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Fußball | 2. BundesligaNach Schmähplakaten: Kretschmer verzichtet auf Verfolgungsantrag gegen Erzgebirge Aue

Stand: 11. November 2021, 10:44 Uhr

Mit mehreren Bannern, auf denen Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer für die Corona-Politik scharf kritisiert wurde, sorgten Fans des FC Erzgebirge Aue am vergangenen Wochenende für einen Eklat. Eine Ermittlung von Seiten des DFB muss der Klub nicht befürchten. Kretschmer wird keinen Verfolgungsantrag stellen.

Die Aufregung war groß, nachdem Fans des FC Erzgebirge Aue am vergangenen Sonntag beim 2:0-Heimerfolg gegen den FC Heidenheim die Corona-Politik in Sachsen kritisierten und dabei Ministerpräsident Michael Kretschmer gezielt angriffen. Auf einem großen Plakat protestierte die aktive Fanszene mit den Worten: "Freiheit ist nicht verhandelbar. Corona-Maßnahmen beenden - jetzt!" Auf einem weiteren Banner hieß es: "Kretschmer du willst Sachse sein? Verhälst Dich wie ein Wessischwein!" und "Kretschmer in den Westen - Abschieben sofort!"

Kretschmer "weiß, dass dies nicht die Meinung der Mehrheit ist"

Michael Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen. Bildrechte: dpa

Weitreichende Konsequenzen in Form einer Ermittlung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) muss der Zweitligist nicht befürchten. Wie die "Freie Presse" am Donnerstag (11. November) berichtet, wird Kretschmer keinen Verfolgungsantrag gegen die Protestaktion stellen. Kretschmer schätze "die Menschen, den Verein und das Stadion und er weiß, dass dies nicht die Meinung der Mehrheit ist", wird Sachsens Regierungssprecher Ralph Schneider in dem Bericht zitiert. Kretschmer hatte zuvor mit dem Verein gesprochen.

Aue distanziert sich von der Aktion

Mit mehreren Spruchbändern kritisierte die Fanszene des FC Erzgebirge Aue die Corona-Maßnahmen in Sachsen. Bildrechte: imago images/Kruczynski

Erzgebirge Aue hatte nach der Partie bereits sein Unverständnis geäußert, sich klar von der Aktion distanziert und die Spruchbänder als "inakzeptabel" bezeichnet. Kretschmer sei dankbar für das Statement des Vereins gewesen. "Über 30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung sind solche Aussagen genau das, was unsere Gesellschaft spaltet", erklärte Sachsens Ministerpräsident, der vor allem die sogenannten "Freien Sachsen", die als rechtsextreme Organisation vom Verfassungsschutz beobachtet wird, als Treiber der Proteste sieht.

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red

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL | Sportblock | 11. November 2021 | 10:40 Uhr

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