Fußball | 2. Bundesliga Gegnercheck SV Darmstadt 98: Plötzlich Aufstiegsanwärter

Zu Saisonbeginn stark von Corona gebeutelt, hat sich Darmstadt 98 zu einem Favoriten um den Bundesliga-Aufstieg gemausert. Die Hessen sind derzeit das Team der Stunde, was vor allem an der bärenstarken Offensive liegt.

v.l. Luca Pfeiffer (SV Darmstadt 98) und Mathias Honsak (SV Darmstadt 98)
Luca Pfeiffer hatte mit Darmstadt zuletzt allen Grund zum Jubeln. Bildrechte: IMAGO / Jan Huebner

Noch bevor die neue Zweitliga-Saison richtig losging, wurde der SV Darmstadt 98 bereits ausgebremst. Ende Juli hatte der einstige Bundesligist schwer mit Corona-Fällen im Team zu kämpfen. Zwischenzeitlich standen Cheftrainer Torsten Lieberknecht nur 14 Feldspieler zur Verfügung, von denen vier aus der eigenen U19 kamen.

Darmstadt räumt die Topteams aus dem Weg

Der holprige Saisonstart mit zwei Niederlagen zum Auftakt gehörte jedoch schnell der Vergangenheit an. Mittlerweile blicken die Hessen auf eine starke Serie zurück und holten 16 von 18 möglichen Punkten aus den vergangenen sechs Partien. Dabei bekamen es die "Lilien" nicht mit Laufkundschaft zu tun. Der Reihe nach wurden die Topteams Nürnberg (2:0), Schalke (4:2) und zuletzt Spitzenreiter St. Pauli (4:0) eindrucksvoll bezwungen.

Nach dem Erfolg gegen St. Pauli grüßte man zwischenzeitlich sogar von der Tabellenspitze, die die Hamburger im Nachholspiel unter der Woche aber wieder zurückeroberten. Mit den jüngsten Auftritten hat Darmstadt dennoch ein dickes Ausrufezeichen gesetzt und sich in den Kreis der Aufstiegsanwärter gespielt.

Beste Offensive der Liga mit brandgefährlichem Sturm-Duo

Die starke Performance liegt vor allem in er Offensive begründet. Mit 35 Treffern stellt Darmstadt die stärkste Angriffsreihe der Liga. Der Gegner bekommt dabei regelmäßig die Hütte voll. So feierte Darmstadt in dieser Saison bereits zwei 6:1- und zwei 4:0-Siege. Erheblichen Anteil daran haben die im Sommer verpflichteten Luca Pfeiffer und Philipp Tietz, die bereits jeweils elf Saisontreffer auf dem Konto haben.

Torsten Lieberknecht
Torsten Lieberknecht eilt mit den Darmstädtern von Erfolg zu Erfolg. Bildrechte: imago images/HMB-Media

Mit Blick auf eine mögliche Rückkehr ins Fußball-Oberhaus hält man sich am Böllenfalltor aber eher zurück. "Dinge können sich auch schnell drehen - ohne etwas heraufbeschwören zu wollen", erklärte Lieberknecht vor Kurzem im Interview mit der "Frankfurter Rundschau": "Wir wollen einfach viele, weitere Zähler sammeln."

Selbst ein rotziges 1:0 wäre mir recht, um zu zeigen, dass wir auch solche Spiele mit wahnsinniger Mentalität, Zweikampfhärte und Aggressivität in petto haben und annehmen.

Torsten Lieberknecht Trainer SV Darmstadt 98

Lieberknecht: "Scheißegal, wie du dieses Spiel dort gewinnst"

Tor zum 4:1
Beim letzten Aufeinandertreffen feierten die "Lilien" einen klaren 4:1-Erfolg. Bildrechte: imago images/HMB-Media

Gegen den kommenden Gegner Erzgebirge Aue klappte das zuletzt ganz gut. Im März dieses Jahres stand ein deutlicher 4:1-Erfolg nach 90 Minuten zu Buche. Dennoch warnte Lieberknecht vor den Sachsen. "Spiele in Aue sind immer schwierig. Das war schon lange vor meiner Zeit so, aber auch als ich selbst noch gespielt habe". Am Ende zählen einzig und allein die Punkte. "Es ist scheißegal, wie du dieses Spiel dort gewinnst. Selbst ein rotziges 1:0 wäre mir recht, um zu zeigen, dass wir auch solche Spiele mit wahnsinniger Mentalität, Zweikampfhärte und Aggressivität in petto haben und annehmen."

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jsc

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 27. November 2021 | 16:00 Uhr

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