Fußball | 2. Bundesliga Erzgebirge Aue bringt sich in letzter Sekunde um den Sieg

9. Spieltag

Was für ein dramatisches Ende! An einem Freitag (01.10.2021), an dem fast alles gepasst hat, bringt Aue sich durch ein Eigentor in letzter Sekunde um den ersten Saisonsieg. Dirk Carlson war der Pechvogel und weinte nach dem Fauxpas. Dabei durften die Veilchen beim 1:1 (1:0) gegen den Hamburger SV zuvor selbst ein kurioses Tor von Antonio Jonjic bejubeln. 20 Minuten vor Schluss gab es eine Rote Karte für Aues Soufiane Messeguem und letztlich nur einen Punkt trotz einer geschlossenen Leistung.

Dirk Carlson und Martin Männel
Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Kopfball-Billard im Erzgebirge - Jonjic jubelt

Im ersten Heimspiel nach Aliaksei Shpileuski sahen die 7.750 Zuschauer einen anderen FC Erzgebirge als gegen Paderborn. Das Team von Interimscoach Marc Hensel (über dessen Zukunft zeitnah entschieden wird) war bissig und holte die guten alten Tugenden raus, die den FCE über Jahre so erfolgreich machen. Die Aue-Fans trugen über 90 Minuten ihren Teil zum guten Spiel der Auer bei und beklatschten jeden Ballgewinn euphorisch.

In der 23. Minute gab es dann Kopfball-Billard im Erzgebirge: Als John-Patrick Strauß flankte, köpfte Hamburgs Jonas David Aues Jonjic an und der Ball lag im Netz - 1:0 (23.). Der FCE hatte eine Drangphase der Gäste überstanden und erzwang das Glück in dieser Situation. Auf der anderen Seite war der HSV vor dem Tor nicht entschlossen genug und kam kaum zu nennenswerten Chancen. Auch weil Aue gut wegverteidigte.

FC Erzgebirge Aue - Hamburger SV
Bildrechte: 1006996376 (IMAGO / Kruczynski)

Aue malocht - Carlson köpft ins eigene Tor

Nach der Pause wurde die Partie hektisch. Viele Unterbrechungen hemmten den Spielfluss auf beiden Seiten. Aue malochte und nahm dem HSV die Lust am Fußball. Dann erwies Messeguem den Veilchen einen Bärendienst, als er Sonny Kittel in die Beine trat und von Schiedsrichter Lasse Koslowski des Feldes verwiesen wurde (69.).

Aue hielt in Unterzahl weiter voll dagegen, dem HSV fehlten die Ideen. Bis zur letzten Aktion hielt der FCE die Führung, doch dann unterlief Carlson ein Eigentor, das für einen Schock bei den Veilchen sorgte. Direkt danach war Schluss.

Aues Dirk Carlson
Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Damit wartet Aue seit dem 2:1 gegen Osnabrück im Mai auf einen Sieg. Mit dem Remis gibt der FCE den letzten Platz vorübergehend an Ingolstadt ab.

Stimmen zum Spiel

Helge Leonhardt (Präsident FC Erzgebirge Aue) 5 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Fr 01.10.2021 22:20Uhr 05:18 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-aue-praesident-leonhardt-es-ist-zum-heulen-100.html

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Helge Leonhardt (Präsident FC Erzgebirge Aue) 5 min
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Video

Tim Walter (HSV): "Es war ein glücklicher Punkt. Meine Mannschaft hat immer versucht, etwas nach vorn zu bewegen. Wir waren zu umständlich. Was uns die letzten Wochen ausgezeichnet hat, haben wir nicht hingekriegt. Darüber müssen wir reden."

Marc Hensel (Aue): "Wir müssen uns gegen alles stemmen. Wir kriegen nichts geschenkt – im Gegenteil. Ich habe nicht viele Chancen vom Hamburger SV gesehen. Ich habe uns vorn permanent attackieren sehen. Die Mannschaft hat einen traumhaften Job gemacht. Die Mannschaft ist ein Geschenk für jeden Trainer. Ich lebe hier und bin diesem Verein unendlich dankbar. Natürlich würde ich gern hier weiterarbeiten."

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fth

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Vorschaubild Alexander Schmidt
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 02. Oktober 2021 | 16:00 Uhr