Fußball | 2. Bundesliga Erzgebirge Aue mit dem neuen TV-Vertrag sehr zufrieden

Überaus zufrieden hat sich der FC Erzgebirge Aue mit dem neuen Medien-Vertrag der Deutschen Fußball-Liga gezeigt. Geschäftsführer Michael Voigt sagte dem MDR, das Ergebnis könne man "nur positiv" sehen.

Geschäftsführer Michael Voigt (Aue)
Michael Voigt, Geschäftsführer des FC Erzgebirge Aue. Bildrechte: imago/Picture Point

Erzgebirge Aues Geschäftsführer Michael Voigt hat die Arbeit der Deutschen Fußball-Liga beim neuen Medienvertrag ausdrücklich gelobt. Angesichts eines Durchschnittserlöses von 1,1 Milliarden Euro pro Jahr habe die DFL "sensationell verhandelt", sagte der Funktionär des Zweitligisten dem MDR.

2018/19 erhielt Aue neun Millionen Euro

TV-Kameras und Reporter im Erzgebirgsstadion in Aue
Seit 2016 gibt es wieder Zweitliga-Fußball aus dem Erzgebirgsstadion. Bildrechte: imago/Picture Point

Gerade in der heutigen Corona-Zeit könne man das "nur positiv sehen". In der Saison 2018/2019, der letzten vergleichbaren Saison, erhielt der FCE rund neun Millionen Euro für die mediale Verwertung. Zum Vergleich: Fortuna Düsseldorf als Schlusslicht im Bundesliga-Ranking bekam 25 Millionen, Branchenführer Bayern München 65 Millionen.

Diskussionen um die Verteilung der TV-Gelder haben bereits begonnen, DFL-Geschäftsführer Christian Seifert nennt sie "genauso anstregend" wie die Verhandlungen mit den Medienunternehmen. Geht es nach Michael Voigt, dann dürfen Bayern München und Borussia Dortmund auch weiterhin mehr Geld bekommen als andere: "Es hängt mit der Nachhaltigkeit zusammen. Die großen Vereine sind die Zugpferde und bringen ja auch die Einschaltquoten. Und wenn Bayern oder Dortmund international erfolgreich sind, dann profitieren wir ja alle davon."

Voigt: "Müssen realistisch bleiben"

Geschäftsführer Michael Voigt und Präsident Helge Leonhardt  (beide Aue)
Auf dem Boden bleiben: Voigt (re.) und Aues Präsident Helge Leonhardt haben sich Realismus auf die Fahnen geschrieben. Bildrechte: imago/Picture Point

"Mehr ist immer schön, aber wir müssen auch realistisch bleiben. Wir in Aue haben da jetzt nicht das Anspruchsdenken, Millionen mehr haben zu wollen. Wir haben uns hier so aufgestellt, dass wir uns der finanziellen Situation anpassen." Zumal Voigt verschmitzt hinzufügte, dass es in Aue ja auch nicht klar sei, ob man sich bis 2025 überhaupt immer in der 2. Liga halten könne. Keine Einschätzung zum neuen Medienvertrag gab RB Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff auf MDR-Nachfrage ab.

Die DFL muss erstmals nach 18 Jahren, damals gab es die Pleite des mächtigen TV-Rechtehändlers Leo Kirch (München), wieder einen leichten Rückgang der Einnahmen hinnehmen. In der laufenden Rechteperiode von 2017 bis 2021 gibt es insgesamt nach Vertrag 4,64 Milliarden, jetzt sind es 4,4 Milliarden.

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cke

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 28. Juni 2020 | 15:30 Uhr

5 Kommentare

Guter Schwabe vor 1 Wochen

Warum soll der DFB was unterbinden. Alle 36 Profivereine unterstützen das DFB Konzept. Auch bei Aue laufen die Verträge und Kosten weiter. Wie soll der Verein in der nächsten Saison ohne oder mit wenigen Zuschauereinnahmen Rücklagen bilden? Da geht`s wie bei vielen anderen Vereinen der 2ten und 3ten Liga eher ums nackte Überleben. DyGr

Gerald vor 1 Wochen

Jetzt kann man nur hoffen, daß die Vereine nicht so weiter arbeiten wie vor der Pandemie! Es kann doch nicht sein, daß bei vielen Vereine das alles mit Spitz am Knopf finanziert ist! Von Rücklagen bilden, haben einige Vereine noch nie was gehört!
Aber es wird so weiter gehen wie davor! Und die DFL schaut weiter zu! Unternimmt nichts, um das zu unterbinden!

jochen vor 1 Wochen

Also doch !