Jörg Emmerich
Bildrechte: imago/Picture Point

Fußball | 2. Bundesliga Aue-Experte Emmerich: Der FC Erzgebirge Aue spielt zu zögerlich

Zwischenfazit

Der FC Erzgebirge Aue steht nach 17 gespielten Partien in der aktuellen Zweitliga-Saison auf Tabellenrang zwölf - mit sieben Zählern Vorsprung auf den Abstiegsrelegationsplatz. In der Hinrunde hat es bei den Sachsen Höhen und Tiefen gegeben. Der Aue-Experte des MDR, Jörg Emmerich, spricht im Interview über die bisherigen Leistungen der "Veilchen". Zudem schaut er auf die anstehende Rückrunde.

Jörg Emmerich
Bildrechte: imago/Picture Point

Jörg Emmerich, Erzgebirge Aue steht nach 17 Spielen mit 22:23 Toren auf Rang zwölf. Wie lautet Ihr Zwischenfazit?

"Der Beginn war ein bisschen holprig. Das ist nicht unverständlich. Immerhin müssen sich der neue Trainer Daniel Meyer und die Mannschaft aufeinander einstellen. Leistungsschwankungen gab es schon. Es war keine Konstanz zu sehen. In Fürth gab es einen 5:0-Sieg. Dann zeigte Aue gegen Darmstadt eine Halbzeit ohne Mumm, Mut und Leidenschaft. Da wünscht man sich mehr Engagement. Sie haben ja bewiesen, dass es auch geht. Gegen den FC St. Pauli haben sie ab der ersten Minute mit Volldampf nach vorn gespielt. Da hat die Einstellung gestimmt. Auswärts tritt man allerdings anders auf. Das kann ich auch nachvollziehen. Zu Hause muss es in der Rückrunde noch besser werden. Den Klassenerhalt wird man zu Hause klarmachen müssen. Da tütet man den Klassenerhalt ein."

Was war bisher ganz gut?

"Ein besonders gutes Spiel war das gegen den FC St. Pauli (3:1-Sieg, Anm. d. Red.) oder in Fürth. Prinzipiell finde ich es nicht schlecht, dass relativ viele Spieler zum Einsatz gekommen sind. Junge Spieler haben gezeigt, dass sie gewillt sind. Sie haben das, was macht braucht, um zu bestehen. Das Potenzial ist schon da, um die Klasse zu halten."

Aue spielt also nicht wie ein Absteiger?

"Ich würde es mal so sagen: Es ist gefährlich, wenn man denkt, man hat schon etwas erreicht. Ich denke, dass Mannschaften wie der FC Ingolstadt noch kommen werden. Aue hat das Heimspiel gegen Magdeburg nicht gewonnen (0:0, Anm. d. Red.), gegen Sandhausen verloren (0:2, Anm. d. Red.) und in Ingolstadt verloren (2:3, Anm. d. Red.). Gegen die unmittelbaren Konkurrenten haben sie nicht oft gepunktet. Es muss seriös weitergehen. Aue muss noch nach Sandhausen, nach Magdeburg. Da muss man wachsam bleiben."

Wo hat Aue noch Luft nach oben?

"In der Offensive. Ich denke, im Spiel nach vorn muss schon noch ein bisschen mehr kommen. Sie müssen ihre Angriffe mit mehr Überzeugung zu Ende spielen. Ein Testroet wird nicht reichen (bisher acht Tore und zwei Vorlagen, Anm. d. Red.). Rizzuto ist fleißig. Bei ihm und Kempe muss aber mehr Effektivität rein. Die Außen müssen mehr zum Offensivspiel beitragen - mit mehr Hereingaben, also Vorlagen. Zudem müssen sie auch einmal treffen. Krüger hat gute Ansätze gezeigt."

Florian Krüger (11, Aue) und Fabian Holland (32, Darmstadt)
Florian Krüger (li.) im Heimspiel gegen Darmstadt. Bildrechte: Picture Point

Der 19-jährige Florian Krüger kommt in dieser Saison auf drei Vorlagen und ein Tor gegen Fürth. Ist er einer, der Sie überrascht hat?

