Dimitrij Nazarov nach seinem Tor zum 1:1 Ausgleich
Jubel bei Aue. Dimitrij Nazarov sorgte mit seinem verwandelten Elfmeter für das zwischenzeitliche 1:1 sowie das 2:1 kurz vor der Pause. Bildrechte: Picture Point

Fußball | 2. Bundesliga Nazarov und Testroet schießen Aue zum Derby-Sieg

8. Spieltag

Erzgebirge Aue hat das Sachsenderby klar für sich entschieden. Dimitri Nazarov hatte mit zwei Toren wesentlichen Anteil am Erfolg für die Auer, die nach dem Rückstand Moral bewiesen. Pascal Testroet gelangen zudem seine ersten Saisontore - ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein.

von Maik Winkler

Dimitrij Nazarov nach seinem Tor zum 1:1 Ausgleich
Jubel bei Aue. Dimitrij Nazarov sorgte mit seinem verwandelten Elfmeter für das zwischenzeitliche 1:1 sowie das 2:1 kurz vor der Pause. Bildrechte: Picture Point

Erzgebirge Aue hat das Sachsenderby der zweiten Bundesliga mit 4:1 (3:1) für sich entschieden. Durch diesen Erfolg kletterte Aue in der Tabelle bis auf Rang vier. Dynamo verpasste den Sprung in die erste Tabellenhälfte und bleibt bei neun Punkten nach acht Spielen Elfter. Für alle Freunde der Statistik: Die Hausherren feierten damit im 450. Spiel ihrer Zweitliga-Geschichte den 100. Heimsieg.

Die Bilder zum Sachsenderby: Erzgebirge Aue - Dynamo Dresden

Dirk Schuster, Helge Leonhardt und Ralf Minge
Entspannte Atmosphäre der Bosse vor dem Spiel. Hier im Bild Aue-Trainer Dirk Schuster, Aue-Präsident Helge Leonhardt und Dynamo Dresdens Geschäftsführer Ralf Minge. Genau wie die 15.500 Zuschauer im ausverkauften Auer Stadion freuten sie sich auf das Sachsenderby. Bildrechte: Picture Point
Dirk Schuster, Helge Leonhardt und Ralf Minge
Entspannte Atmosphäre der Bosse vor dem Spiel. Hier im Bild Aue-Trainer Dirk Schuster, Aue-Präsident Helge Leonhardt und Dynamo Dresdens Geschäftsführer Ralf Minge. Genau wie die 15.500 Zuschauer im ausverkauften Auer Stadion freuten sie sich auf das Sachsenderby. Bildrechte: Picture Point
Dirk Schuster, Erzgebirge Aue
Vor allem Dirk Schuster grinste über beide Ohren. Womöglich war er fest davon überzeugt, seinem Team die richtige Marschroute mit auf den Weg gegeben zu haben. Bildrechte: imago images/Picture Point
In Jubelpose: Torschütze Moussa Kon / Kone Dresden nach dem 0:1 Fußball 2.Bundesliga 2019/20 FC Erzgebirge Aue - SG Dynamo Dresden am 29.9.2019.
Dresden erwischte den besseren Beginn. Moussa Koné sorgte nach 20 Minuten für die Dynamo-Führung. Vorausgegangen war eine starke Vorarbeit von Luka Stor. Bildrechte: imago images/Kruczynski
TorschŸtze Dimitrij Nazarov (l., 10, Aue) verwandelt einen Strafstoß gegen Torwart Kevin Broll (1, Dresden) zum 1:1 Ausgleich.
Danach war es Dimitrij Nazarov, der die "Veilchen" zurück ins Spiel brachte. Per Elfmeter traf er zum 1:1-Auslgeich. Stark geschossen - in die flache, rechte untere Ecke. Bildrechte: Picture Point/Roger Petzsche
Dimitrij Nazarov nach seinem Tor zum 1:1 Ausgleich
Entsprechend der Jubel und die Erleichterung. Fortan gab Aue bis zur Pause den Ton an. Und legte nach. Vier Minuten vor der Pause zog erneut Nazarov aus 17 Metern ab und traf per Schlenzer in die lange Ecke zum 2:1. Bildrechte: Picture Point
TorschŸtze Pascal Testroet (37, Aue) kommt vor Linus Wahlqvist (2, Dresden) zum Kopfball und trifft gegen Torwart Kevin Broll (1, Dresden) zum 3:1
Fast mit dem Pausenpfiff sorgte Pascal Testroet nach einer Ecke per Kopf für das 3:1. Für Testroet nicht nur das erste Saisontor. Und dann auch noch gegen seinen Ex-Verein. Es war für ihn der krönende Abschluss einer ereignisreichen Woche nach der Geburt seiner Tochter sowie seinem 29. Geburtstag. Bildrechte: Picture Point/Roger Petzsche
v.l.: Tom Baumgart (8, Aue), Marko Mihojevic (3, Aue) und TorschŸtze Pascal Testroet (37, Aue).
In der zweiten Hälfte legte "Jubiläumskind" Testroet das 4:1 nach - zugleich der Endstand. Bildrechte: Picture Point/Roger Petzsche
3:1 TorschŸtze Pascal Testroet (mi., 37, Aue),  Torjubel.
Entsprechend groß der Jubel beim FC Erzgebirge Aue. Durch den Sieg springen die "Veilchen" bis hoch auf Rang vier. Bildrechte: Picture Point/Roger Petzsche
Martin Männel jubelt
Besondere Freude auch für Aue-Keeper Martin Männel. Er absolvierte sein 250. Zweitliga-Spiel. Und konnte es vermeiden, die 100. Niederlage zu kassieren. Stattdessen spielte sein Team heute groß auf und kommt nun auf 14 Punkte nach acht Spielen. Bildrechte: imago images / Dennis Hetzschold
Pascal Testroet jubelt
Nochmal ein Blick auf Testroet: Nach 75 Minuten war für ihn das Sachsenderby beendet: ... Bildrechte: Picture Point
Marco Hartmann und Marko Mihojevic
Mit seinen Toren zum 3:1 und 4:1 hatte er wesentlichen Anteil am Derby-Sieg. Bildrechte: Picture Point
Dimitrij Nazarov (10, Aue) und Fans
Dimitrij Nazarov und sein Team bedankt sich bei den Fans nach dem Spiel. Mit seinen zwei Toren im Gepäck macht das Abklatschen mit den Anhängern Spaß. Bildrechte: PICTURE POINT / R. Petzsche
Stadionanzeigetafel
Abschließend noch ein Blick auf die Stadionanzeige. Dort steht es weiß auf schwarz geschrieben: Erzgebirge Aue gewinnt 4:1 gegen Dynamo Dresden. Bildrechte: PICTURE POINT / R. Petzsche
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Dresden zu Beginn offensiver

