Fußball | 2. Bundesliga Harmlose Dresdner kassieren verdiente Pleite beim FC St. Pauli

9. Spieltag

Dynamo Dresdens Aufwärtstrend war nur von kurzer Dauer. Beim FC St. Pauli musste die Mannschaft von Alexander Schmidt am Sonntag eine deutliche 0:3 (0:1)-Niederlage einstecken. Vor allem in der Offensive enttäuschte der Aufsteiger auf ganzer Linie und brachte während der 90 Minuten keinen einzigen Torschuss zustande.

Dresdens Chris Löwe
Bildrechte: imago images/Dennis Hetzschold

"Der größte Fehler wäre nur zu reagieren und nicht zu agieren", hatte Dynamos Trainer Alexander Schmidt im Vorfeld der Partie gewarnt. Doch nach wenigen Sekunden war das Vorhaben bereits gescheitert.

St. Paulis Blitzstart - Dresden offensiv blass

Torschütze Christopher Buchtmann (FC St. Pauli) jubelt nach seinem Tor zum 1:0.
Christopher Buchtmann schoss die Hausherren bereits nach wenigen Sekunden in Führung. Bildrechte: IMAGO / osnapix

Nach überlegter Hackenablage von Daniel-Kofi Kyereh donnerte Christopher Buchtmann, der nach 615 Verletzungstagen sein Startelfcomeback für St. Pauli gab, den Ball von der Strafraumkante unhaltbar in den linken Winkel (1.). Auch in der Folge fanden die Dresdner, bei denen Julius Kade nach seiner Gelb-Rot-Sperre für Paul Will begann, kaum ins Spiel. Vor allem offensiv sprangen kaum Offensivaktionen heraus. Erst nach einer Viertelstunde setzte Ransford Königsdörffer per Drehschuss und Kopfball die ersten zaghaften Akzente im Strafraum der Gastgeber (14./15).

Die wiederum spielten sich mit meist wenigen präzisen Pässen gefährlich vor das Tor von Kevin Broll. So musste Dresdens Schlussmann in der 23. Minute seine ganze Klasse beweisen, um Guido Burgstallers Schuss, der im linken Sechzehner sträflich allein gelassen wurde, aus dem Eck zu kratzen. Fünf Minuten vor der Pause war die linke Seite der SGD einmal mehr komplett blank, Buchtmann verpasste aber seinen zweiten Treffer, nachdem er Robin Becker ausstiegen ließ. Angesichts von 0:5 Torschüssen zur Pause war Dynamo mit dem knappen Rückstand gut bedient.

Sollbauer erweist Dynamo Bärendienst - Beifus macht den Deckel drauf

Morris Schröter (Dynamo Dresden) gegen Leart Paqarada (FC St. Pauli)
Dresdens Morris Schröter im Duell mit Leart Paqarada. Bildrechte: IMAGO / MIS

Nach dem Kabinengang präsentierte Dresden ein deutlich anderes Gesicht auf dem Rasen. Der Ball zirkulierte gut in den eigenen Reihen, der Gegner wurde früh gestört. St. Pauli agierte zunächst abwartend, ohne jedoch wirklich in Bedrängnis zu geraten. Einzig Morris Schröter sorgte mit seinem Versuch aus spitzem Winkel, der knapp am linken Pfosten vorbeiging, für Gefahr (61.). Der Gastgeber hatte zu diesem Zeitpunkt wenig zu melden, bekam dann allerdings unter freundlicher Mithilfe von Michael Sollbauer, der Marcel Hartel ohne Not im Strafraum foulte, einen Strafstoß zugesprochen. St. Paulis Toptorjäger Burgstaller ließ sich nicht zweimal bitten und nagelte den Ball mit Hilfe der Lattenunterkante ins Netz (73.).

Der erneute Gegentreffer hatte sich nicht angedeutet, hinterließ aber deutliche Spuren bei Dynamo. Die Gäste wirkten platt und kamen kaum noch zu nennenswerten Offensivaktionen. Auf der Gegenseite hatte St. Paulis Luca Zander die Chance zur Vorentscheidung, schoss das Spielgerät aber deutlich drüber (80.). Der eingewechselte Marcel Beifus machte es wenige Sekunden vor Schluss besser und netzte frei vor Broll zum 3:0-Endstand ein.

