Fußball | 2. Bundesliga FC Ingolstadt: Die fetten Jahre sind vorbei

1. Spieltag

Der FC Ingolstadt ist nach einem Kraftakt in der Relegation zurück in der 2. Bundesliga. Ein junger Trainer aus dem eigenen Nachwuchs soll das kaum veränderte Aufstiegsteam um Kapitän Stefan Kutschke zum Klassenerhalt führen – und einen langfristig angelegten Wechsel in der Kaderstrategie vorantreiben.

Stefan Kutschke (30, FC Ingolstadt 04 ) bei Elfmeter Strafstoß
Die Ingolstädter Generalprobe am vergangenen Wochenende endete 1:1 gegen Bundesliga-Aufsteiger Greuther Fürth. Kapitän Stefan Kutschke traf für den FCI vom Punkt. Bildrechte: IMAGO / Zink

Vor knapp acht Wochen drohte dem FC Ingolstadt eine knappe halbe Stunde lang das dritte Saisonabschlusstrauma in Serie. Schon 2019 und 2020 hatte die Zweitliga-Relegation kein gutes Ende für den FCI übrig. Besonders niederschmetternd war der entscheidende Gegentreffer im Vorjahr – der Nürnberger Fabian Schleusener traf in der sechsten Minute der Nachspielzeit des Rückspiels.

Bilbijas Kopfball verscheucht die Relegationsdämonen

Jubel mit Fatih Kaya (9, FCI) Marcel Gaus (19, FCI) Stefan Kutschke (30, FCI) Michael Heinloth (17, FCI) Dominik Franke (3 FCI) Tobias Schröck (21, FCI) Björn Paulsen (4, FCI) Marc Stendera (10, FCI)
Kollektive FCI-Erleichterung nach Filip Bilbijas Treffer in Osnabrück, der endgültig den Weg zurück in die 2. Liga ebnete. Bildrechte: IMAGO / Stefan Bösl

Am letzten Sonntag im Mai ließ nun der Osnabrücker Marc Heider an der Bremer Brücke mit einem frühen Doppelpack den schönen Ingolstädter 3:0-Vorsprung aus dem Relegationshinspiel zunächst dahinschmelzen. Doch dann köpfte Filip Bilbija eine Flanke seines Kapitäns Stefan Kutschke ins Netz (31.) und verscheuchte die Dämonen der jüngsten FCI-Vergangenheit. Die "Schanzer" folgten Dynamo Dresden und Hansa Rostock in die 2. Liga.

Das neuerliche Wiedersehen des gebürtigen Dresdners Kutschke mit seinem Ex-Verein in der Heimatstadt gibt es bereits am ersten Spieltag. Tiefgreifend verändert hat sich das Team seit der 0:4-Abreibung im Rudolf-Harbig-Stadion Ende Februar nicht. Der FCI ließ die Routiniers Björn Paulsen, Caiuby und Robin Krauße ziehen. Im Gegenzug haben die Bayern bis dato lediglich zwei echte Neuzugänge – Yassin Ben Balla (Braunschweig) und Jan-Hendrik Marx (Mannheim) – verpflichtet, zudem endete Maximilian Wolframs Leihe nach Zwickau und U19-Mittelstürmer Arian Llugiqi wurde hochgezogen.

Tomas Oral muss Roberto Pätzold weichen

FC Ingolstadt 04 - Trainingsauftakt mit neuem Trainerteam - Cheftrainer Roberto Pätzold FCI Marc Stendera
Vom Nachwuchs- zum Cheftrainer befördert: Der 42-jährige Roberto Pätzold. Bildrechte: imago images/Stefan Bösl

Bemerkenswerter wirken die Personalentscheidungen auf der sportlichen Verantwortungsebene. Sowohl Trainer Tomas Oral als auch Sportdirektor Michael Henke verloren ihre Jobs unmittelbar nach dem Aufstieg. Nicht zuletzt bei der Kaderplanung lagen die beiden konträr zur Klubführung. Die fetten Zeiten sind – auch pandemiebedingt – selbst beim fußballerischen Aushängeschild der Audi-Stadt vorbei.

Geschäftsführer Manuel Sternisa begründete auf Nachfrage der "Süddeutschen Zeitung" in ausgefeiltem Fußballdiplomatiedeutsch: "Wir haben trotz des Erfolgs alles analysiert und sind überzeugt, dass wir gemeinsam aus dem Kader noch mehr herausholen können." Der Klub will zukünftig vermehrt selbst ausgebildete Spieler profitauglich machen und regionalere Identität im Kader verankern. Genau diese angesichts der durchaus schillernden Zweitligakonkurrenz große Aufgabe obliegt dem bisherigen Nachwuchstrainer Roberto Pätzold, an dessen Seite der langjährige FCI-Profi Malte Metzelder als neuer Sportchef agiert.

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Videos und Audios zur 2. Fußball-Bundesliga

Dynamo - Ingolstadt
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Aue - Nürnberg
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 25. Juli 2021 | 14:00 Uhr

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