Fußball | 2. Bundesliga Klage-Ankündigung: Sportjurist sieht Dynamo-Erfolgssaussichten skeptisch

Sportlich steht der Abstieg von Dynamo Dresden aus der 2. Liga so gut wie fest. Gibt es noch juristische Mittel dagegen? Der Berliner Sportjurist Holger Jakob sieht das skeptisch, obwohl die SGD acht Partien in 22 Tagen absolvieren musste.

Sportrechtsexperte Holger Jakob sieht für Zweitligist Dynamo Dresden nur wenig Chancen für eine erfolgreiche Klage wegen Wettbewerbsverzerrung. Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass die Sachsen "alle juristischen Möglichkeiten ausschöpfen wollen, um gegen diese Ungerechtigkeit vorzugehen". Trotz eines 1:0-Sieges am Sonntag in Sandhausen steht die SGD nun als Absteiger praktisch fest. Die Schwarz-Gelben waren wegen einer zweiwöchigen Team-Quarantäne erst mit Verspätung in den Restart gekommen und mussten im ohnehin engen Terminkalender auch noch Nachholspiele bestreiten.

Jakob: "Nur wenig Erfolgsaussichten"

Sportrechtsanwalt Holger Jakob.
Sportrechtsanwalt Dr. Holger Jakob Bildrechte: Melchers Rechtsanwält

Im "SpiO-Talk" am Montag (22. Juni) sagte Jakob, der zur Kanzlei Melchers in Berlin gehört und unter @sportanwalt einen Twitter-Account betreibt, dass die SGD den am 14. Mai von der Deutschen Fußball-Liga verabschiedeten Beschluss zur Fortsetzung der Saison inklusive des Hygienekonzepts innerhalb von zwei Wochen hätte anfechten müssen: "Wenn man einen Beschluss mitträgt, dann kann man nicht nachträglich dagegen vorgehen. Es gibt im Gesellschaftervertrag eine Treuepflicht."

Insofern sieht er nur geringe Chancen für eine erfolgreiche Dynamo-Klage: "Einem solchen Weg gebe ich wenig Erfolgsaussichten, nach allem was mir bekannt ist. Für den juristischen Weg ist es fast schon zu spät." Gegen die Wertung der Nachholspiele zu klagen, sei ebenfalls schwierig: "Geht Dresden auf den Platz, dann ist es eine Art von Zustimmung zum Hygienekonzept und zu allen Beschlüssen der DFL."

Rechtliche Prüfung bei Anweisung des Gesundheitsamtes?

Im Bild v.l.: Matheus Cunha 26, Berlin und Marcel Sabitzer 7, RB Leipzig.
Marcel Sabitzer (re.) Bildrechte: IMAGO/Roger Petzsche / PICTURE POINT / Pool

Eventuell könnte man die Entscheidung des Dresdner Gesundheitsamtes, damals die ganze Dynamo-Mannschaft in Quarantäne zu schicken, rechtlich prüfen lassen, so Jakob. Andere Ämter hätten nur einzelne Spieler in Quarantäne geschickt.

Beispielsweise war RBL-Mittelfeldakteur Marcel Sabitzer Medienberichten zufolge nach einem positiven Corona-Test vom Leipziger Gesundheitsamt in Einzel-Quarantäne geschickt worden. Genauso wurden Anfang Mai drei beim 1. FC Köln Betroffene aus Profikader und Betreuerstab in häusliche Quarantäne versetzt - jedoch nicht alle Teammitglieder. Der DFL-Beschluss sieht vor, dass bei einem Corona-Fall nur die Infizierten unter Quarantäne gestellt werden müssen.

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cke

Chris Löwe 4 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sport im Osten Sa 20.06.2020 16:30Uhr 03:54 min

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Über eineinhalb Jahre Leidenszeit mit einer Knieverletzung liegen hinter Steve Breitkreuz. Auswärts beim Hamburger SV gab Erzgebirge Aues Verteidiger nun endlich sein Comeback. Wie hat er die 90 Minuten erlebt?

Do 22.10.2020 15:06Uhr 02:36 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-erzgebirge-aue-steve-breitkreuz-unbeschreiblich-und-absolut-platt-100.html

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 22. Juni 2020 | 19:30 Uhr

14 Kommentare

Ostsachse vor 18 Wochen

Was soll Sammer dazu sagen , hat sich in der Vergangenheit auch mit Äußerungen zu Dynamo zurückgehalten und das finde ich richtig ( Hinweis Gespräch mit Buschmann ,da erklärt er weshalb)

Kurt Milde vor 18 Wochen

Während Ulf Kirsten klare Kante zeigt und heute den Umgang mit Dynamo durch die DFL bemängelt, hält sich Sammer, der bedeutend höheren Einfluss hätte, wie immer vornehm zurück. "Motzki" offbar nur gegen Entlohung. Ganz schwach.

MGW vor 18 Wochen

Womöglich zieht der Gesellschaftervertrag und seine Treuepflicht aber nicht, wenn die "freiwillige" Entscheidung der Gesellschafter gegen andere Gesetze verstößt. Zudem gab es einen anderslautenden Antrag auf faire Entzerrung des Spielplans durch die SGD. Es gilt zwar prinzipiell Vertragsfreiheit in Deutschland. Aber man kann sich zum Glück nicht zu jedem und allem verabreden, zum Beispiel nicht zu Rechtsverstößen gegen das StGB oder UWG. Weiß nicht, ob ein Sportrechtler da der ideale Interviewpartner war ;-).