Fußball | 2. Bundesliga Dynamo-Geschäftsführer Wehlend zu Abstiegs-Krawallen: "Rote Linie überschritten"

Nach dem dramatischen Abstieg aus der 2. Bundesliga hat der Geschäftsführer der SG Dynamo Dresden, Jürgen Wehlend, das Verhalten einiger Anhänger scharf kritisiert. Der Verein kündigte an, die Geschehnisse gründlich aufzuarbeiten und zeitnah Konsequenzen zu ziehen.

Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Jürgen Wehlend sitzt auf dem Podium.
Bildrechte: dpa

In einer Pressemitteilung des Vereins am Mittwoch (25. Mai) teilte Dynamo Dresdens Geschäftsführer Jürgen Wehlend mit, dass er die große Enttäuschung, den Frust und die Wut der Fans absolut nachvollziehen könne. Sie hätten bedingungslos hinter dem Verein und der Mannschaft gestanden, trotz der sportlichen Talfahrt in der Rückrunde. Für die Entgleisungen nach Spielende gebe es aber keine Entschuldigung.

"Werden entschiedene Konsequenzen ziehen"

"Bei allem Verständnis für diesen Frust, den alle Beteiligten im Verein teilen und genauso fühlen, ist das Verhalten einiger Dynamo-Fans gegen Ende des Spiels und im Besonderen danach völlig inakzeptabel. Mit dem gewaltsamen Eindringen in den Kabinentrakt, bei dem zwei Ordner verletzt wurden, und der Bedrohung von Spielern, Betreuern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurde eine klare Grenze überschritten", sagte Wehlend.

Wehlend kündigt Stadionverbote an

In einer Medienrunde konkretisierte Wehlend seine Kritik. Demnach wurde eine "Rote Linie" überschritten und billigend in Kauf genommen, dass Spieler und Schiedsrichter gesundheitlich geschädigt werden. Es gelte nun, möglichst schnell Klarheit zu schaffen, um handlungsfähig zu sein. Die Lage werde man "akribisch" aufarbeiten und die veranwortlichen Personen zur Rechenschaft ziehen - sowohl strafrechtlich, als auch in Form von Stadionverboten.

Pyro, Raketen und wütender Mob

Dynamo steigt aus der 2. Liga ab
Bildrechte: IMAGO / Dennis Hetzschold

Dynamo Dresden war am Dienstagabend nach einer 0:2-Heimniederlage im Relegationsrückspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern aus der 2. Bundesliga abgestiegen. In der Nachspielzeit hatten massiver Einsatz von Pyrotechnik und Raketen für eine längere Spielunterbrechung gesorgt.

Fans dringen bis zum Mannschaftsbus vor

Kurz vor Mitternacht gelangten etwa 30 Anhänger durch den Eingang des Stadions in den Kabinentrakt. Dabei wurden zwei Ordner verletzt. Über eine Fluchttür drangen die Personen bis zum Mannschaftsbus vor. In diesen drang ein Vertreter der Ultras ein und stellte die Mannschaft zur Rede. Der Tenor, so Wehlend: "Ihr seid es nicht Wert, dieses Trikot zu tragen." Die Polizei ermittelt bereits wegen Landfriedensbruchs. Die "Ultras Dynamo" wollten sich auf MDR-Anfrage nicht äußern.

---
red/pm/dpa

Videos und Audios zur 2. Fußball-Bundesliga

Christian Titz, Trainer 1. FC Magdeburg
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Aufstellung der Mannschaft
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Alle anzeigen (183)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 25. Mai 2022 | 17:45 Uhr

72 Kommentare

Sundar vor 4 Wochen

Letztes Jahr Aufstiegskrawalle, dieses Jahr Abstiegskrawalle. Diese Idioten nutzen jede Gelegenheit zum Randalieren, egal ob Sieg oder Niederlage, Aufstieg oder Abstieg. Mir fehlt bisher eine eindeutige Distanzierung des Vereins von solchen Krawallmachern. Unglaublich, dass ein Hool bis in den Mannschaftsbus vordringt und die Mannschaft zur Rechenschaft zieht. Sollen die doch selber Fußball spielen und zeigen wie es besser gehen soll, statt nur andere für ihr eigene Unzufriedenheit verantwortlich zu machen.

Dynamo 1953 vor 4 Wochen

Herr Wehlend spricht mit "Stadionverboten" auch nur das an, was viele vor ihm nur mit mäßigem Erfolg umzusetzen versuchten! Man könnte sich stattdessen auch eine CD mit "Absichtsbekundungen der Vereinsführung" einlegen, die würde dann, aufgrund der Vielzahl von Wiederholungen, arg zerkratzt klingen!

MDR-Team vor 4 Wochen

Hallo Dynamokralle! Vielen Dank für diesen Themenvorschlag. Wir haben diesen gleich einmal weitergeleitet. Viele Grüße und einen schönen Tag, Ihre MDR.de-Redaktion

Aktuelle Meldungen aus der 2. Bundesliga