der Stadt Magdeburg.
BWG

14.05.2019 19:28 Machdeburjer 132

Na dann sollte man wohl das Replikat vom Europapokal in Halle ausstellen ;-)
Dass den eine Mannschaft ausschließlich aus Magdeburgern und Umgebung gewonnen hat, zählt da dann nicht mehr. Gelle @Realist

Was die ganzen Dinge hier allerdings mit dem FCM zu tun haben, bleibt ihr Geheimnis.
Ansonsten sieht man sich nächste Saison BWG nach Halle.

PS: @Ha-Neuer
Ist die Angst vor uns wieder so groß ja? War doch 1 Jahr Ruhe zum entspannen.

14.05.2019 14:31 Realist 131

zu Stefan. Es ist ja alles schön und gut was sie da schreiben . Ich habe ja auch nicht geschrieben das Dresden zu DDR Zeiten keinen guten Fußballgespielt hat sondern der Verein speziell staatlich gefördert wurde.Meine Kritik richtete sich ja hauptsächlich gegen das Geschreibsel von "Dynamischer und Tanja".Halle als Dorf zu bezeichnen ist schon starker Tobak . Halle hat eine reichhaltige Geschichte und war auch wirtschaftlich und sportlich nicht unbedeutend .Was den halleschen Fußball anbelangt gab es da sehr interessante Abschnitte von 1954-2019.Und wenn es einige nicht wissen sollten wir hatten auch Nationalspieler . Urbanczyk und Bransch waren die bekanntesten.Und erwähnen möchte ich da noch Bernd Bransch der durch seine beiden Tore gegen Rumänien die Endrundenteilnahme der DDR 1974 ermöglichte. .Und was den FCM betrifft erst als Trainer Heinz Krügel von Halle ( wo er eine gute Arbeit geleistet hatte ) nach Magdeburg wechselte war der 1.FCM erfolgreich.

14.05.2019 10:33 Ha-Neuer 130

und nächste Saison gleich weiter Richtung 4 Liga

14.05.2019 09:42 MLink-Berlin 129

Hi Dirki, immer wieder ne Freude von dir zu lesen ;-)

14.05.2019 09:31 Stefan 128

@122
Es war keine Staatsdoktrin das Dynamo Dresden an der Spitze stehen sollte. Das galt nur für die Biften. So einen Unsinn können sie stecken lassen. DD musste genauso unter "Delegierungen " Einbußen hinnehmen wie andere. Dresden hat sich seine Erfolge durch gutes Training ( und sicher gute Trainingsbedingungen), sportlich gute Grundausbildung usw fair erarbeitet. Neid und Missgunst sind da fehl am Platz. Und nur weil wir mit den Berlinern den gleichen Namen hatten, bedeutet das nicht das wir genauso bevorteilt wurden. Dieses Geschwurbel immer von unvervesserlichen.
Aue, Dresden und Magdeburg habe diese Saison alle keinen Weltklassefussball geboten, trotzdem waren DD und der Schacht nenn ticken besser. Das wissen auch die Maggis. Ich bin traurig das dieses Derby erstmal fehlt. Magdeburg ist in allen belangen euch Hallensern weit voraus. Und Häme und Spott braucht keiner auf jemanden ausschütten.

13.05.2019 23:59 Brockhausdirk 127

Warum bin ich so fröhlich, so fröhlich, so fröhlich war ich nie....
Der Punktelieferant steigt ab!!!