Zu Beginn war Dynamo Dresden etwas aktiver. Baris Atik gehörte die erste Möglichkeit. Seinen Versuch aus gut zehn Metern halbrechter Postition konnte Martin Männel im Auer Tor jedoch parieren. Von den Gastgebern kam in der Anfangsphase kaum etwas Zwingendes. Im Gegensatz dazu agierte die Gäste aus Dresden zunächst zielstrebiger. Moussa Koné belohnte die Offensivbemühungen mit dem Führungstor. Vorausgegangen war eine starke Vorarbeit von Luka Stor über die linke Seite, der den zwei Meter vor dem Tor stehenden Koné mustergültig bediente. Der Angreifer musste den Ball nur noch über die Linie drücken (21.).

Nazarov und Testroet drehen Partie

TorschŸtze Pascal Testroet (37, Aue) kommt vor Linus Wahlqvist (2, Dresden) zum Kopfball und trifft gegen Torwart Kevin Broll (1, Dresden) zum 3:1
Kurz vor der Pause traf Pascal Testroet. In seiner Jubiläumswoche: Erst die Geburt seiner Tochter, dann sein Geburtstag und nun seine ersten beiden Saisontore. Bildrechte: Picture Point/Roger Petzsche

In der Folge fanden die Gastgeber besser ins Spiel. Ein Elfmeter brachte den Ausgleich. Nachdem Linus Wahlqvist Aues Jan Hochscheidt im Strafraum foulte, verwandelte Dimitrij Nazarov den fälligen Elfmeter sicher per Flachschuss in die rechte Ecke zum 1:1-Ausgleich (28.). Nachdem sich die Partie danach etwas beruhigte, sorgte Nazarov eiskalt für das 2:1. Ein Abwehrversuch von Dresdens Florian Ballas landete direkt vor den Füßen von Nazarov, der den Ball aus 17 Metern zum 2:1 ins rechte untere Eck zirkelte (41.). Fast mit dem Pausenpfiff legte Pascal Testroet per Kopf nach einer Ecke das 3:1 nach. Für ihn war es sein erstes Saisontor - ausgerechnet gegen Ex-Verein Dynamo in einer zusätzlich ereignisreichen Woche nach der Geburt seiner Tochter sowie seinem 29. Geburtstag.

