Fußball | 2. Bundesliga SGD-Cheftrainer Kauczinski: Brauchen "mindestens zwei bis drei Wochen" vor dem Neustart

Die Zwangspause in der 2. Bundesliga kam vor allem für die SG Dynamo Dresden zur Unzeit. Das Zweitliga-Schlusslicht hatte zuvor mit zwei Siegen in Serie ordentlich Selbstvertrauen getankt. Nun gilt es vor allem, das Leistungshoch zu kompensieren, verriet Cheftrainer Markus Kauczinski.

Trainer Markus Kauczinski
Bildrechte: imago images/Eibner

Für Markus Kauczinski heißt es in diesen Tagen: Karlsruhe statt Dresden. Home-Office statt Trainingsplatz. Die Corona-Krise hat auch den Alltag des 50-Jährigen kräftig durcheinandergewirbelt. Der Dynamo-Cheftrainer weilt aktuell bei seiner Familie in Baden-Württemberg.

"Man hat ja keinen Urlaub"

Ein etwas komisches Gefühl, wie Kauczinski am Donnerstag (26. März) im Skype-Interview mit "Dynamo-TV" zugab: "Man hat ja keinen Urlaub, sondern das Gefühl, man sei im Wartestand. Ich kann es noch nicht so wirklich genießen", ließ der ehemalige KSC-Coach in sein Seelenleben blicken: "Ich vermisse das Training, vermisse die Spieler, vermisse Dynamo Dresden."

Dresdens Patrick Schmidt erzielt mit einem Fallrückzieher das 2:1
Mit diesem Fallrückzieher-Traumtor besorgte SGD-Angreifer Patrick Schmidt den 2:1-Sieg im Sachsenderby gegen Aue. Bildrechte: imago images/Matthias Rietschel

Aus dem Home-Office heraus koordiniert Kauczinski das Training so gut es geht. Die Dynamo-Profis haben individuelle Wochenpläne an die Hand bekommen. Dabei hat man sich im Trainerstab bewusst gegen einen Monatsplan entschieden. Schließlich ist noch ungewiss, wann der Freistaat Sachsen die derzeitigen Beschränkungen wieder lockert. Dass die aktuellen Pläne das Mannschaftstraining nicht ersetzen können, ist aber völlig klar: "Man hat keinen Kontakt. Gerade intensive Zweikämpfe oder auch Technik und Taktik fehlen", so Kauczinski.

Zwangspause kommt für SGD zur Unzeit

Besonders für die SGD kommt die aktuelle Zwangspause zur Unzeit. Schließlich hatte man in den letzten beiden Spielen zwei wichtige Siege im Kampf um den Klassenerhalt eingefahren und den Abstand auf den Relegationsplatz bis auf einen Punkt verkürzt. Besonders der Erfolg im Sachsen-Derby gegen Erzgebirge Aue (2:1) hat neue Kräfte beim Liga-Schlusslicht freigesetzt.

Um den Schwung für den bevorstehenden Tag X mitzunehmen, gilt es für die Mannschaft nun, das Leistungshoch zu "konservieren", erklärte der Dresdner Übungsleiter. Er gab aber zu bedenken, dass man "mindestens zwei bis drei Wochen Training braucht, um wieder starten zu können." Letzten Endes sei es entscheidend, dass alle Mannschaften, unabhängig von den Regelungen des jeweiligen Bundeslandes, die gleichen Ausgangssituation hätten, so Kauczinski.

Markus Kauczinski und Florian Ballas
Cheftrainer Markus Kauczinski mit seinem Kapitän Florian Ballas. Bildrechte: imago images/Zink

Profis und Team setzen starkes Zeichen

Wie jeder Verein, so ist auch die SGD von den finanziellen Schäden der Corona-Krise stark beeinträchtigt. In Zuge dessen haben sich Spieler, Trainerteam und Geschäftsführung bereits letzte Woche (21. März) bereiterklärt, auf Teile ihres Gehaltes zu verzichten – satte 300.000 Euro sind dadurch zusammengekommen.

Eine Selbstverständlichkeit, wie Kauczinski erläuterte: "Uns geht es letzten Endes sehr gut. Es gibt noch viel härtere Schicksale. Deswegen war es wichtig zu zeigen, dass man das einfach auch erkennt", sagte der gebürtige Gelsenkirchener und betonte die Solidargemeinschaft: "Wir sitzen alle mit im Boot. So wie die Fans in Dresden Zeichen senden, ist es genauso wichtig, dass wir unseren Teil dazu beitragen."

"Das Beste aus der Situation machen"

Dass die entscheidende Saisonphase derartig unterbrochen wird, hätte sich wohl niemand vorstellen können. Auch nicht Markus Kauczinski, für den es mit Blick auf das eingeschränkte Gesellschaftsleben nun in erster Linie darum geht, "diszipliniert" zu sein und "das Beste aus der Situation zu machen". Denn je früher sich die Lage wieder entspannt, desto früher wird auch wieder der Ball in den Stadien rollen. Für Kauczinski und Dynamo Dresden heißt es bis dahin: Schwung mitnehmen.

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jsc

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR aktuell | 27. März 2020 | 16:40 Uhr

1 Kommentar

Dynamo vor 10 Wochen

Nicht rumjammern und falls es wieder los geht, Einsatz zeigen und bis zum Umfallen kämpfen. So sagen es immer die Spieler, und das erwarten auch wir als Zuschauer. Keiner will nächste Saison in der 3.Liga rumdümpeln. "Wir haben ein Ziel", ja, aber nicht ein solches. 28.03.2020, 00:50

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