"So richtig überrascht hat mich keiner. Es gibt bei vielen gute Ansätze, aber ein Super-Juwel sehe ich nicht. Dass Martin Männel und Jan Hochscheidt vorneweg marschieren, ist selbstverständlich."

Torhüter Martin Männel
Aues Torhüter Martin Männel hat in dieser Saison bisher dreimal kein Gegentor kassiert (Archiv). Bildrechte: imago/Picture Point

Was trauen Sie Aue in der Rückrunde zu? Dass der Klub Platz zwölf hält?

"Natürlich. Die Zielstellung ist, über dem Strich zu stehen. Mit 38, 40 Punkten sollte man schon den Klassenerhalt schaffen. Man braucht alle Spieler. Christian Tiffert hat zuletzt nicht viel gespielt, aber in der Schlussphase kann er wichtig werden. Wenn es hektisch wird, kann er einen kühlen Kopf bewahren. Man braucht die Jungen und die Älteren."

Christian Tiffert wird im Februar 37. Wo muss der Verein im Winter nachbessern?

"Ich sehe für den Winter keine Notwendigkeit. Es gibt keine Verletztensorgen. Da muss man nicht wahnsinnig reagieren. Aber mit Blick auf die neue Saison sollte man sich Gedanken machen. Im zentralen Mittelfeld wird Tiffert eine Lücke hinterlassen. Dort bräuchte man jemanden. Ich glaube nicht, dass er noch länger macht (Vertrag bis Sommer 2019, Anm. d. Red.). Hochscheidt ist ein Leistungsträger, aber ein etwas anderer Spielertyp. Riese und Fandrich machen das nicht schlecht, aber da fehlt noch etwas. Da muss geguckt werden."

Christian Tiffert auf dem Spielfeld.
Christian Tiffert kommt in dieser Saison bisher auf neun Einsätze in der 2. Bundesliga (Archiv). Bildrechte: IMAGO

Welchen Eindruck haben Sie vom neuen Trainer Daniel Meyer?

"Ja, wenn ich seine Interviews sehe oder höre, spricht er oft über die Entwicklung des Teams. Da schließt er sich wohl mit ein. Es ist seine erste Profistation als Trainer. Da muss eine positive Entwicklung stattfinden. Da wird er über die Feiertage das erste halbe Jahr Revue passieren lassen. Die Leistungsschwankungen werden ihn beschäftigen. Warum spielt Aue so zögerlich? Warum war Aue gegen Sandhausen so zaghaft und spielt mit angezogener Handbremse? Er hat schon eine Entwicklung hinter sich. Er muss nicht unzufrieden sein. Die 19 Punkte sind eine gute Basis. Er und die Mannschaft werden sich weiterentwickeln."

red

Zuletzt aktualisiert: 18. Dezember 2018, 13:45 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

16 Kommentare

20.12.2018 13:17 revolvere 16

nach überlegung
möchte ich noch nachschieben: euer präse sagte zwar, dass ihr breit aufgestellt seid. das mag sein, aber vielleicht ist das gefälle im kader zu stark (männel darf beim präse anklopfen, alle andern bleiben vor der tür? keine ahnung).
auch in halle gibt es ein gewisses gefälle, da kann mir der ziegner erzählern, was er will.
ich mache mir stets einen eignen eindruck, was die mir erzählen ist zweitrangig - egal, wer das ist. gruss nach aue - und glück auf!

20.12.2018 11:40 revolvere 15

@ 13
ist schon richtig, was du sagst. wie ich schonmal anmerkte, wenn tiffert und hochscheidt nicht dabei sind ist keiner willens oder in der lage verantwortung zu übernehmen. das spiel gegen sandhausen sagt hier alles (ich war in aue), bloss ein hin- und hergeschiebe des balls, so als hätten sie die hosen voll. (breitkreuz inklusive, da muss mehr kommen, denn unter dotchev war breitkreuz wesentlich spiel-intensiver.)
ich hatte fabian baumgärtel angeboten (ablösefrei), der wäre ein guter ersatz für tiffert gewesen. er kann eine hintermannschaft zusammenhalten und dirigieren - nix passiert.
die leistungsschwankungen kann man haben, bei euch kommen sie aber nicht von gestern, die sind schon chronisch.

