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Fußball | 2. BundesligaLeonhardt kontert Kritiker: "Führungsschwäche" und "ohne Eigenverantwortung"

Stand: 26. November 2021, 09:32 Uhr

Mit der Forderung eines Lockdowns für den Profifußball hat Aues Präsident Helge Leonhardt für Aufsehen gesorgt. Kritik am Vorschlag ließ nicht lange auf sich warten. Nun hat Leonhardt mit klaren Worten reagiert und seinen Appell erneuert.

Der Vorstoß von Helge Leonhardt, den Profifußball im Angesicht der Corona-Pandemie vorerst ruhen zu lassen, sorgt für allerhand Diskussionen. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) erteilte der Forderung rasch eine Abfuhr. Dazu kritisierte DFL-Präsidiumsmitglied Steffen Schneekloth Leonhardt mit deutlichen Worten. "Ich finde die Aussagen des Kollegen höchst unsolidarisch gegenüber allen anderen 35 Mitgliedern im DFL e.V.. Das ist nicht zu Ende gedacht und in keiner Weise lösungsorientiert", so der Präsident von Holstein Kiel im "Kicker".

Leonhardt: DFL der "ungeeignete Ansprechpartner"

Die Reaktion Leonhardts folgte prompt. Via Facebook holte Aues Präsident am Donnerstagabend zum Gegenschlag aus. "Zur Zeit verhalten sich einige Sportfunktionäre um den Kirchturm Fußball nicht kompetent und vor allem ohne Eigenverantwortung. Die Führungsschwäche dabei ist, das Verantwortung und Entscheidungen auf die Politik abgewälzt werden. Zuletzt handelte die Politik mehrfach zu spät." Aus diesem Grund hätte er sich mit seiner Forderung direkt an die Ministerpräsidenten gewandt. Die DFL sieht der 63-Jährige in diesem Zusammenhang als "ungeeigneten Ansprechpartner" an, eine Stellungnehme dieser betrachtet er als "nicht vonnöten".

Krösche hebt Wirtschaftlichkeit hervor

Markus Krösche. Bildrechte: imago images/Picture Point LE

Auch Eintracht Frankfurts Sportdirektor Markus Krösche hatte sich zuvor klar gegen den Vorschlag Leonhardts ausgesprochen. "Das halte ich nicht für den richtigen Ansatz", sagte der ehemalige Sportdirektor von RB Leipzig dem "Kicker". "Wir alle sind Wirtschaftsunternehmen, die laufenden Kosten haben und Gehälter bezahlen müssen. Deshalb müssen wir unseren Betrieb aufrechterhalten".

Leonhardt hielt dagegen: "Wenn bei einem notwendigen Break die drei oder vier Spiele aus dem Dezember im Januar oder Februar nachgeholt würden (mit oder ohne Zuschauer), fließt dann das Geld. Wenn die Liquidität für Gehälter von Spielern und Funktionären bei ihnen im Dezember für eventuelle Weihnachtseinkäufe nicht reichen sollte, kann man den Spielern und Funktionären beibringen, dass sie das Geld etwas versetzt bekommen oder sie organisieren eine Zwischenfinanzierung."

Profifußball verliert an Sympathie

Laut Leonhardt wäre es in der aktuellen Situation "ein schwerwiegender Fehler, jetzt Probleme von Gehaltszahlungen in den Vordergrund zu rücken". Der Profifußball würde dadurch endgültig an Sympathie und Glaubwürdigkeit verlieren. Vielmehr brauche es "Solidarität aller Bereiche im Land."

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jsc

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 27. November 2021 | 16:00 Uhr

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