Fußball | 2. Bundesliga Gegnercheck Ingolstadt: (Noch) kein Glück in der 2. Bundesliga

11. Spieltag

Im Sommer schaffte der FC Ingolstadt nach zwei Jahren in der 3. Liga die Rückkehr in die Bundesliga. Doch dort läuft es noch nicht rund. Der FCI ist Tabellenvorletzter, in den vergangenen fünf Monaten waren drei Trainer am Ruder. Kann sich Aue Hoffnungen auf einen Heimsieg gegen Ingolstadt machen? Der Gegnercheck.

Ingolstädter Fans schwenken Schals und Fahnen
Bildrechte: IMAGO / Picture Point

Die aktuelle Saison

Es läuft nicht für den Aufsteiger. Nur zwei Siege feierten die "Schanzer", im DFB-Pokal gegen Aue (2:1) und in der Liga gegen Sandhausen (2:0). Dafür gab es schon sieben Niederlagen - und diese fielen teils heftig aus: In Darmstadt kam der FCI 1:6 unter die Räder, bei St. Pauli 1:4, gegen Dynamo Dresden, Bremen und Schalke 0:3. Kein Wunder, dass beim Klub in Oberbayern keine richtige Ruhe einkehrt. Hinzukommt: Beim FCI standen in den vergangenen fünf Monaten drei Trainer an der Seitenlinie.

Der (die) Trainer

Aktuell das sportliche Sagen hat André Schubert, der bei Borussia Mönchengladbach bereits Bundesliga- und sogar Champions-League-Luft schnupperte. Zuvor entlassen wurden Tomas Oral und Roberto Pätzold. Oral durfte Ende Mai noch den Aufstieg klarmachen, dann ging er. Über die Gründe wird bis heute spekuliert, Oral selbst sprach von Abnutzungserscheinungen, Erfolgsdruck und davon, dass der Aufstieg "viel Kraft und Energie gekostet" habe. Spekuliert wurden Meinungsverschiedenheiten mit Sportdirektor Michael Henke, doch auch der verlor den Job wenig später. Oral und Henke lagen mit der Klubführung wohl in Sachen Kaderplanung nicht auf einer Linie. Nach Oral durfte FCI-Nachwuchstrainer Roberto Pätzold ran. Der 42-Jährige durfte aber nur neun Spiele leiten und wurde nach 86 Tagen mit der Statistik von nur 0,78 Punkten pro Spiel entlassen.

Der 50-jährige Schubert soll Ingolstadt nun die Klasse sichern, steht gegen Aue aber erst im dritten Spiel an der Seitenlinie. Schubert hat einst Borussia M'gladbach in die Champions League geführt und auch in Paderborn, St. Pauli und Braunschweig überzeugt. Mit Braunschweig sammelte er 2018/19 auch Erfahrung im Abstiegskampf der 3. Liga. Als ersten Erfolg in Ingolstadt beendete er am vergangenen Wochenende die fünf Spiele dauernde Niederlagenserie mit einem 1:1 gegen Kiel.

Trainer Andre Schubert (Eintracht Braunschweig)
André Schubert (Archivbild). Bildrechte: imago

Die FCI-Baustellen

Der FCI hat die schlechteste Abwehr der 2. Liga und den schlechtesten Angriff (zusammen mit Aue und Hannover 96). Außerdem hat Ingolstadt die drittschlechteste Passquote, den geringsten Ballbesitz und die schlechteste Zweikampfquote. FCI-Coach Schubert beschreibt die Baustellen in seinem Team so: "
Woran wir arbeiten wollen, nach Ballgewinnen schneller und besser umzuschalten, noch gefährlicher vor das Tor zu kommen. Nicht noch den Querpass zu suchen sondern auch selbst mal abzuschließen und torgefährlich zu werden. Diese defensive Stabilität, die wir anfangen zu entwickeln, muss sich noch weiter verfestigen."