Das sagten die Trainer:

Timo Schultz (Hamburg): "Es war ein hochverdienter Sieg für uns - mit einem Traumstart, der uns absolut in die Karten gespielt hat. (...) Der weitere Spielverlauf ist dann sehr dominant gewesen. Der Elfmeter zum 2:0 hat uns noch mal Sicherheit gegeben. Die Jungs wollten immer nach vorne spielen und waren hinten immer griffig, gerade in Phasen mit Ballverlusten. Nach neun Spielen haben wir nur acht Gegentore. Das zeigt, dass wir als Mannschaft vieles besser machen als noch in der letzten Saison."

Alexander Schmidt 4 min
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So 03.10.2021 16:28Uhr 03:49 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-interview-alexander-schmidt-nach-st-pauli100.html

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Video

Alexander Schmidt (Dresden): "Es war ein verdienter Sieg für den FC St. Pauli, das muss man neidlos anerkennen. Wir sind auf eine Mannschaft getroffen, die eine unheimliche Wucht nach vorne hatte. Was wir uns vorgenommen haben, war nach einer Minute über den Haufen geworfen. Das hat es nicht einfacher gemacht. Die Mannschaft war schon beeindruckt, wie der Gegner mit der spielerischen Klasse hier rausgekommen ist. In der zweiten Halbzeit hatten wir unsere beste Phase, da hat die Mannschaft Hoffnung geschöpft, dass doch was geht. Wir hatten ordentliche Ballgewinne, ohne dass wir den riesen Druck entwickeln konnten. Genau in die Phase, wo das Spiel ausgeglichen war, kam die Entscheidung mit dem Elfmeter. Das war dann schon ne kleine Vorentscheidung, auch wenn noch Zeit vorhanden war."

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jsc

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 03. Oktober 2021 | 15:25 Uhr

42 Kommentare

harald Notzel vor 9 Wochen

Ich kann wolle010 in allen Punkten nur zustimmen.Wenn ich mich auch wiederhole so ist der Fluch des sofortigen Wiederaufstieg ein Grund dafür dass die Formkurve jetzt nach unten geht und wahrscheinlich die Talsohle noch nicht erreicht ist.Ein Teil der Aufstiegsmannschaft fehlt die spielerische Klasse und körperliche Robustheit für die 2.Liga.Es war wahrscheinlich so geplant, dass erst in der kommenden Serie,der Aufstieg vorausgesetzt,der große Umbruch vorgenommen werden sollte.um Abfindungen im großem Umfang zu vermeiden hat man den bekannten anderen Weg gegangen mit dem Ergebnis dass einige junge Spieler sowie Ergänzungsspieler nach 10 Spieltagen überspielt wirken und die spielerische Linie nicht mehr zu erkennen ist.Ob die Intensität der Saisonvorbereitung ohne Ball !! ausreichend war muß der Sportdirektor analysieren.Die hohe Ausfallquote und ungewöhnlich lange Reha-zeit muss zu denken geben.Dass man Spieler wie H. E.und W. einfach nicht fit bekommt macht die Probleme nicht kleiner.

wolle010 vor 9 Wochen

Man macht sich so seine eigene Gedanken.
Wenn ein Spieler verunsichert ist, kann ihn die Mannschaft wieder hochziehen. Wenn aber der groesste Teil der Mannschaft verunsichert ist, zieht sie den Rest mit runter. Und genau dieses Gefuehl hab ich momentan. Die Euphorie ist verflogen. Was ist los mit Randsi, Christoff D. Heinz M. ? Allein mit den Ausfaellen einiger Leistungstraeger kann es nicht erklaert werden. Zumal immer gesagt wurde wir haben alle Pos. doppelt gleichwertig besetzt. Warum wird Hosiner und Sohm draussen gelassen, L.Herrmann stand ploetzlich nicht mal mehr im Kader. Kade ausgewechselt, nicht wirklich effektiver Ersatz gebracht.
Gut fuer uns ist wirklich die Laenderspielpause. Da muss analysiert, gearbeitet und trainiert werden. Sonst sehen wir einer sehr unsicheren Zukunft entgegen.
Aber wir bleiben Optimisten und solange wir am Ende uebern Strich stehen ist alles gut.
@ Hubert, danke fuer die Gruesse und an alle Dynamos Gruesse in die Runde und eine schoene Woche.

Joe 09 vor 9 Wochen

Ich war am Millerntor und bin auch der Meinung, vielleicht fehlte der Mannschaft der Support von UD. Aber, ohne jetzt hier die Fans zu spalten. Ich war 3 Tage in HH, die 2G Regel wird dort sehr konsequent durchgeführt! Auch Nachts auf der Reeperbahn noch. Also wäre die Fahrt für viele UD's sinnlos gewesen. Schönen Wochenstart