Fußball | 2. Bundesliga Wucht gegen Passsicherheit - Zahlen und Fakten zu Hansa Rostock vs. 1. FC Magdeburg

9. Spieltag

Was wissen die Trainer voneinander? Wie ist die bisherige Saison verlaufen? Was sagt die Statistik über die Teams? Wer sind die besten Spieler? Wie ist die Bilanz? Was war am 10. April 2021? Zahlen und Fakten zum Ostduell Hansa Rostock vs. 1. FC Magdeburg.

Baris Atik, 1. FC Magdeburg,23 gegen Lukas Scherff, FC Hansa Rostock,20.
Baris Atik im Duell mit Rostocks Lukas Scherff Bildrechte: imago images/Christian Schroedter

Das sagen die Trainer zum anderen Team

Jens Härtel (FC Hansa) über den FCM: "Magdeburg ist die Mannschaft, die als Aufsteiger den meisten Ballbesitz hat. Sie kreieren viele Chancen, haben aber anfangs auch viel zugelassen. Zuletzt waren sie defensiv jedoch stabiler. Gute Mannschaften haben große Probleme, gegen Magdeburg Zugriff auf das Spiel zu entwickeln. Sie haben mit Titz ihren eigenen Spielstil."

Christian Titz (Magdeburg) über Hansa: "Rostock hat eine kompakte und physisch starke Mannschaft. Wir müssen das von Beginn an annehmen. Sie kommen mit einer Wucht, einer Kompaktheit, einer Körperlichkeit. Du musst unheimlich aufpassen bei ihren Umschaltbewegungen, wenn sie in den Gegner reingehen. Wir treffen auf einen Gegner, der variabel und flexibel in seiner Ordnung ist."

Sport

Christian Titz, Trainer 1. FC Magdeburg 1 min
Christian Titz, Trainer 1. FC Magdeburg Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
1 min

Do 15.09.2022 15:03Uhr 00:30 min

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Die aktuelle Form

Hansa Rostock: N-S-N-N-N

Das Team von Hansa-Coach Härtel ist stark in die Saison gestartet. Nach drei Siegen aus den ersten fünf Spielen lagen die Ostseestädter zwischenzeitlich auf Rang sechs. Der überzeugende 2:0-Heimeerfolg gegen den Nordrivalen St. Pauli am 5. Spieltag war aber auch der letzte Sieg. Die jüngsten drei Niederlagen in Karlsruhe (0:2), gegen Hannover (0:1) oder in Düsseldorf (1:3) ließen Hansa auf Rang zwölf abrutschen.

1. FC Magdeburg: N-N-U-N-S

Der FCM brauchte seine Zeit, um in der Liga anzukommen. Mit 19 Gegentoren ist der FCM immer noch die Schießbude der 2. Bundesliga. Aber die zurückliegenden drei Spiele machen Mut. Beim 4:4 in Kaiserslautern zeigte der FCM Moral, konnte das Spiel nach 0:1-Rückstand drehen (3:1) und kam nach 3:4-Rückstand noch einmal zurück. Beim 0:1 bei Tabellenführer Paderborn zeigte sich der FCM defensiv stabilisiert. Und in der Vorwoche beim 2:1 gegen Fürth gelang endlich der erste Heimsieg. Das Spiel gegen Fürth macht Mut, da der FCM defensiv nicht mehr so anfällig agierte, dem Gegner nicht so viel Raum gab und sich gute Chancen erspielte.

Jubel nach dem 1:0 durch Cristiano Piccini Magdeburg
Jubel beim FCM nach dem Heimsieg gegen Fürth. Bildrechte: IMAGO/Franziska Gora

Die Form in Zahlen: Die Teams

Wuchtige Pressingmaschine trifft auf passsicheres Ballbesitzteam – so könnte die Beschreibung für das Duell lauten. Der FCM will den Ball, mit 58 Prozent Ballbesitz ist das Team von Coach Titz die Mannschaft der gesamten 2. Liga mit den höchsten Ballbesitz-Anteilen. Hansa überlässt mit 45 Prozent Ballbesitz lieber dem Gegner die Kugel, der FCH ist in dieser Statistik Tabellen-14. Daraus ergeben sich auch zwei weitere Statistiken: Magdeburg lässt den Ball laufen, ist mit 84,9 Prozent Passquote drittbestes Team der Liga, Und der FCM will es spielerisch lösen, mit nur 57 Flanken aus dem Spiel ist Magdeburg Letzter in dieser Statistik. Rostock ist bei seinen schnellen Umschaltaktionen nicht so passsicher (75,8 Prozent, Rang 15.) und setzt auf mehr Flanken aus dem Spiel (77, Rang 10).

Ein großer Unterschied ist zudem im Kopfballspiel zu sehen: Hansa ist kopfballstark, mit 219 gewonnenen Kopfballduellen fünftbestes Team der Liga. Der FCM kann sich in der Luft kaum behaupten, mit nur 110 gewonnenen Kopfballduellen ist Magdeburg Letzter dieser Statistik.