Das erwartet Schubert von Aue

Der FCI-Coach blickt voraus: "Es wird ein sehr aggressives, zweikampfbetontes Spiel. Es wird eine hohe Nervenbelastung für beide Seiten sein. Beide Seiten wollen unbedingt punkten. Uns wird Aue mit wahnsinnig viel Wucht und Leidenschaft und Power und Aggressivität in den Zweikämpfen begegnen. Da müssen wir dagegenhalten."

Der Kader

Stefan Kutschke FC Ingolstadt 04, 30 und Dirk Carlson FC Erzgebirge Aue
Der Ex-Dresdner Kutschke (2.v.li.) ist Kapitän des FCI. Bildrechte: IMAGO / Passion2Press

Nach dem Aufstieg im Sommer blieb das Team um den Ex-Dresdner Angreifer und FCI-Kapitän Stefan Kutschke weitgehend zusammen. Zudem wurden Spieler mit Zweitligaerfahrung wie Denis Linsmayer (Mittelfeld/Sandhausen), Nils Röseler (Abwehr/Sandhausen) und Patrick Schmidt (Angriff/Heidenheim) verpflichtet oder Kicker mit Bundesligaerfahrung wie Andreas Poulsen (Abwehr/Borussia M'gladbach) Nassim Boujellab (Mittelfeld/Schalke 04) und Christian Gebauer (Angriff/Bielefeld) ausgeliehen werden. Eigentlich hat der FCI also eine solide Truppe, die aber noch nicht richtig zusammengefunden hat. Schmerzlich vermisst wird Innenverteidiger Björn Paulsen, der in die erste schwedische Liga gewechselt ist. Das Fehlen des Dänen zeigt sich auch statistisch: Der FCI hat die schlechteste Abwehr der Liga.

Wer fehlt gegen Aue?

Definitiv fehlen wird Mittelfeldspieler Rico Preißinger. Auch die Abwehrspieler Tobias Schröck und Jan-Hendrik Marx sowie die Mittelfeldspieler Yassin Ben Balla und Nassim Boujellab und Angreifer Canigga Elva sind noch nicht wieder fit. Außerdem gibt es nach Aussage von Schubert ein paar Fragezeichen. "Es sind zwei drei Spieler angeschlagen", sagte der Coach bei der Pressekonferenz am Donnerstag (21.10.2021) Namen wollte er nicht nennen. "Das ist Spekulation."

Die letzten FCI-Spiele in der Liga

  • 6. Spieltag: Werder Bremen (H) - 0:3-Niederlage
  • 7. Spieltag: FC. St. Pauli (A) - 1:4-Niederlage
  • 8. Spieltag: Fortuna Düsseldorf (H) - 1:2-Niederlage
  • 9. Spieltag: Schalke 04 (A) - 0:3-Niederlage
  • 10. Spieltag: Holstein Kiel (H) - 1:1

Die Duelle gegen Aue

Aue und Ingolstadt standen sich bereits 18 Mal gegenüber - damit ist Aue aus der aktuellen 2. Liga Ingolstadts Rekord-Gegner. Die Bilanz spricht für den FCI: Sieben Siege gab es für die "Schanzer", nur vier für Aue.

Dirk Hofmeister

Videos und Audios zur 2. Fußball-Bundesliga

Alexander Schmidt
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
3 min

Nach dem 0:0 bei Hannover 96 gab Dynamo Dresdens Trainer Alexander Schmidt zu, dass man mit einem "blauen Auge" davon gekommen sei. Am besten sei das Ergebnis. Hier gibt es das komplette Interview

So 23.01.2022 17:51Uhr 02:46 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-trainer-alexander-schmidt-nach-hannover-dynamo-dresden-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Yannick Stark
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
1 min

Mit dem Ergebnis, einem 0:0 bei Hannover 96, war Dynamo Dresdens Kapitän Yannick Stark zufrieden, mit dem Spiel seines nicht so ganz.

So 23.01.2022 17:21Uhr 00:22 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-yannick-stark-nach-hannover-dynamo-dresden-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Vorschaubild Hensel
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Alle anzeigen (99)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 23. Oktober 2021 | 16:00 Uhr

0 Kommentare