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Fußball | 2. Bundesliga FF USV Jena: Aufstieg oder Untergang?

Die dramatische Lage beim klammen FF USV Jena war am Dienstagabend das große Thema auf der Mitgliederversammlung. Kurzfristig fehlen 110.000 Euro in den Kassen. Der Verein sieht nur zwei Wege aus der Krise.

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Der Spielbetrieb beim insolvenzbedrohten FF USV Jena ist nur noch bis Ende Januar gesichert. Das sagte der kommissarische Vereinspräsident Torsten Rödiger bei der Mitgliederversammlung am Dienstagabend in Jena MDR THÜRINGEN. Demnach fehlen dem Frauen-Fußball-Verein rund 110.000 Euro, um die Saison zu Ende zu spielen. Kopfzerbrechen bereitet vor allem eine Nachzahlung über 25.000 Euro für die Berufsgenossenschaft, die im Januar fällig wird. Die restliche Summe könnte möglicherweise mit Hilfe von Sponsoren, Fans und der Stadt Jena aufgetrieben werden. So wurde zuletzt eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen, um weitere Einnahmen zu generieren. Doch bei der Höhe aller Verbindlichkeiten dürfte die Aktion nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Fraglich sei zudem, ob die finanzielle Unterstützung aller Beteiligten rechtzeitig eintreffe, erklärte Rödiger.

Aufstieg könnte Probleme lösen

Um dennoch den Weg aus der finanziellen Krise zu meistern, sieht der Vorstand zwei Lösungsmöglichkeiten: So könnte der direkte Wiederaufstieg der ersten Mannschaft in die Frauenfußball-Bundesliga neue Gelder (345.000 Euro) in die leeren Kassen spülen. Der USV befindet sich in der 2. Bundesliga derzeit mit 17 Punkten auf dem sechsten Tabellenplatz. Außer den zweiten Teams vom VfL Wolfsburg, Bayern München und Hoffenheim, die nicht für den Aufstieg berechtigt sind, stehen nur noch der 1. FC Saarbrücken (23 Punkte) und der 1. FC Köln (21) vor den Thüringerinnen. Bei zwei Aufsteigern hätte Jena durchaus noch Chancen auf die Rückkehr in die Beletage des deutschen Frauenfußballs.

Abstieg in die Regionalliga

Als zweiten Weg aus der Krise nimmt der Verein eine geordnete Insolvenz samt Abstieg in die Regionalliga ins Visier. Den Insolvenzantrag will der Verein so spät wie möglich stellen. Insgesamt steht ein Finanzloch von 521.000 Euro in den Büchern. 300.000 Euro davon sind ein Darlehen des belgischen Investors Roland Duchatelet, für die ein Forderungsverzicht vorliegt. Auch zwei Banken, bei denen der Verein mit rund 100.000 Euro in der Kreide steht, verzichten aktuell auf die Rückzahlung der Kredite.

Kein Personal für neuen Vorstand

Neben den finanziellen Problemen sieht es in der künftigen Führungsetage ebenfalls düster aus: Demnach standen zur Neuwahl des Vorstandes nicht genügend Kandidaten zur Verfügung. In sechs bis acht Wochen soll daher eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden.

lta/red

Zuletzt aktualisiert: 12. Dezember 2018, 19:01 Uhr

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