Fußball | 2. Bundesliga St. Pauli und die schlechten Erinnerungen ans Erzgebirge

Der FC St. Pauli ist das Team der Rückrunde in der 2. Bundesliga. Doch nun geht es ins Erzgebirge. Dort haben die Kicker aus der Hansestadt bisher nicht viel reißen können. Coach Timo Schultz ist dennoch optimistisch.

Philipp Ziereis, Guido Burgstaller, Omar Marmoush, Torschütze Daniel-Kofi Kyereh
Philipp Ziereis, Guido Burgstaller, Omar Marmoush und Torschütze Daniel-Kofi Kyereh (v.l.n.r.) jubeln. (Archiv) Bildrechte: IMAGO / Oliver Ruhnke

Saisonstatistiken nach dem 27. Spieltag

FC St. Pauli: Platz 8 – 38 Punkte (10 Siege/8 Unentschieden/9 Niederlagen) – 41:43 Tore

[Erzgebirge Aue: Platz 9 – 37 Punkte (10 Siege/7 Unentschieden/10 Niederlagen) – 36:37 Tore]

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Zehn Punkte haben die St. Paulianer aus den letzten fünf Begegnungen geholt und damit doppelt so viele wie Erzgebirge Aue. Doch um die ganze Formstärke der Hanseaten einschätzen zu können, muss man die Zeitspanne zurück bis zum 16. Spieltag erweitern. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Team von Timo Schultz einen Sieg und sieben Remis auf der Habenseite. Danach passierte das, was hinlänglich als "Knotenplatzen" bekannt ist. St. Pauli eilte im neuen Jahr von Sieg zu Sieg, holte 28 von 36 möglichen Punkten und schob sich von einem Abstiegsrang auf Position acht nach vorne.

Personal

Auch wenn sich die Mannschaft insgesamt deutlich gebessert hat und stabiler geworden ist seit der Saisonhalbzeit, ist der Aufschwung der Kiezkicker eng verbunden mit drei Namen: Guido Burgstaller, Omar Marmoush und Daniel-Kofi Kyereh. Routinier Burgstaller etwa verpasste große Teile der Hinrunde wegen Nierenproblemen. Seit seiner Rückkehr hat er neun Mal genetzt. Winterleihgabe Marmoush hat am Millerntor auch sofort Fuß gefasst und sechs Treffer erzielt. In dieser Form wird Stammverein VfL Wolfsburg den 22 Jahre alten Ägypter sicherlich wieder zu sich holen. Kyereh hat bisher alle Saisonspiel absolviert, aber auch er ist in der zweiten Saisonhälfte zielsicherer geworden. Allen dreien attestierte Aue-Coach Dirk Schuster Bundesligaformat.

Dazu ist die Schultz-Elf gespickt mit weiteren erfahrenen und auch torgefährlichen Akteuren, wie etwa Rico Benatelli (3 Tore). Der 29-Jährige, der selbst zwei Jahre in Aue gespielt hat, ist neben dem aufstrebenden Rodrigo Zalazar (5 Tore) eine der Stützen in der Mittelfeldzentrale.

St. Pauli droht allerdings krankheitsbedingt ein personeller Engpass in der Innenverteidigung. James Lawrence konnte bisher nicht am Training teilnehmen, auch Tore Reginiussen hat in dieser Woche nicht richtig trainiert, könnte aber noch rechtzeitig fit werden. "Es ist immer ärgerlich, wenn mehrere Spieler auf einer Position ausfallen könnten. Aber wir haben erfahrene Spieler hintendran", meinte Schultz gelassen.

Direkter Vergleich

Wenn die Form schon ganz klar für St. Pauli spricht, kann sich Erzgebirge Aue vielleicht über die Statistik etwas Mut machen. Von den bisher 19 Duellen in der 2. Bundesliga gewann Aue zehn. Sechs Mal wurden die Punkte geteilt und erst drei Mal verließen die Hamburger den Rasen als Sieger.

In der Hinrunde in St. Pauli gab es eine Punkteteilung (2:2). Und auch die Heimstatistik der "Veilchen" kann sich sehen lassen: Die letzten fünf Spiele im Lößnitztal gingen an die Gastgeber. "Es gibt vielleicht Stadien, mit denen man schlechte Erinnerungen verbindet, weil man da immer schlecht aussah. Das ist bei uns definitiv Aue. Im Erzgebirge tun sich fast alle Mannschaften schwer. Aber wir sind gut drauf. Wenn die Serie reißen kann, dann in diesem Jahr", sagte Trainer Timo Schultz am Donnerstag in Hamburg.

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rho/dpa

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 10. April 2021 | 16:00 Uhr

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