Die besten Spieler

Hansa Rostock

Neuzugang Kai Pröger, der aus Paderborn kam und für Entlastung von Mittelstürmer John Verhoek sorgen sollte, hat gleich eingeschlagen. Mit zwei Toren und drei Vorlagen war der Rechtsaußen an fünf der sechs Hansa-Tore in dieser Saison beteiligt. Pröger ist auch sehr agil - 235 Sprints lief er in dieser Saison bereits, das ist der zweithöchste Wert der Liga. Besonders zweikampfstark ist Lukas Fröde, mit 110 gewonnenen Zweikämpfen ist der Mittelfeldspieler der fünftbeste der Liga, mit 46 gewonnenen Kopfballduellen sogar drittbester Spieler der Liga. Das körperliche Spiel der Ostseestädter wird in der Foulstatistik deutlich. John Verhoek, hat seine Gegenspieler bisher 17 Mal unfair gestoppt, das ist Rang fünf der Statistik. Vom FCM taucht niemand in der Top 30 auf, von Hansa sind dagegen vier Spieler vertreten.

John Verhoek (Rostock, 18) jubelt.
Verhoek (Mitte) hat durch Pröger torgefährliche Unterstzützung bekommen. Bildrechte: IMAGO / Jan Huebner

Die Hansa-Kicker sind aber nicht nur intensiv im Spiel, sondern auch schnell und ausdauernd: Dennis Dressel hat bisher 91,5 Kilometer zurückgelegt, das ist der sechstbeste Wert der Liga, Frederic Ananou ist mit 35,88 km/h Maximalspeed der fünftschnellste Spieler der Liga.

1. FC Magdeburg

Klar zu nennen ist hier Baris Atik, der Rekord-Drittliga-Torschütze hatte großen Anteil am Aufstieg des FCM. In dieser Saison konnte er wegen einer Verletzung noch nicht richtig auftrumpfen. Aber Coach Christian Titz hat in dieser Woche Hoffnung versprüht, dass Batik in Rostock dabei sein kann. In den bisherigen Saisonstatistiken hat sich vor allem Abwehrspieler Leon Bell Bell auszeichnen können: mit 232 Sprints hat er die viertbeste Marke der Liga, mit 106 gewonnenen Zweikämpfen liegt er auf Rang acht, mit 35,18 km/h Top-Speed ist er zehntschnellster Spieler der Liga.

Leon Bell Bell
Schnell und zweikampfstark: Leon Bell Bell Bildrechte: IMAGO / osnapix

Bemerkenswert auch die Fast-90-Prozent-Passquote von Mo El Hankouri (89,33 Prozent), und Amara Condé (89,26 Prozent). Damit reihen sich beide in den Top 15 ein, Hansas bester Passspieler rangiert dagegen auf Rang 45 (Ryan Malone, 85,41 Prozent).  Stark auch FCM-Tormann Dominik Reimann, der mit 32 gehaltenen Schüssen viertbester Keeper der 2. Bundesliga ist.

Die bisherigen Duelle

Rostock und Magdeburg spielten bisher 63 Mal gegeneinander – erstmals im März 1960, damals gewann der FCM 2:0. Auch das letzte Spiel gewannen die Magdeburger, im April 2021. Mit einem 2:0 in Rostock sicherte Magdeburg den Drittliga-Klassenerhalt. Die Insgesamt-Statistik spricht für den FCM, 28 Magdeburger Siegen stehen 20 Hansa-Erfolge gegenüber, 15 Mal gab es ein Remis. Im März 2021 in Rostock und im Oktober 2019 in Magdeburg sahen die Zuschauer Auswärtssiege. Damit endete eine lange Serie – den letzten Auswärtssieg im direkten Duell hatte es zuvor im Oktober 1978 gegeben – damals siegte der FCM in Rostock 3:1.

Das letzte Spiel am 10. April 2021

An das letzte Aufeinandertreffen am 31. Spieltag der Saison 2020/21 hat FCM-Coach Christian Titz noch sehr gute Erinnerungen. Im Stadion waren im Frühjahr 2021 keine Zuschauer zugelassen, Magdeburg gewann durch Tore von Atik (25.) und Bertram (90.) und machte nach langer Zitterpartie in der Saison den Klassenerhalt praktisch perfekt. Dem großen Jubel in Rostock folgte ein großer Empfang durch mehrere tausend Fans in Magdeburg: "Das war wie Silvester. Das war einmalig", erinnert sich Titz heute. Ein Happy End gab es übrigens auch für Hansa, die wenig später in die 2. Liga aufstiegen.

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Christian Titz, Trainer 1. FC Magdeburg 1 min
Christian Titz, Trainer 1. FC Magdeburg Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
1 min

Do 15.09.2022 15:24Uhr 00:58 min

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 17. September 2022 | 16:00 Uhr

10 Kommentare

picno vor 11 Wochen

guten nachmittag freunde des runden fußballleders!!⚽️,,was nützt es gut gespielt zu haben(lt sky-kommentator), trotzdem verloren fcm🙄, mal sehen wie sich der trainer wieder herausredet!?!, die krönung des ganzen.....sportsfreund atik herausragend verschossener 11 meter🙃, da nützte auch das 3:1 nichts mehr, am 02.10. kommt regensburg, ich wage da keine prognose abzugeben 😅trotzdem schönen sonntag an alle fußballversteher hier.

Storch Heiner vor 11 Wochen

26.000 Rostocker und 2.500 Magdeburger Fans feierten nach drei Rostocker Niederlagen in Folge, den spielerisch verdienten 2:0 und wenige, den erneuten wie bekannten Magdeburger Tabellenkeller zur Halbzeit.

ich sage mal so vor 11 Wochen

Der MDR-Radioreporter ist ein lustiger. Der freute sich euphorisch für Rostocker Tore durch Kai Pröger mit (wenn Rostock siegt), Tabellenplatz 9 in 42 Minute 2:0

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