Dynamo ohne Durchschlagskraft - Testroet macht Sack zu

Nach der Pause hatte Testroet das 4:1 auf dem Kopf, als er nach einer Ecke völlig frei vor dem Dynamo-Tor auftauchte, aber hauchdünn daneben zielte (48.). Dresden war in der Folge bemüht, konnte gegen defensiv nun stabil stehende Gastgeber wenig Durchschlagskraft entwickeln. Nach 62 Minuten beförderte Koné den Ball zum vermeintlichen 3:2 über die Linie. Nach Videobeweis entschied sich Schiedsrichter Hartmann jedoch auf ein Foulspiel an Aue-Keeper Martin Männel. Eine zumindest zweifelhafte Entscheidung. Dresden blieb zwar bemüht, doch die besseren Chancen hatte Aue. Nach 71 Minuten netzte Testroet aus sechs Metern zum 4:1 ein, nachdem er zwei Gegenspieler aussteigen ließ. Bis zum Schluss ließ Aue nichts mehr anbrennen.

Das sagten die Trainer

Dirk Schuster (Aue): "Wir sind schwer ins Spiel reingekommen. Wir haben uns dann aber reingebissen. In der Phase hatte man von außen das Gefühl, man könnte Druck aufbauen. Das 3:1 war gefühlt zur Pause etwas zu hoch. Direkt nach der Pause hätten wir gleich das 4:1 machen können. Mit dem nicht gegegeben Tor von Dresden hätte es nochmal brenzlig werden können. Später haben wir mit dem 4:1 den Sack zu gemacht. Die Konter hätte man dann noch besser ausspielen können. Dennoch Glückwunsch an die Mannschaft zu dieser Leistung."

Cristian Fiel (Dresden): "Das ist eine derbe Niederlage, die richtig schmerzt. Die wird nicht in den nächsten Tagen vorbeigehen. Eine wirklich bittere Pille. Wir haben zu viele krasse individuelle Fehler gemacht. Das müssen wir abstellen. Ansonsten werden wir gegen jeden anderen Gegener ebenso Probleme bekommen. Wenn wir solche Fehler machen, werden wir kaum Punkte mehr holen."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 29. September 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. September 2019, 18:40 Uhr

51 Kommentare

harald Notzel vor 7 Wochen

nicht von dem Ergebnis in Hannover täuschen lassen.Die werden um ihr "Leben"laufen,bevor Herr Kind ernst macht und einige Versager in die 2.Mannschaft versetzen wird..Vielleicht sollte der Herr W. noch einmal das Arbeitslosenheer an Profispielern durchforsten,um mit einem Glücksgriff einen Stabilisator für die desolate hüftsteife(Ballas,auch Ehler)Abwehr zu finden.Mit diesem Spielermaterial ist die 2.Liga nicht zu halten.Das Glück der vergangenen Saison ist aufgebraucht.Aus Ballbesitz müssen aggresive Angrifshandlungen werden.(Steilpässe auf die Flügel,Flanken und Pässe in die Box auf torhungrige Stürmer,Positionswechsel zur Gegnerverwirrung.Das alles setzt eine höhere Laufbereitschaft als 110 km pro Spiel voraus.Zu diesem gesamten Forderungskatalog gehört natürlich ei Trainerstab,der das in der Praxis umsetzen kann.Die Antwort kann nur R.M.geben.Ich bitte den Aufsichtsrat zu reagieren,bevr es zu spät ist.Denn eine alte Weisheit ist Klasse halten ist einfacher als wieder aufzusteigen

Dynamokralle vor 7 Wochen

Was ich noch vergessen habe - solange es mir keiner beweist, glaube ich nicht, dass auch nur einer von den Jungs mit Absicht Fehler oder auf Arbeitsverweigerung macht. Sie sind alle Profis im Leistungssport. Sie mit "Liebesentzug" zu bestrafen, weil es mal nicht so läuft, ist deshalb nicht mein Ding. Aber das wird ja sehr unterschiedlich gesehen.

Dynamokralle vor 7 Wochen

Eines vorweg: von Fussballtheorie habe ich sehr wenig Ahnung. Die Spieler sollten als Profis aber beherrschen, wann sie wie am besten agieren. Dazu gibt´s unzählige Lehrstunden. Was es in der Praxis dann manchmal anders aussehen lässt, ist mMn das Fehlen an Kommunikation, am Wissen um das Handeln der Mitspieler, also an einem eingespielten Team, am Mut und an der Übernahme von Verantwortung. Wenn Spieler den Trainer fragen, ob sie auch mal aus der 2.Reihe schießen dürfen, dann sagt das doch einiges. Vielleicht überfrachtet man sie inzwischen auch mit theoretischen Vorgaben (da Trainer und Co. frisch von der Schulbank)? Fielo hat anfangs immer betont, dass die Spieler ´rausgehen sollen und Spaß haben, inzwischen wirkt es eher verkrampft. Und das wird mit steigendem Druck nicht besser. Also, vielleicht mal wieder bissel ´runterfahren, vorher nicht soviel quatschen und einfach losmachen. Dass wir es besser können, davon bin ich immer noch überzeugt.