20.12.2018 11:31 saxon 14

@13 Blauer Hund....selbstverständlich...hier geht’s um Fußball.

⚒⚒⚒

19.12.2018 23:33 Blauer Hund 13

@saxon
Dann hast du sicherlich einige Heimspiele versäumt.
Für mich waren Auftritte gegen Magdeburg oder Sandhausen alles andere als perfekt.
Als Meyer dann sogar noch den Hochscheidt komplett draussengelassen hat, musste er das auf Druck des Publikums sogar noch vor der Pause korrigieren.
Mehrere Spiele viel zu defensiv aufgetreten, in Bochum Führung durch Angsthasenfussball und falsche Wechsel verschenkt.
Ich gestehe dir aber deine Meinung zu.
Ich hoffe umgekehrt ist es ebenso.

19.12.2018 19:14 einfach ein Fußballfan 12

ob Bertram,Nazarov,Kvesic....gekränkt sind ist doch Wurst. Profis verdienen gutes Geld,sollten sich in den Dienst der Mannschaft stellen bzw. bessere Leistung oder Entwicklung nachweisen. Nazarov und Kvesic weisen keine Entwicklung und Willen nach sich durchzusetzen. Bertram ist von Aue entgegenkommend verletzt verpflichtet wurden (andere Vereine DD haben abgesagt) und er konnte 1 Jahr gesund werden jetzt einige Spiele auf der Tribüne und Abwanderungsabsichten......paßt nicht zu Aue....einfach ziehen lassen und mit Neuen neue Impulse setzen.

19.12.2018 19:02 saxon 11

@3 ..Blauer Hund...2 ..6er in Heimspielen...Schwachsinn ..Riese räumt ab...Fandrich kann beides...für mich perfekt, ob auswärts oder zu Hause.

⚒⚒⚒

19.12.2018 14:37 bonus 10

Wo muß der Verein im Winter nachbessern? Jörg Emmerich: "Ich sehe für den Winter keine Notwendigkeit. Es gibt keine Verletzensorgen. Da muss man nicht wahnsinnig reagieren." Dieser Aussage kann ich nicht zustimmen. Drei unserer veranlagtesten Spieler haben mit Fußball in Aue, aus meiner Sicht, abgeschlossen. Dass Sören Bertram, im Spiel gegen den HSV nicht in der Startelf stand, hat seine Fußballerseele tief getroffen. Leistungsabfall war eine fast logische Folge. Unsere beiden stolzen "Südländer" Nasarow und Kvesic fühlen sich durch Bank und Tribüne gedemütigt und in ihrem Stolz verletzt. Dass die Ursache in schwachen Leistungen liegt, geht ihnen nicht ein. Also Präsident, setze dein Aussage um.

19.12.2018 09:46 revolvere 9

nochwas: holt euch den daniel bohl aus halle, der ist im sommer ablösefrei zu haben.
hervorrragender mittelfeldmann mit sattem bumms, ein hoschscheidt-typ überall im vordern und hintern mittelfeld einsetzbar, sehr diszipliniert.
zugreifen, in halle sind sie zu doof für den mann zu halten.

19.12.2018 09:03 Schacht 8

Wie mein Freund User BSG schon geschrieben hat falls wir doch in die ersten Liga aufsteigen sollten würde ich dann glatt mein lila weißes Shirt aus den An und Verkauf wiederholen war ja auch ungetragen kostet auch bloß 5 € ansonsten allen echten erzgebirgs Fans wie ich einer bin ein schönes Weihnachtsfest ich habe die echte Wismut DNA in mir Leo wär stolz auf mich Glick uff

19.12.2018 05:58 Glück auf 7

Fehler macht jeder. Mit 19 Punkten stellt sich die Sache relativ entspannt dar. Alles Phrasen!! Gas geben, den Blick nach oben richten und Punkten was nur geht!!!! Und warum unbedingt Kvesic und Bertram abgeben. Lasst die Jungs doch mal mit Ran. Das die Fussball spielen können steht doch außer Frage!! Glück auf!!!